Wind dreht auf Energiewende

Im Schatten des Windrad-Turms (im Hintergrund) nahmen (von links) stellvertretender Landrat Joachim Hanisch, Sparkassen-Vorstandsmitglied Peter Scheitinger, Bürgermeister Martin Birner, MdL Franz Schindler, Voltgrün-Vertreter Stefan Trummer und Bürgerwind-Geschäftsführer Erich Wust den Spatenstich vor. Auch zwei ausgeloste Gesellschafter durften die Schaufel schwingen. Bild: Mardanow
Lokales
Neunburg vorm Wald
26.05.2015
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Bald soll der "Böhmische" Ertrag bringen: Am Freitag erfolgte der offizielle Spatenstich für die Bürgerwind-Anlage bei Penting. Läuft weiter alles nach Plan, drehen sich bereits im Herbst die Rotorblätter.

Das Panorama rund um Penting hat sich verändert: Aus dem Grün des Oberpfälzer Waldes ragt der Betonturm für die Windkraftanlage bereits 80 Meter in den Himmel. "Der Begriff Spatenstich ist etwas untertrieben", räumte Erich Wust, Geschäftsführer der Bürgerwindenergie Neunburg GmbH, angesichts des Baufortschritts ein. Beim offiziellen Akt an der Baustelle galt sein besonderer Gruß vor allem den Gesellschaftern - "ohne euer finanzielles Engagement wäre dieses Projekt nicht möglich gewesen".

Aufgeschlossener Stadtrat

Wust erinnerte sich an den Oktober 2013: Damals erläuterte er das Vorhaben im Stadtrat - "und wir haben gemerkt, dass das Gremium für das Projekt ist, wenn es als echtes Bürgermodell konzipiert wird". In der Folgezeit wurden die Pläne für die Anlage gemeinsam mit der Regensburger Voltgrün GmbH als Generalunternehmer vorangetrieben. Bei einer Info-Versammlung im Gasthaus Irlbacher im Dezember 2014 wurde der Plan für eine Bürgerwindanlage der Bevölkerung vorgestellt. 89 Gesellschafter, die fast ausschließlich aus der Region kommen, leisteten in der Folgezeit insgesamt 1,4 Millionen Euro Einlagen. Mit weiteren 3,3 Millionen Euro ist die Sparkasse im Landkreis Schwandorf mit im Boot, damit die Gesamtinvestitionssumme von 4,7 Millionen Euro gedeckt werden kann. Erich Wust war davon überzeugt, dass mit der Windanlage Penting ein wesentlicher Beitrag zur Erzeugung von sauberer Energie vor Ort geleistet werde.

Auf die "erste Bürgerwindenergieanlage im Landkreis Schwandorf" war Bürgermeister Martin Birner stolz, als er die "Einmaligkeit des Projektes für die Stadt" herausstellte. Allein schon das Windrad auf den Weg zu bringen sei "eine spannende und aufregende Zeit" gewesen. Das Pentinger Windrad sei ein bedeutender Baustein zum Klimaschutz und ein "Vorzeigeprojekt in der Bürgerbeteiligung". Froh darüber, dass "die Nutzung der Windenergie im Landkreis angekommen ist", war stellvertretender Landrat Joachim Hanisch. Er würdigte die Einbindung der Bürger vor Ort, nur so könne die Energiewende klappen. Über "eine Premiere" freute sich MdL Franz Schindler (SPD): In 25 Jahren im Landtag sei er erstmals zum Spatenstich für eine Windenergieanlage eingeladen. Er hoffe, dass der Verwaltungsgerichtshof die 10-H-Regelung demnächst kippt, um die Windenergie weiter ausbauen zu können.

Über einen "guten Tag für die regionale Energiewende" freute sich Peter Scheitinger, stellvertretendes Mitglied des Sparkassenvorstands. Man sei stolz, dieses Projekt begleiten zu dürfen. Das Betriebsmodell entspreche genau der Sparkassen-Philosophie "Aus der Region - für die Region", zusätzlich habe die Kompetenz der handelnden Firmen überzeugt. Für die Zukunft hoffte er, dass der "Böhmische" kräftig weht.

Von Windkraft begeistert

"Zwischen Euphorie und dem 10-H-Schock", so beschrieb Voltgrün-Geschäftsführer Stefan Trummer die Gefühlslage in der Planungsphase der Anlage. Doch rund um Neunburg und Penting sei die Begeisterung für Windenergie nicht abgeflaut. Er ließ den Bauverlauf Revue passieren und kündigte für August den Aufbau des restlichen Turms an. Nach der Montage der Rotor-Flügel soll die Anlage schon Ende September in Betrieb gehen: "Dann können wir den guten Winter-Wind noch mitnehmen."
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