Tribut an die Lernkultur

Für 7,3 Millionen Euro wird die Grundschule in der Ledererstraße saniert und zur Ganztagsschule ausgebaut. Der Stadtrat steht einstimmig hinter den zusammen mit dem Schulleiter modifizierten Plänen. Bild: Mardanow
Lokales
Neunburg vorm Wald
17.10.2014
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Eine größere Pausenhalle, Platz für moderne Lernmethoden und ein zusätzliches Klassenzimmer: Auf dieser Basis sind die Pläne für die Sanierung und Erweiterung der Grundschule aktualisiert worden. Der Stadtrat hat sie trotz Mehrkosten einstimmig gebilligt.

Rund 6,8 Millionen Euro waren bisher für die Generalsanierung der Grundschule in der Ledererstraße veranschlagt worden, jetzt sind es 7,3 Millionen Euro. Der Stadtrat hatte die Pläne, die auch den Ausbau zur Ganztagsschule vorsehen, bereits im November des vergangenen Jahres gebilligt. Anvisiert war eine Erweiterung um jeweils zwei Klassenräume pro Geschoss. Noch vor der schulaufsichtlichen Genehmigung war aber klar, dass der Pausenraum um 30 Quadratmeter vergrößert werden sollte.

Modern unterrichten

Da ohnehin eine Planänderung erforderlich war, wurden Überlegungen des neuen Schulleiters Siegfried Bräuer mit einbezogen. "Insbesondere wollten wir versuchen, die aktuellen pädagogischen Erkenntnisse für moderne Unterrichts- und Lernformen zu berücksichtigen", erläuterte Bürgermeister Martin Birner. Das sei in Hinblick auf den zunehmenden Bedarf für Ganztagsschulen "wichtiger denn je". Außerdem sei mittlerweile deutlich geworden, dass mit einer weiteren Übergangsklasse zu rechnen ist.

Die konkreten Planänderungen beleuchtete Architekt Michael Steidl: Für die anvisierte 13. Klasse wird demnach der Neubau um 1,50 Meter erweitert. Größer wird wegen der Berücksichtigung der Verkehrswege nach den aktualisierten Plänen auch der Pausenhof. Ein größerer Einschnitt sei die Verlegung des Treppenhauses. Um neue pädagogische Ansätze zu berücksichtigen, gibt es nun auch Räume wie den "Marktplatz" oder Ruhezonen, wo sich die Schüler freier bewegen können. "Im Innenbereich ist ein Konzept entstanden, das noch schlüssiger ist", betonte bei der Sitzung Schulleiter Bräuer. Auf den Stockwerken gebe es in sich geschlossene Lernbereiche mit Lehrer-Stützpunkten. Die Schülerströme würden entzerrt und kanalisiert, die Wege kürzer.

Für Margot Weber (SPD) war diese Planänderung ein Anlass, noch einmal das von ihr favorisierte Schulzentrum an der Katzdorfer Straße auf den Tisch zu bringen. Die Sanierung in der Ledererstraße sei nun mehr als eine halbe Million Euro teuerer, in diesem Licht erscheine auch das Schulzentrum wieder attraktiver. Ein entsprechender Antrag der SPD wurde aber unter Verweis auf die Geschäftsordnung und die Beschlusslage mit 17:3 Stimmen abgeschmettert.

Problem Garderobe

Nachdem diese Option vom Tisch war, beschränkte sich die Debatte auf die Pläne in der Ledererstraße. Die SPD-Fraktion habe den vorliegenden Entwürfen "im Großen und Ganzen nichts entgegenzusetzen", erklärte Weber. Für problematisch hielt sie aber die angedachten zentralen Garderobenräume im Untergeschoss, die Schulleiter Bräuer auch als Schmutzschleuse begrüßen würde. "Wenn da 300 Kinder bei Schulschluss gleichzeitig anrücken, das ist unmöglich."

"Da bleiben auch von der Pause nur ein paar Minuten", stieß Martin Scharf (Freie Wähler) in das gleiche Horn, stufte aber das übrige Konzept als "tolle Lösung" ein. "Anfangs dachte ich auch, dass das System diese Mehrkosten nicht wert ist", räumte er ein, "aber jetzt habe ich die Vorteile erkannt". "Garderoben im Flur der Schule sind nur geduldet und eigentlich nicht zulässig", so der Architekt. Und im Klassenzimmer sind sie für Schulleiter Bräuer "die schlechteste Lösung". Sein Vorschlag: eine Mischlösung, bei der man beispielsweise die Erstklässler "rausziehen" könne. Ausdrücklich wurde deshalb beim Beschluss eine Abstimmung mit Schulleitung, Lehrerkollegium und Elternbeirat in Sachen Garderobe gefordert.

Der Entwurf für Sanierung, Erweiterung und Ausbau zur Ganztagsschule wurde einstimmig gebilligt. Damit können nun auch Anträge auf Förderung folgen. Laut Verwaltungsleiter Peter Hartl kann die Stadt mit 44 Prozent für die Generalsanierung rechnen. Maßnahmen für die Ganztagsschule könnten mit 59 Prozent gefördert werden. "Wir freuen uns über die moderne pädagogische Ausrichtung und sind bereit, die Mehrkosten in Kauf zu nehmen", hatte Klaus Zeiser (CSU) die Haltung seiner Fraktion und letztlich die Stimmung im gesamten Gremium auf den Punkt gebracht.
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