Theaterspielen als neues Lieblingsfach

Auf die Zusammenarbeit freuen sich (von links) Bürgermeister Martin Birner, LTO-Geschäftsführer Frank Kasch, Klaus Traurig (Leiter Theater AG Mittelschule), Regisseurin Marlene Wagner-Müller, Rektorin Irene Träxler, Till Rickelt (Künstlerischer Leiter des LTO) und Kulturbeauftragter Karl Stumpfi. Bild: bsl
Lokales
Neunburg vorm Wald
24.03.2015
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Im Januar brachte das Landestheater Oberpfalz (LTO) das Publikum in der Schwarzachtalhalle mit seiner Inszenierung "Ladies Night" zum Kreischen. Zwei weitere Aufführungen werden heuer folgen. Aber auch abseits der Bühne begeistert das LTO.

Fünf Jugendliche sitzen nebeneinander. Die fünf sind Freunde. Doch keiner schaut den anderen an, kein Wort sprechen sie miteinander. Sie sitzen da, bewegen sich kaum. Nur ihre Daumen sind aktiv. Mit unglaublicher Geschwindigkeit fliegen sie über das Display ihres Smartphones. Sie kommunizieren über Whats App oder Facebook. Eine persönliche Kommunikation von Angesicht zu Angesicht scheint dabei kaum mehr nötig, vielleicht auch gar nicht mehr möglich. So in etwa könnte eine Szene zum Thema "Sucht" aus dem theaterpädagogischen Projekt des Landestheater Oberpfalz (LTO) an der Mittelschule Neunburg aussehen. Seit November gibt es diese Kooperation zwischen dem Theater und der Schule, welche das LTO gemeinsam mit Bürgermeister Martin Birner und Vertretern der Mittelschule vorstellte. Eine Kooperation, von welcher alle Beteiligten profitieren und welche ihnen sichtlich Spaß macht.

Sozialkompetenz schulen

"Wir möchten den Schülern mit unserem Projekt einen Anstoß geben, um sich mit bestimmten Themen kritisch auseinanderzusetzen", erklärte Till Rickelt, künstlerischer Leiter am LTO, den Ansatz der Kooperation. "Uns geht es nicht darum, die Jugendlichen über schwierige Themen wie zum Beispiel Mobbing, Magersucht oder Drogen aufzuklären. Die Schüler sollen sich selbst Gedanken machen und Probleme erkennen." In den wöchentlichen Theatereinheiten an der Mittelschule Neunburg werden darüber hinaus neue Fähigkeiten entwickelt und wichtige soziale Kompetenzen bei den Heranwachsenden geschult.

Klaus Traurig, Lehrer an der Mittelschule Neunburg und Leiter der Theater AG, ist überzeugt vom pädagogischen Nutzen des Projekts. Aber er sieht auch, mit wie viel Begeisterung die Jugendlichen bei der Sache sind. "Die Schüler haben riesigen Spaß dabei, wir bekommen ein tolles Feedback." Das bestätigt auch Direktorin Irene Träxler: "Unsere Schüler sind von dem Projekt begeistert, so dass wir es unbedingt weiterführen und langfristig ausbauen möchte." Dieser Erfolg freut auch Frank Kasch, Geschäftsführer des Landestheater Oberpfalz. "Wir möchten mit unserem theaterpädagogischen Projekt die Schüler in ihrer Entwicklung unterstützen". Dies sei laut Kasch eines der beiden wesentlichen Ziele des Landestheaters.

Mit "lustigen Weibern"

Und das zweite? "Wir wollen das Theater in die Region, in die Gemeinde und in das Dorf hineintragen", erklärt Kasch. Und das gelang dem Landestheater Oberpfalz in Neunburg mit famosem Erfolg. Mit ihrem Stück "Ladies Night" begeisterten Rickelt und sein Team im Januar das Publikum in der Schwarzachtalhalle.

Dieser Erfolg soll sich schon bald wiederholen: Am 12. Juli führt das LTO mit den "Lustigen Weibern von Windsor" ein weiteres Theaterstück in Neunburg auf, diesmal im Burghof. Dieses erneute Gastspiel freut auch Bürgermeister Martin Birner sehr. "Durch diese Veranstaltungen können wir unseren Bürgern ein besonderes Highlight bieten und die Stadt Neunburg erlebbar machen", sagte Birner. Auch Karl Stumpfi, Kunst- und Kulturbeauftragter der Stadt Neunburg, begrüßte den neuerlichen Auftritt des Landestheaters. Dieser stellt eine willkommene Ergänzung zum traditionellen Festspiel "Zum Hussenkrieg" dar.

Und auch im Herbst gastiert das LTO wieder in Neunburg. Mit dem "Heinz-Erhardt-Abend" möchte das Landestheater die Schwarzachtalhalle wieder zum Kreischen und Beben bringen. Ob dies dann auch ohne strippende Männer wie in "Ladies Night" gelingt?
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