Wahre Helfer aus Leidenschaft

Insgesamt 224 Mal rückten die Neunburger Ehrenamtlichen des Helfer vor Ort (im Vordergrund das Einsatzfahrzeug) und der Unterstützungsgruppe im vergangenen Jahr aus. Bild: BRK-Bereitschaft (hfz)
Lokales
Neunburg vorm Wald
08.01.2015
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"Eigentlich sind wir ganz normale Bürger", sagt Maximilian Lang. Doch ihn und neun weitere Mitstreiter treibt eine besondere Leidenschaft an: 365 Tage im Jahr wollen sie anderen rund um die Uhr helfen. Im Vorjahr eilten die "Retter von nebenan" bei 224 Einsätzen zu Hilfe.

Lang, Leiter der Rotkreuz-Bereitschaft, ließ das Einsatzjahr der ehrenamtlichen Notfallgruppen "Helfer vor Ort" (HvO) und "Unterstützungsgruppe-Rettungsdienst" (UG) Revue passieren. Insgesamt 224 Mal rückten die Notfallhelfer aus, allein 153 Mal der HvO. Die Einsatzkräfte der UG kamen mit dem bereitschaftseigenen Rettungswagen zusätzlich bei 71 Notfällen zu Hilfe. Bei weiteren 15 Einsätzen war dieses Fahrzeug als Ersatz im Rettungsdienst eingesetzt, wenn der reguläre Sanka defekt war.

Für optimale Erstversorgung

Beide Fahrzeuge legten im abgelaufenen Jahr 5834 Kilometer bei Notfallfahrten zurück. Beim HvO fielen über 8000 Bereitschaftsstunden an, dazu wurden 361 reine Einsatzstunden für beide Dienste absolviert, 152 Helfereinsätze waren allein für die Unterstützungsgruppe erforderlich, da hier immer mindestens zwei Mann ausrücken müssen. Ist der reguläre Rettungswagen bereits bei einem anderen Einsatz gebunden, stellen die Helfer vor Ort eine schnelle und fachlich optimale Erstversorgung sicher. Zudem rückt meist parallel die Unterstützungsgruppe aus, wenn beispielsweise ein Kindernotfall das schnellstmögliche Einsatzmittel erforderlich macht.

Durchschnittlich fünf Minuten nach der Alarmierung rückte die UG im Vorjahr zu den meisten Einsätzen aus. Während diese Helfer erst von zu Hause das Rotkreuz-Haus erreichen müssen, um den vereinseigenen Rettungswagen zu besetzen, rückt der HvO direkt von daheim mit einem Fahrzeug aus. Neben Maximilian Lang engagieren sich in den Notfallgruppen auch Erich Habich, Patrick und Lothar Wolf, Stefan Dirnberger, Florian Binder, Manfred Butter, Stephan Habich, Eberhard Glöckl, Andreas Beer und Stefan Böckl.

Das Einsatzspektrum 2014 reichte vom Kindernotfall über den Verkehrsunfall bis hin zu Herzinfarkt oder Unterzucker. Besonders in Erinnerung geblieben ist den Helfern der 6. Mai, als sich im Katharinenthal ein tödlicher Motorradunfall ereignet hatte. Noch während der Versorgung des später an der Unfallstelle verstorbenen Zweiradlenkers, verunglückte nur wenige Meter weiter noch ein Motorradfahrer. "Zum Glück waren gerade die Kollegen des Malteser Hilfsdienstes aus Rötz eingetroffen und unterstützten uns hervorragend", erinnert sich Lang. Der Bereitschaftsleiter gibt zu bedenken, dass die emotionale und seelische Belastung für die Helfer oft unterschätzt werde. Er sei dankbar, dass bei Einsätzen mit Todesfolge das Kriseninterventionsteam der Johanniter bereit steht.

Engagement wird geschätzt

Zu den schönen Seiten des vergangenen Jahres ordnete Lang den großartigen positiven Zuspruch aus der Bevölkerung ein, den die Retter und Helfer persönlich oder auch über die sozialen Medien erfahren. Auch die örtliche Firmenwelt zeige mit finanzieller Unterstützung immer wieder ihre Wertschätzung für dieses Engagement. Stellvertretend nannte Lang das Unternehmen FEE, mit deren Hilfe eine mechanische Reanimationshilfe gekauft werden konnte.

"So einsatzreich das alte Jahr geendet hatte, so hat das neue Jahr für uns begonnen", berichtet der erfahrene Rettungsassistent Lang. Bereits am Neujahrsmorgen gegen 4 Uhr kam der erste Alarm, um 5 Uhr folgte schon der zweite Notfalleinsatz - bei spiegelglatten Straßen musste ausgerückt werden. Aber wie auch 2014, kehrten die Helfer auch in dieser Nacht wieder alle gut zurück: Im gesamten vergangenen Jahr waren keine Unfälle in den eigenen Reihen zu beklagen.
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