Strategische Entscheidungen mit Vorlauf

Der Vorsitzende des CSU-Arbeitskreises Sicherheitspolitik, Peter Wunder, Referent Oberstleutnant i. G. Carsten Wilhelm Schrehardt und MdB Karl Holmeier (von links) stellten sich zum Erinnerungsbild. Bild: dl
Lokales
Neunburg vorm Wald
08.06.2015
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Ziel des Dämmerschoppens war die offene Diskussion aktueller sicherheitspolitischer Entwicklungen und deren Auswirkung auf die Bundeswehr: Der Arbeitskreis Sicherheitspolitik (ASP) des CSU-Kreisverbandes hatte Interessierte aller Couleur in die "Alte Seilerei" eingeladen.

Unter den Gästen waren auch MdB Karl Holmeier, ASP-Bezirksvorsitzender Thomas Schmid, Mitglieder des ASP Amberg-Sulzbach, Cham und mehrere Stadträte aus Neunburg. ASP-Kreisvorsitzenden Peter Wunder ging auf die Anzahl der Konflikte und auf die Entwicklung der Bundeswehr-Auslandseinsätze ein. Dabei stellte er an alle die Frage: "Sind wir bereit, in Deutschland für Europa eine Führungsrolle zu übernehmen?" Als vortragender Referent konnte ein kundiger Vertreter der Abteilung "Strategie und Einsatz" des Generalinspekteurs aus dem Verteidigungsministerium in Berlin gewonnen werden.

Der gebürtige Nabburger Carsten Schrehardt ging in seinem Kurzvortrag auf die Rahmenbedingungen der neuen Militärpolitik Deutschlands und die Einsätze der Bundeswehr ein. Beim Aufzeigen von Handlungsoptionen für die deutsche Regierung, zum Beispiel im Rahmen der Ukraine-Krise, habe der militärische Ratschlag des Generalinspekteurs der Bundeswehr, erarbeitet durch die Abteilung Strategie und Einsatz, erhebliches Gewicht. Er stellte deutlich heraus, dass es in diesem Fall nur eine politische Lösung gibt.

Finanziell Weichen stellen

In der folgenden offenen Diskussion stellte er sich bereitwillig kritischen Fragen zu Finanzierung, Struktur, Einsatzzielen und Zukunft der deutschen Armee. "Es ist mir eine große Freude, meine Fachexpertise genauso wie meine persönliche Überzeugung vor militärpolitisch interessiertem Publikum auf den Prüfstein gestellt zu sehen", resümierte der 40-jährige Oberstleutnant und dreifache Familienvater am Ende der gelungenen Veranstaltung.

Der Generalstabsoffizier Carsten Schrehardt zeigte auf, dass strategische Entscheidungen für eine - nicht nur aus militärischer Sicht - umfassende Daseinsvorsorge in Deutschland frühzeitig getroffen werden müssen, weil sie bis zur Umsetzung jahre- zum Teil jahrzehntelangen Vorlauf benötigten. Im Beisein von MdB Karl Holmeier appellierte er an die Bereitschaft der politischen Entscheidungsträger, im kommenden Bundeshaushalt die dazu notwendigen finanziellen Entscheidungen zu treffen. Bei der Diskussion stellte sich heraus, dass zukünftig wichtige strategische Entscheidungen nicht mehr von Wahlen abhängig sein sollten. Angesprochen wurde dabei auch eine allgemeine Dienstpflicht. Weitere Themen waren die moderne Kriegsführung und die Daseinsvorsorge.
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