Und wieder grünt der Stausee

Tourismusbeauftragter Walter Drexler (rechts) verdeutlicht Tourismusvereinsvorsitzendem Markus Greiner, Zweiter Bürgermeisterin Margit Reichl und Landrat Thomas Ebeling (von links) den Zustand des Stausees. Bild: hei
Lokales
Neunburg vorm Wald
08.09.2015
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Wo Anfang Juli das Sautrogrennen für Gaudi sorgte, und sich den Sommer über viele Gäste erholten, bietet sich nun ein trauriger Anblick: Erneut gleicht der Eixendorfer Stausee einer grünen Brühe - die Algen sind in "voller Pracht" zurück.

Gleich in doppelter Funktion stattete Thomas Ebeling, gemeinsam mit Verena Danner (Oberpfälzer Seenland) und der Führung des Tourismusvereins, dem Sorgenkind "Eixendorfer See" einen Besuch ab. Als Landrat sowie als Vorsitzender des Zweckverbands Oberpfälzer Seenland machte er sich ein Bild vom grünen Zustand des Gewässers. Auch Margit Reichl, Zweite Bürgermeisterin der Stadt Neunburg, nahm am Termin teil.

Ablauf als Knackpunkt

Seit knapp zwei Jahrzehnten kämpft Walter Drexler, Stadtrat und städtischer Tourismusbeauftragter, um eine Verbesserung der Wasserqualität. Ihm sei eines klar: "Der Fehler liegt schon in der Konstruktion des Wasserablaufs. Während im Grundablauf das kalte Wasser abgegeben wird, vermehren sich die Algen im warmen Oberflächenwasser und können nicht abschwimmen. Ein Oberflächenablauf ist daher die beste Lösung", so Drexler. Um auf dieses Resultat zu kommen, brauche es auch kein erneutes Gutachten. Vielmehr müsse sofort die Prüfung der technischen Machbarkeit eines Oberflächenablaufs eingeleitet werden.

Alle Anwesenden, auch Bürgermeister Martin Birner, der später noch zur Ortsbesichtigung hinzu kam, waren sich einig: Dies sei kein Zustand, und auch das Argument, der See sei schließlich nur zu Hochwasserschutzzwecken gebaut, könne man nicht gelten lassen. "Schließlich kann man beides vereinen: Hochwasserschutz und Badevergnügen. Viele Beispiele in Bayern beweisen dies", argumentierte Walter Drexler. Versprechungen könne er zwar keine geben, "doch werde ich mich der Sache persönlich annehmen", bekräftigte Landrat Thomas Ebeling.

"Wir sind nicht der Meinung, dass ein Oberflächenablauf das Problem lösen wird", gab Mathias Rosenmüller, Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Weiden, am Dienstag auf NT-Nachfrage zu verstehen. Aktuell liege der Einlauf in den Stausee bei rund einem Kubikmeter Wasser pro Sekunde, der Ablauf in die Schwarzach bewege sich bei 1,5 Kubikmetern. Doch angesichts der Gesamtwassermenge im See - zur Zeit zwischen 4 und 4,5 Millionen Kubikmeter - "ist es egal, ob wir das Wasser von oben oder von unten nehmen". Das sei wie mit einer vollen Badewanne - "wenn Sie den Hahn tropfen lassen, ist es auch unerheblich ob das Wasser warm oder kalt ist".

Schwarzach nicht vergessen

Außerdem sei zu erwarten, dass sich ein Oberflächenablauf auf die Ökologie der Schwarzach auswirkt. "Teilweise erwärmt sich das Seewasser im Sommer auf bis zu 30 Grad", verdeutlichte Rosenmüller. Wenn das warme Nass in den Fluss abläuft, "sind die Forellen weg", nannte der Amtsleiter ein Beispiel für mögliche Auswirkungen. Man dürfe daher nicht nur den See, sondern auch die Schwarzach im Blick haben.

Währenddessen sind beim Wasserwirtschaftsamt die Angebote für das Gutachten zu einer geplanten Gewässer-Restaurierung eingegangen. In den nächsten Wochen stehen noch Abstimmungsgespräche mit den Gemeinden Neunburg und Rötz an, die Auftragsvergabe für das Gutachten soll im Verlauf des Herbsts erfolgen.
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