Wie Phoenix aus der Asche

Franz Spichtinger referierte beim Kunstherbst im Pfarrheim St. Georg über "1945 - Aufbruch ins neue Deutschland". Er berichtete von den Folgen des Zweiten Weltkriegs, der Spaltung Deutschlands und der Wiedervereinigung im Jahr 1990. Bild: weu
Lokales
Neunburg vorm Wald
01.11.2015
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70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs machte Franz Spichtinger den Auftakt für die Themenwoche mit der Bilddokumentation "1945: Aufbruch ins neue Deutschland". Er spannte einen Bogen von der Heimatvertreibung über die Hungerjahre der Nachkriegszeit bis zur Währungsreform und dem "deutschen Wirtschaftswunder".

Im Pfarrsaal St. Georg begrüßte Beate Seifert die Gäste im Namen des Kunstvereins Unverdorben und besonders Franz Spichtinger. Zunächst warf der Referent einen Blick auf das 20. Jahrhundert und die Deutsche Geschichte, beginnend ab der Hitlerzeit über die Spaltung Deutschlands bis zur Wiedervereinigung 1990.

Kalter Krieg

Die Europäische Geschichte war bestimmt durch zwei Weltkriege und den daraus erwachsenden Friedens - und Einigungsbestrebungen ab den 50er Jahren. Der Kalte Krieg ab 1945, die Auflösung der Sowjetunion und die Globalisierung waren Faktoren, die die Weltgeschichte entscheidend beeinflussten. Die schreckliche Bilanz des Zweiten Weltkrieges, der am 7. Mai 1945 mit einer Kapitulation endete, führte Spichtinger in seiner Bilddokumentation anschaulich vor Augen: Millionen tote Soldaten, Millionen toter Zivilisten, Hunger, Tod, Krankheit und Not. Vierzehn Millionen Vertriebene aus den deutschen Ostgebieten waren auf der Flucht. Der Winter 45/46 fiel sehr hart aus. Bilder von zerbombten Städten dokumentierten das Elend der Bevölkerung. "Man kann nur hoffen und beten, dass so etwas nicht noch einmal passiert!", lautete sein Postulat.

Trümmerfrauen packen an

Es kam zu einem Neuaufbruch, den der Referent mit dem Sinnbild der "Phoenix aus der Asche" verglich. Durch die Hilfe der Amerikaner ging der Aufbau zügig voran. Die Demontage alter Industrieanlagen hatte für Deutschland die positive Auswirkung, dass alles neu angeschafft wurde. Die Produktion des VW-Käfers stand sinnbildlich für den Wiederaufstieg. Trümmerfrauen klopften Steine ab und so konnten Gebäude wieder aufgebaut werden. "Was die Leute damals geleistet haben, ist mehr als beachtenswert", hob Spichtinger hervor, dessen Eltern die beiden Weltkriege erlebt haben und der aus seiner Heimatgemeinde Plöß vertrieben wurde.

Schwierig sei die Entnazifizierung gewesen. In den Nürnberger Prozessen habe man die "größten Gauner" verurteilt. 200 000 Flugzeuge innerhalb eines Jahres, die sogenannten "Rosinenbomber", haben dazu beigetragen, dass Frauen und Kinder in Westberlin überleben konnten. Die Ära Konrad Adenauers, der wohl maßgeblichsten Persönlichkeit des Nachkriegsdeutschlands, begann und mit ihr der Aufstieg der Bundesrepublik Deutschland.

Lesetheater am Dienstag

Die Aussage des damaligen amerikanischen Außenministers George C. Marshall hat sicher auch heute Bedeutung: "Whatever the weather - we must move together" ("Egal wie das Wetter ist, wir müssen zusammenhalten").

Die Themenwoche findet mit dem Lesetheater "Draußen vor der Tür" am Dienstag, um 19.30 Uhr, im Hussitenkeller und mit dem "Kulturellen Kaleidoskop" am Freitag, um 20 Uhr, im Gasthaus Sporrer ihre Fortsetzung. Der Eintritt ist frei.
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