VG-Gemeinden kündigen touristische Zweckvereinbarung mit der Stadt Neunburg
"Es bleibt zu wenig hängen"

Lokales
Neunburg vorm Wald
24.09.2014
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Der Rückgang an Vermietern führt zu einem Umdenken: Die vier Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft wollen sich die jährliche Beteiligung von 4000 Euro am städtischen Tourismusbüro nicht länger leisten. Trotzdem soll die Zusammenarbeit weitergehen - aber in anderer Form.

In der Sitzung der Gemeinschaftsversammlung saß Werner Dietrich, Leiter der Neunburger Tourist-Information, mit am Tisch. Er rief in Erinnerung, dass die Zweckvereinbarung 2006 - nach dem Austritt der VG-Gemeinden aus dem Zweckverband Oberpfälzer Seenland - geschlossen worden war: "Die Gastgeber und Einrichtungen sollten nicht alleine dastehen." Seither kümmert sich das städtische Büro um deren Belange, fungiert als gemeinsame Anlaufstelle, sorgt für den zentralen Vertrieb von Werbematerial und beantwortet Gäste-Anfragen.

Dietrich verschwieg aber nicht den starken Wandel im Tourismus: So sei die Zahl der Privatvermieter gerade im VG-Bereich stark zurückgegangen. Häufig habe es Generationswechsel gegeben, würden teuere Investitionen in die Unterkünfte gescheut. Und im Zeitalter des Internet habe "eigentlich jeder Vermieter die nötigen Instrumente, um für sich selbst zu werben."

Den Kosten-Nutzen-Faktor für die Gemeinden rückte Bürgermeister Maximilian Beer (Schwarzhofen) in den Fokus. "Ist es sinnvoll weiter zu investieren, wenn der Rückfluss eher bescheiden ist?" In seiner Gemeinde gebe es nur noch ganz wenige Privatvermieter, auch die Zahl der Gäste sei erheblich zurückgegangen. Gemeinschaftsvorsitzender Hans Graßl (Dieterskirchen) sah den jährlichen Beitrag von 4000 Euro als "nicht mehr gerechtfertigt". Das Geld sollte vielmehr dazu eingesetzt werden, um das touristische Angebot zu verbessern - "da haben wir dann wesentlich mehr davon". In eine ähnliche Richtung hatte zuvor auch Werner Dietrich gedacht.

Einstimmig beschloss die Versammlung schließlich, die Zweckvereinbarung zum Jahresende zu kündigen. Das Miteinander im Tourismus soll aber trotzdem weitergehen: Im Dialog mit den Vermietern und gemeinsam mit der Stadt sollen neue Formen der Zusammenarbeit gefunden werden. Für die Urlauber wird sich nichts ändern: Kein Urlaubsgast aus den VG-Orten müsse nun Angst haben, dass er in der Tourist-Info die Tür gewiesen bekomme, merkte Werner Dietrich scherzhaft an.
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