Vorsorge für die große Flut

Die weitläufigen Flussauen der Schwarzach bieten bei einem Hochwasser ausreichend Rückhaltemöglichkeiten. Das Foto entstand im Januar 20111 und zeigt die nach der Schneeschmelze entstandene "Seenlandschaft" zwischen der Stadt Neunburg und dem Ortsteil Katzdorf. Bild: Mardanow
Lokales
Neunburg vorm Wald
11.11.2014
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Der Eixendorfer Stausee hält nicht alles zurück. Ein 1000-jähriges Hochwasser könnte in Neunburg sogar Teile der Altstadt fluten. Für dieses Risiko möchte die Gemeinde gerüstet sein.

"Hochwasserrisikomanagementrichtlinie" - mit diesem Wortungetüm werden vorsorgende Maßnahmen beim Schutz und der Vorsorge vor Überflutungen zusammengefasst. Mit der Umsetzung für das Neunburger Stadtgebiet befasste sich am Dienstag eine Expertenrunde im Rathaus. "Wir müssen für den Extremfall gerüstet sein", erklärte Bürgermeister Martin Birner vor Vertretern von Wasserwirtschaft, Landratsamt und Rettungsorganisationen. "Es gilt Vorkehrungen zu treffen, damit unsere Bürger beruhigt sein können."

Günther Michler, Abteilungsleiter für den Landkreis Schwandorf beim Wasserwirtschaftsamt Weiden, erläuterte, dass die endgültigen Pläne für diese europaweite Richtlinie bis Ende 2015 für jede Gemeinde vorliegen sollen. Im Vorfeld der Besprechung hatte das WWA Hochwassergefahrenkarten erarbeitet, um aufzuzeigen, "wo ein potenziell signifikantes Risiko besteht". Michler machte deutlich: "Einen absoluten Hochwasserschutz gibt es nicht." Vielmehr müsse man sich auf immer extremere Situationen vorbereiten.

Die Folgen einstufen

Zur Verfeinerung des Risiko-Managements setzt die Wasserwirtschaft auf die lokalen Behörden und Organisationen. Sie verfügten über die beste Ortskenntnis, um neuralgische Punkte in die Gefahrenkarten aufzunehmen, so Michler. Mit den Unterlagen soll es möglich sein, Folgen eines Hochwassers auf die menschliche Gesundheit, auf Umwelt, Kulturerbe, Wirtschaft und Sachwerte einstufen zu können.

Christian Götz, Sachgebietsleiter Wasserbau, besprach im Anschluss die Gefahren- und Risikokarten. In verschiedenen Blau-Abstufungen waren darauf die erwarteten Überschwemmungsgebiete bei einem häufigen, einem 100-jährigen oder einem 1000-jährigen (extremen) Hochwasser dargestellt. Darin erfasst werden infrastrukturelle Einrichtungen, die bei einer Überflutung Probleme bereiten könnten wie beispielsweise landwirtschaftliche Anlagen, Gewerbebetriebe, Wohngebiete, Stromverteiler, Telekommunikationseinrichtungen, Pumpwerke oder Gasleitungen.

Beim Blick auf die Karten zeigte sich, dass im Stadtgebiet gerade der Seugnbach und der Rötzerbach - beide Gewässer dritter Ordnung - die Verantwortlichen bei einem extremen Hochwasser vor Probleme stellen würden. So sei unter anderem zu erwarten, dass am Zusammenfluss der beiden Bäche die Staatsstraße (Konrad-Adenauer-Straße) überspült wird. In der Altstadt würde Wasser in der Buchbindergasse stehen, auch für den Jobplatz ist ein Rückstau prognostiziert. Entlang der Schwarzach mit ihren weitläufigen Flussauen blieben die Auswirkungen dagegen eher gering.

Viele Fragen

Nach der lokalen Risiko-Recherche war noch ein umfangreicher Fragenkatalog abzuarbeiten, in dem mögliche Auswirkungen und Gefahrensituationen bei Hochwasserereignissen noch präzisiert wurden. Insgesamt 438 Antwortfelder waren dafür vorgesehen.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.iug.bayern.de
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