Bei Bauarbeiten für die Raiffeisenbank-Filiale sind Kellerräume entdeckt worden
Alte Gewölbe im Untergrund

Die unter dem Baugrundstück in der Hauptstraße lokalisierten Kellerräume könnten im Kern aus dem Spätmittelalter stammen. Die Gewölbe sind offensichtlich bis in die Neuzeit hinein genutzt worden und zu einem großen Teil mit Ziegeln ausgemauert. Bild: Architekturbüro Steidl (hfz)
Politik
Neunburg vorm Wald
21.12.2015
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Bei Grabungsarbeiten für den Neubau der Raiffeisenbank in der Hauptstraße ist eine alte Kelleranlage lokalisiert worden. Die Gewölbe erstrecken sich bis in die Ortsstraße Im Bleihof hinein. Der Spatenstich für die geplante Filiale wird erst im nächsten Frühjahr stattfinden.

Schon bei der Bürgerversammlung Ende November (wir berichteten) hatte Bürgermeister Martin Birner informiert, dass bei Grabungen im Bereich der Stadtmauer ein Hohlraum entdeckt worden war. In der zweiten Dezemberwoche fand rund um das Baugrundstück (Hauptstraße 77) eine großangelegte Untersuchung statt - "da waren sämtliche relevanten Behörden eingebunden", erläuterte der Bürgermeister am Donnerstag den Stadträten. Das Areal sei vermessen und dokumentiert worden.

Mit Ziegeln repariert


Begleitet wurden die Arbeiten durch das Landesamt für Denkmalpflege und den Bamberger Archäologen Jochen Scherbaum. Es sei denkbar, dass die Keller aus dem Spätmittelalter stammten, erläuterte Scherbaum gegenüber dem NT. Die Gewölbe seien bis in die jüngste Vergangenheit genutzt worden. Einige Stellen an denen das Gewölbe eingebrochen war, seien bereits in Ziegeltonnen-Bauweise repariert. Komplett neu ausgemauert ist beispielsweise der Hauptgang des Kellers.

Der Granit-/Gewölbekeller müsse nicht erhalten werden, fasste Bürgermeister Birner im Stadtrat das Ergebnis der Untersuchung zusammen. Die Raiffeisenbank Schwandorf-Nittenau habe mittlerweile eine Umplanung der Bohrpfahlgründung ins Auge gefasst: Vorher wäre ein Bohrpfahl direkt im Gewölbe gesetzt worden, nun sollen sie links und rechts davon eingebaut werden. Bei der Errichtung der neuen Raiffeisen-Filiale werden die Keller überbaut. Nach Aussage von Architekt Michael Steidl sei unter dem Gebäude der Einbau eines sogenannten Stahlbetonrosts vorgesehen. Darauf werde die Bodenplatte und danach das neue Anwesen gesetzt.

Wie der Bürgermeister weiterhin mitteilte, werde die Raiffeisenbank das Projekt nach der Umplanung ausschreiben. Er bezog sich auf ein Gespräch mit Direktor Manfred Mehrl, wonach der Baubeginn bzw. der Spatenstich im Frühjahr 2016 stattfinden soll. Martin Birner freute sich, dass das Geldinstitut weiterhin an seinen Plänen zur Ansiedlung in der Altstadt festhalte - "für unsere Stadtentwicklung ist das ein wichtiger Ankerpunkt". Man sei der Raiffeisenbank Schwandorf-Nittenau für dieses außergewöhnliche Engagement sehr dankbar.

Sanieren in der Altstadt


Auch von einem weiteren Projekt sollen Impulse auf die Altstadt ausgehen: Marianne Deml plant den Umbau und die Sanierung des Anwesens Im Berg 1 ("Kern-Haus"). Im Erd- und Obergeschoss werden die neuzeitlichen Wände entfernt, die enge Treppe bis ins Dachgeschoss wird ersetzt. Die Südseite des Hauses mit seiner Fassade wird weitgehend konservatorisch behandelt. Auf der Nordseite sollen in jeder Wohnung private Außenräume entstehen, auch für ausreichende Belichtung soll gesorgt sein. Zusätzlich soll die Dachkonstruktion gestützt werden. Die Stadträte genehmigen den Bauantrag einstimmig.

Weitere BauanträgeVier weitere Baugesuche hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig genehmigt: Das Bauunternehmen Steininger kann auf dem Grundstück mit der Flurnummer 511 (Gemarkung Neunburg) in der Austraße den Neubau eines Mehrfamilienwohnhauses mit Stellplätzen in Angriff nehmen. Kathrin Deml und Michael Fredrich dürfen in Haslarn (Flurnummer 777, Gemarkung Alletsried) ein Einfamilienwohnhaus mit Doppelgarage errichten. Die Erweiterung eines Milchviehlaufstalles auf dem Grundstück mit der Flurnummer 1423 (Gemarkung Fuhrn) darf Johann Scheuerer vornehmen. Grünes Licht gab es auch für die Scherr Fuhrn GbR für die Erweiterung eines Rinderstalls auf den Grundstücken mit den Flurnummern 142 und 143 (jeweils Gemarkung Fuhrn). (mp)
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