Weg von alten Trampelpfaden

Als Mitglied der Steuerungsgruppe stellte Peter Scheitinger den Stadträten den ersten Arbeitsbericht vor. Zwar sei die Fülle der Aufgaben nach seinen Worten "sehr heftig für eine ehrenamtliche Arbeitsgruppe", doch würden sämtliche Diskussionen in einem sehr konstruktiven und positiven Klima verlaufen. Bild: Mardanow
Lokales
Neunburg vorm Wald
27.11.2015
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"Wir sind schon ein ganzes Stück weiter gekommen", steht für Peter Scheitinger fest. In bisher fünf Sitzungen hat sich die Steuerungsgruppe mit vielen Aspekten zur Stadtentwicklung befasst. Um die nächste Stufe zünden zu können, steht ein hauptamtlicher Koordinator auf dem Wunschzettel.

Den Stadträten lag am Donnerstag der erste Arbeitsbericht der Steuerungsgruppe vor. "Ein Jahr intensiver Arbeit" liege hinter dem ehrenamtlichen Gremium, wie Bürgermeister Martin Birner betonte. Eine Vielzahl an Vorschlägen und Ideen seien erörtert, abgewogen und bearbeitet worden. Das Themenspektrum umfasste Einzelhandel, Tourismus und Förderprogramme, aber auch städtebauliche und altstadtrelevante Gesichtspunkte hätten eine Rolle gespielt.

Peter Scheitinger, Mitglied der Steuerungsgruppe, reflektierte danach die bisherigen Tätigkeiten. Aufgabe der neun durch den Stadtrat berufenen Mitglieder sei die Steuerung und Begleitung bei der Umsetzung des Städtebauförderprogramms "Aktive Zentren" sowie der gesamten Stadtentwicklung in allen Facetten. Erklärtes Ziel: die Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen Interessensgruppen zu fördern. In öffentlich-privater Partnerschaft sollen unter anderem innovative Ideen zur Standortstärkung entwickelt und die Rahmenbedingungen für Investitionen aus Privathand gestärkt werden.

Aktion für neue Sortimente

Breitgefächert zeigte sich die Themenpalette der bisherigen Sitzungen. Neben organisatorischen Fragen standen künftige Entwicklungen im Tourismus oder bei Sport und Freizeit im Fokus. Weiter verfolgt wird die Etablierung eines Existenzgründerprogramms, für die Intensivierung des Stadtmarketings soll der Verein "Die Selbständigen" mit ins Boot geholt werden. Um das Sortiment der Einkaufsstadt zu erweitern, soll zu Jahresbeginn 2016 eine große Aktion "Neunburg sucht..." stattfinden, mit der neue Firmen gewonnen werden sollen. Mit Vertrauensleuten aus den Reihen des Stadtrats soll der Kontakt zu Immobilienbesitzern gepflegt und intensiviert werden.

Eine klare Position vertritt die Steuerungsgruppe beim Standort- und Sortimentkonzept für den künftigen Einzelhandel. Die Mitglieder seien einverstanden mit dem zentralen Versorgungsbereich und den Ergänzungsstandorten, ebenso damit, dass Ansiedlungen vorrangig zentral versucht werden sollen. Sortimente der Nahversorgung seien vorwiegend an den Ergänzungsstandorten zu verwirklichen, sollten aber auch für Schuhe und Textil geöffnet werden, ohne allerdings die Struktur in der Innenstadt aus dem Auge zu verlieren. An Ergänzungsstandorten sollen Dienstleistungen nicht ausgeschlossen sein. Hier hakte CSU-Stadtrat Christoph von Wenz ein: Diese Aussage widerspreche der bisher im Stadtparlament vertretenen Meinung. Scheitinger entgegnete, dass die Steuerungsgruppe die von ihr vorgeschlagene Richtung für die bessere halte. Es sei bewusst versucht worden, alte Trampelpfade zu verlassen, um etwas Neues anzustoßen.

Weiter mit Netzwerk

Für die nächsten Schritte müsse rund um die Steuerungsgruppe ein Netzwerk aufgebaut werden. In die Maschen eingebunden sein sollen Stadtrat, Verwaltung, Vereine, Tourismusvertreter, IHK, Handwerkskammer und weitere. Ein Muss sei ein hauptamtlicher Koordinator, der als Wirtschaftsförderer fungieren, den Vorsitz im künftigen Stadtmarketingverein übernehmen und als Leiter der Steuerungsgruppe fungieren soll. "Wenn hier nichts passiert, können wir noch so viele Ideen haben - es wird sich nichts tun."
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