Tanzschritte und Flöten-Töne

Mit verschiedenen Reihen- und Kreistänzen unterhält die Tanzgruppe "Lumpenstiefel" das Festspiel-Publikum. Die insgesamt neun Paare haben 30 verschiedene Choreographien im Repertoire. Bild: hfz
Lokales
Neunburg vorm Wald
24.07.2015
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Nicht erst wenn sich der Vorhang hebt, auch vorher schon sind die Besucher des Festspiels "Vom Hussenkrieg" mittendrin im Spätmittelalter. Ein Vorprogramm mit Musik und Tanz stimmt die Gäste auf die Zeitreise ins Jahr 1433 ein.

Laute Fanfarenstöße erklingen und heißen Publikum und Gäste willkommen, wenn sie sich ab 20 Uhr der Burganlage nähern. Eine Festspiel-Gruppe mit Trommel- und Fanfarenspielern, verstärkt mit Mitgliedern des Kolpingspielmannszuges Oberviechtach, hat mehrere ausgewählte Stücke im Repertoire, die sie den Theatergästen zum akustischen Willkommen entgegenschmettern.

Mit "Neunburger Lied"

Ab 20.15 Uhr dringen altertümliche Klänge an das Ohr der "Hussenkrieg"-Gäste: Die Hofmusik des Festspielvereins spielt verschiedene historische Stücke zur Unterhaltung. Unter der Leitung von Jana Drabkova und Eva Schmid fügen sich Flöten, Krummhorn, Rauschpfeife, Geige, Trommeln und Drehleier zu einem stimmungsvollen Ensemble zusammen.

"Bauerntanz" oder "Tambourine" heißen beispielsweise die Stücke, komponiert wurden sie meist zu Anfang der Renaissancezeit; zu hören ist auch das "Neunburger Lied". Die Hofmusik existiert seit mittlerweile 20 Jahren. Während der Aufführungen gestaltet das Ensemble unter anderem die Umbauphasen zwischen den einzelnen Bildern.

Schwungvoll geht die Reise ins Mittelalter dann weiter, wenn um 20.30 Uhr die Tanzgruppe "Lumpenstiefel" auftritt. Gegründet im Jahr 1993, umfasst ihr Repertoire 30 Tänze, neun Paare zählt die Gruppe. Mit verschiedenen Reihen- und Kreistänzen wird das Publikum unterhalten. Historische Grundlage für die Auftritte sind verschiedene Renaissance-Tänze aus der 1589 verfassten "Orchesographíe" des französischen Domherrn Thoinot Arbeau und die "Englisch Country Dances", die der englische Musikverleger John Playford im 17. Jahrhundert zusammengetragen hat. Mittlerweile hat die Gruppe aber auch selbst erarbeitete Schrittfolgen an Reihen- und Kreistänzen einstudiert; die Choreographien sind aber streng an historische Vorlagen angelehnt.

Pfalzgrafensteak brutzelt

Außerdem lässt sich vor den Aufführungen des "Hussenkrieg" auch der Hunger bekämpfen: In der "Burggasterey" der Familie Grüneis - im Hof des ehemaligen Vermessungsamtes - brutzeln Hussiten-Burger, Pfalzgrafen-Steak, "Neunburger Brodne" (Bratwürste) und "g'samde Erpfl" (Pommes Frites) auf dem Grill.
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