Stahl-Anker halten das Gemäuer

Architekt Michael Steidl (links) schildert Bürgermeister Martin Birner den bisherigen Baufortschritt an der "Alten Fronfeste". Unter ihren Füßen liegen die einstigen Zellen des ehemaligen Gefängnisses. Bild: Mardanow
Lokales
Neunburg vorm Wald
23.09.2015
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Die Arbeiten an der "Alten Fronfeste" schreiten voran: Der Dachstuhl ist saniert, das Gebäude neu eingedeckt, die Zwingermauer kurz vor der Fertigstellung. Mittlerweile haben die Handwerker das Innere des früheren Gefängnisses ins Visier genommen.

Im Gespräch mit dem NT berichtet Architekt Michael Steidl, dass die Baufirma Wilhelm ab Anfang Februar den Zwingergraben bis hinab zum Fundament der Fronfeste ausgebaggert hat. Die Gebäude-Basis wurde überprüft und saniert, zur Trockenlegung eine Drainage samt Sohlplatte eingebaut. Mit einem Einkornbeton-Rucksack und Edelstahlankern ist die Mauer stabilisiert worden, Fugen im Mauerwerk wurden aufgefüllt.

Abfallgrube rückgebaut

Um das Fundament freilegen zu können, ist unter anderem eine alte Abfallgrube teilweise rückgebaut worden, schildert der das Projekt betreuende Planer. Der Graben ist wieder mit Schotter und wasserdurchlässigem Material aufgefüllt worden, links und rechts eines Gehwegs leiten Graniteinzeiler das Regenwasser in die Drainage. Letzter Schritt an der Zwingermauer ist die Erneuerung der Sandsteinabdeckung.

Im April begann die Zimmerei Kraus aus Ödmiesbach bei Teunz mit den Arbeiten am Dach der Fronfeste. Das Gebäude wurde eingerüstet, die Dachtaschen wurden entfernt und ein Notdach wurde errichtet. Während der Phase der Dachstuhl-Sanierung sind die Sparren und Pfetten erneuert worden, Dach- und Querbalken wurden ergänzt. An der Nordseite des Gebäudes wurden die Gesimse erneuert. Bereits um den 6. Juli war das Dach wieder eingedeckt, zusätzlich wurde die Fronfeste mit zwei neuen Kaminköpfen "gekrönt".

Aktuell laufen die Arbeiten im Inneren des Gebäudes weiter. Die alte Heizungsanlage ist mittlerweile ausgebaut und im Erdgeschoss sind mehrere Gewölbe freigelegt und von Sand und Schotter befreit worden: "Allein rund 80 Kubikmeter Material haben wir aus den Decken raus", beschreibt Michael Steidl. Zur Zeit steht die Stabilisierung des Mauerwerks und der Gewölbe im Fokus. Dabei ist unter anderem ein etwa acht Zentimeter großer Spalt zwischen der südlichen Hauswand und den Gewölben zu verschließen. Der Einbau von Stahlankern soll hier sicherstellen, dass die Fronfeste später "nicht mehr auseinanderdriften kann", wie der Architekt beschreibt.

Innenausbau in Sichtweite

Das nächste Augenmerk gilt den Deckenarbeiten. Fehlböden sind einzubauen und die Holzbalkendecken zu schließen. Währenddessen werden die Weichen für den Innenausbau gestellt: Der Stadtrat hat vergangene Woche den Auftrag für Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärarbeiten an die Firma Stelzl aus Chammünster vergeben.

Die Stadt lässt das ehemalige Gefängnis - bei Gesamtkosten von 1,725 Millionen Euro - zu einem Treffpunkt der Generationen umbauen. Neben dem Eine-Welt-Laden und einer Caféteria soll hier künftig der Jugendtreff einziehen, unter anderem sind auch Probenräume für Musikgruppen vorgesehen. Die Fertigstellung soll bis zur Jahresmitte 2016 erledigt sein - "wenn nichts Ernsteres mehr dazwischen kommt, ist das auch zu schaffen", gibt sich Michael Steidl zuversichtlich.
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