Studentin Anja Bauer durchleuchtet "Hussenkrieg"-Vermarktung - Angebot erweitern
Festspiel bereichert die Stadt

Über die Vermarktung des Festspiels verfasste Anja Bauer (Zweite von links) ihre Bachelorarbeit im Tourismusmanagement. Dazu gratulierten (von links) die Bürgermeister Martin Birner und Margit Reichl, Heimatpfleger Theo Männer und Tourismusamtsleiter Werner Dietrich. Bild: Mardanow
Lokales
Neunburg vorm Wald
17.07.2014
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Das "Hussenkrieg"-Festspiel ist ein Prestigegewinn für die Stadt, doch das Interesse der Ortsbevölkerung an den Aufführungen ließe sich noch weiter ausbauen. Dieses Fazit zieht die Neunburger Studentin Anja Bauer in ihrer Bachelorarbeit über die Vermarktung des Stücks.

Im Studienfach Tourismusmanagement an der Fachhochschule Deggendorf hat die 23-Jährige aus dem Stadtteil Thann 150 Stunden Zeit für ihre Arbeit investiert. Unter anderem verglich sie das Neunburger Burgfestspiel mit anderen ostbayerischen Stücken. Dabei offenbarte sich, dass lediglich der "Hussenkrieg" sämtliche Kriterien erfüllt, die ein Festspiel gemeinhin auszeichnen. Angefangen vom Vor- und Rahmenprogramm über die Kostüme, die Kampf- und Reiterszenen, den Text in Dialektform und die professionelle Regie.

Beim Eintrittspreis liege das Festspiel im Durchschnitt der übrigen Theaterstücke. Eine Umfrage unter Passanten erbrachte, dass sie auch bereit seien, diesen Preis zu bezahlen. Zusatzangebote wie der jährliche Mittelaltermarkt oder die Speisen der "Hussitenwirte" stärkten das Festspiel. Hier dürfe man nicht stehen bleiben, empfahl die Studentin. Das Angebotsspektrum sollte erweitert werden, um die Position des Festspiels am Markt auszubauen.

Zusätzlich wurden Beherbergungsbetriebe, Vertreter der "Hussitenwirte" und 100 Bürger über das Festspiel befragt. Während die touristischen Betriebe vom Theatersommer profitierten, sei in der Bevölkerung durchaus noch "Besucher-Potenzial" vorhanden. Für 97 Prozent der Befragten war jedoch unstrittig, dass das Festspiel eine Bereicherung für Neunburg ist. Insgesamt befinde sich die Stadt bei der Vermarktung ihres Spiels auf einem guten Weg.

Bürgermeister Martin Birner gratulierte Anja Bauer zu ihrer Bachelorarbeit, die von der FH mit "sehr gut" bewertet wurde. Er begrüßte diesen Blick auf die Festspielvermarktung aus fachlicher Sicht, man werde die nötigen Schlüsse daraus ziehen. Als wertvollen Ansatz, um festgestellte Schwächen in Positives umzuwandeln, wertete zweite Bürgermeisterin Margit Reichl die Ergebnisse. Unbedingt sollte auch der Festspielverein ein Exemplar zu lesen bekommen.

Als Heimatpfleger und Ehrenvorsitzender des Festspielvereins freute sich Theo Männer, dass sich eine Studentin aus Neunburg mit einem lokalen Thema befasste. Es sei schön zu sehen, dass in Bauers Arbeit der Stellenwert des Tourismus herausgehoben werde, meinte der zuständige Amtsleiter Werner Dietrich. Gerade auf diesem Feld gelte es immer wieder nachzulegen und Neues zu bringen.
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