Vor 70 Jahren brachten die Todesmärsche Elend und Tod in die Region - Gedenkfeiern in Neunburg ...
Das finsterste Kapitel der Heimatgeschichte

Über 200 Opfer der Todesmärsche waren am 29. April 1945 im Neunburger Friedhof aufgebahrt. Männer, Frauen und Kinder mussten an den offenen Särgen vorbeigehen und sich die Toten ansehen. Repro: Mardanow
Lokales
Neunburg vorm Wald
21.04.2015
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Vor 70 Jahren kamen das Grauen und die Schrecken des Zweiten Weltkriegs auch ins Schwarzachtal: Bei den sogenannten Todesmärschen durch Neunburg und Schwarzhofen am 21./22. April 1945 sind einige hundert KZ-Häftlinge durch SS-Mannschaften ermordet worden.

Nach dem Einmarsch der amerikanischen Streitkräfte - nur zwei Tage später - musste die einheimische Bevölkerung für diese Gräueltaten büßen. Ausführlich überliefert ist vor allem die Bestrafung der Stadt Neunburg: Angehörige der NSDAP aber auch unbescholtene Bürger wurden gezwungen, die in Massengräbern verscharrten Leichen auszugraben.

Am Sonntag, 29. April, mussten Jugendliche, Frauen und Männer über 200 Tote in offenen Särgen durch die Stadt zum Friedhof tragen, vor der Beisetzung musste die Bevölkerung, auch Kinder ab sieben Jahren, an den Leichen vorbeigehen.

Damit diese dunkelsten Kapitel der Heimatgeschichte nicht vergessen werden, finden zwei Gedenkfeiern statt: Heute um 17 Uhr erinnert die Marktgemeinde Schwarzhofen an die KZ-Todesmärsche vom 21. und 22. April, Schauplatz ist der Erinnerungsstein an der Straße nach Neunburg. Die Stadt Neunburg veranstaltet am Donnerstag, 23. April, um 11 Uhr eine Gedenkfeier auf dem KZ-Friedhof am Plattenberg. Hier hatten die ermordeten Häftlinge 1950 ihre letzte Ruhe gefunden. Schüler aus der Mittelschule und der Gregor-von-Scherr-Realschule gestalten den Gedenkakt mit. Bei schlechtem Wetter wird in die Turnhalle der Realschule ausgewichen. Zu beiden Veranstaltungen ist die Bevölkerung willkommen.
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