Von vielen Krisen "geschüttelt"

Bürgermeister Martin Birner legte nach seiner beeindruckenden Ansprache einen Kranz am Kriegerdenkmal in Neunburg vorm Wald nieder. Der Volkstrauertag ist ein Tag stillen Gedenkens, ein Tag des Innehaltens und der Mahnung an die Soldaten und Zivilbevölkerung, die in den beiden Weltkriegen ihr Leben verloren. Bild: sns
Lokales
Neunburg vorm Wald
15.11.2015
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Ganz im Zeichen der Pariser Terroranschläge stand der Volkstrauertag in Neunburg vorm Wald. "Frankreich ist fassungslos! Europa ist fassungslos", sagte Bürgermeister Martin Birner. Er sprach auch weitere Schreckensmeldungen über die Terrormiliz IS an.

Zahlreiche Fahnenabordnungen, Fackelträger der Feuerwehrjugend, Stadträte und die Ehrenwache der SuKK Kleinwinklarn gaben der Veranstaltung am Kriegerdenkmal einen würdigen Rahmen. "Frankreich ist fassungslos!, Europa ist fassungslos!" Bürgermeister Martin Birner zeigte sich entsetzt und traurig über die Vorgänge in Paris. Diese Morde an überwiegend Jugendlichen, die an einem Feierabend Spaß und Unterhaltung haben wollten, seien durch nichts gerechtfertigt.

70 Jahre in Frieden

Der Volkstrauertag ist ein Tag stillen Gedenkens, ein Tag des Innehaltens und der Mahnung an die Soldaten und Zivilbevölkerung, die in den beiden Weltkriegen ihr Leben verloren. Birner erinnerte, dass wir seit 70 Jahren in einem freien, rechtsstaatlichen Land leben. Aber in vielen anderen Regionen der Welt werden die Menschenrechte mit Füssen getreten und Bürgerrechte missachtet, herrschen Krieg oder Bürgerkrieg, fallen Staaten auseinander. Die Terrormiliz IS mache mit immer neuen Schreckensmeldungen von sich reden: In Nigeria werden Schülerinnen und junge Frauen entführt und versklavt, in der Ukraine finden nach wie vor blutige Auseinandersetzungen statt.

"Dass die Welt von so vielen Krisen geschüttelt wird, macht sich an der steigenden Zahl von Flüchtlingen bemerkbar. Die Allermeisten fliehen, um bei uns Schutz zu suchen", sagte der Bürgermeister und betonte: "Menschen die nur Gewalt, Terror und Schrecken nach Europa oder in unser Land bringen wollen, haben in keinster Weise ein Bleibe- oder Schutzrecht." Frieden zu stiften und zu erhalten, sei oft mühsam und langwierig. Aber es sei machbar. "Hass und Gewalt können eingedämmt werden. Versöhnung kann stattfinden, auch über Gräbern", sagte Birner. Europa habe dies gezeigt. Es sei aber nicht selbstverständlich, in Frieden und Freiheit, in einer Demokratie und einem die Menschenrechte wahrenden Staat zu leben.

Kirchenzug mit Fahnen

Diese Werte müssten immer wieder neu errungen und verteidigt werden. Frieden und Menschenrechte brauchen Menschen, die für sie eintreten. Nach einem kurzen Gebet durch Stadtpfarrer Stefan Wagner und den Kranzniederlegungen beschloss die Stadtkapelle Neunburg mit der Bayern- und der Deutschlandhymne die Gedenkfeier. Im Anschluss formierte sich der Kirchenzug mit Vereinen und Fahnenabordnungen zur Pfarrkirche. Die Stadtkapelle umrahmte auch den Gottesdienst musikalisch.
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