Tüfteln für perfektes Licht

Bernhard Käsbauer (links) hat die ersten Module wie das Modell in der Hand von Bemondis-Juniorchef Klaus Landkammer bereits in den Altstadtlampen montiert. Von diesem speziell für die städtischen Bedürfnisse entwickelten Innenleben erhoffen sich Bürgermeister Martin Birner (Zweiter von rechts) und der Technische Leiter der Stadtwerke, Josef Weingärtner, (rechts) erhebliche Einsparungen. Bild: Bugl
Lokales
Neunburg vorm Wald
17.04.2015
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Die Glühbirne hat ausgedient, Leuchtstoff ist überholt. Die Stadt Neunburg setzt auf LED-Technik und rüstet damit die Altstadtlampen um - allerdings nicht mit einem "Modell von der Stange".

"Wir hatten Angst vor einer großen Investition", bekannte Bürgermeister Martin Birner, als er am Donnerstag die ersten mit LED-Technik umgerüsteten Altstadtlampen präsentierte. 100 000 Euro waren dafür ursprünglich veranschlagt worden. Doch dank eines speziell für die Stadt angefertigten Modells kommt der Umstieg nur auf 14 400 Euro, informierte Birner. Bei einem Pressegespräch stellte er am Schrannenplatz zusammen mit Unternehmer Klaus Landkammer, dem Technischen Leiter der Stadtwerke Josef Weingärtner und Bauhof-Mitarbeiter Bernhard Käsbauer die Neuheit der Öffentlichkeit vor.

Gehäuse bleibt

Viel billiger ist der Stadt die Umrüstung vor allem deshalb gekommen, weil nur das Innenleben der Lampen weichen musste, die mit ihrem antiken Charakter für Flair in der Altstadt sorgen. Zunächst bei der Suche nach einer kostengünstigen und individuellen Lösung für die Beleuchtung des Eisernen Stegs war die Stadt auf eine einheimische Firma gestoßen. "Der Seniorenbeirat hatte damals die Beleuchtung angeregt, aber das Licht sollte auch nicht zu sehr blenden", rekapitulierte der Bürgermeister. Die Neunburger Firma Bemondis überzeugte bei diesem Projekt zunächst mit einer LED-Leuchte, die im Geländer integriert und außerdem "vandalismussicher" ist.

Testlauf bestanden

Auch bei der Umrüstung des Parkhauses "Im Berg" habe man gute Erfahrungen mit der LED-Technik gemacht. "Bisher haben wir dort 1813,32 Euro pro Jahr für Strom ausgegeben, jetzt sind es nur noch 507,73 Euro, das ist eine Einsparung von rund zwei Drittel", rechnet Bürgermeister Birner vor, "und das bei minimalen Abweichungen in Helligkeit". Die Testphase haben die neuen Modelle bereits bestanden. Der Technische Leiter der Stadtwerke ist überzeugt, dass bei LED eine längere Betriebszeit zu erwarten ist, außerdem sei diese Technik nicht so empfindlich für ständiges Aus- und Einschalten.

In der Altstadt sei ein Umrüsten ohnehin fällig gewesen, da die bisherigen Quecksilberdampflampen nächstes Jahr komplett vom Markt verschwinden sollen, berichtete Weingärtner. Nach einem langen Testlauf habe man nun eine Konstruktion gefunden, die zum Preis von 288 Euro pro Modul auch deutlich billiger sei als ein vergleichbares Produkt für 500 Euro. "Anfangs waren wir unsicher, ob wir dem Modell von der Stange Paroli bieten können", räumte der Stadtwerke-Mitarbeiter Weingärtner ein. Bei diversen Tests habe man sich "Tage und Nächte um die Ohren geschlagen" und schließlich auch eine Temperaturregelung eingebaut, damit die Lebensdauer der Lampen nicht durch ein Zuviel an Wärme beeinträchtigt wird.

Für die nun auf LED umgerüsteten 50 Altstadtlampen (vorher 90 Watt, jetzt 42 Watt) rechnet man mit einer Lebensdauer von zwölf Jahren. "Noch ein paar Jahre mehr, dann wäre ich beim Austausch fast schon in Rente" scherzt Bauhof-Mitarbeiter Käsbauer, der zusammen mit den Kollegen die neue Technik montiert hat. Von einer "gigantischen Einsparung" durch diese Investition geht der Bürgermeister aus. "Es ist einfach Gold wert, wenn man solche Unternehmer vor Ort hat", schwärmt er.
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