Dorfweiher in Meißenberg soll abgedichtet werden
Mit Lehm das Wasser halten

Über und über mit Schilf bewachsen ist der Dorfweiher in Meißenberg. Über den Zustand des Gewässers, das auch als Löschwasserteich dient, informierte sich der Bauausschuss bei einem Ortstermin. Bilder: Mardanow (2)
Politik
Neunburg vorm Wald
18.07.2016
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Der Ausbau der Ortsstraße vor zwei Jahren hat dem Dorfweiher in Meißenberg zugesetzt - seither verliert er Wasser. Doch ein Trockenlegen und Auffüllen kommt für die Bewohner nicht in Frage. Der Bauausschuss hat sich jetzt dafür ausgesprochen, den Weiher zu "stopfen", doch noch sind einige Fragen zu klären.

Neunburg-Meißenberg. Bereits im vergangenen September hatte sich das Gremium mit der Problematik befasst. Dabei war festgestellt worden, dass der Wasserstand des Weihers genau der Höhe der Straßensickerleitung entspricht. Eine Entscheidung über die weitere Nutzung des Dorfweihers wurde damals vertagt: Nach dem niederschlagsarmen Sommer sollte abgewartet werden, ob sich die Lage nach längeren Regenperioden nicht wieder von selbst bessert - und der Teich wieder den üblichen Wasserstand erreicht. Doch vergebens gewartet: Nach zehn Monaten musste der Bauausschuss am Donnerstag bei einem Ortstermin in Meißenberg feststellen, dass der Weiher nach wie vor Wasser verliert. Laut Stadtverwaltung steigt der Pegel nach ergiebigen Regenfällen zwar deutlich an, fällt aber innerhalb weniger Tage wieder erheblich ab.

Keine Garantie auf Dichte


In der anschließenden Sitzung im Rathaussaal lagen zwei mögliche Handlungsvarianten auf dem Tisch: Für eine Lehmabdichtung an der Böschung entlang der Straße rechnete die Verwaltung mit Kosten zwischen 25 000 und 30 000 Euro. Weitere 15 000 Euro würden für die Beseitigung des dichten Schilfbewuchses und das Ausbaggern des Weihers anfallen. Aber: "Eine wirkliche Dichtheit des Weihers kann bei dieser Maßnahme nicht garantiert werden", merkte die Verwaltung an. Als zweite Alternative wurde ein Auffüllen des Weihers ins Spiel gebracht, als Ersatz solle ein Wasserlauf angelegt werden.

Bürgermeister Martin Birner erinnerte die Stadträte daran, dass sich die Dorfbewohner bereits eindeutig für den Erhalt des Teichs ausgesprochen haben, der zusätzlich auch der Löschwasser-Rückhaltung dient. CSU-Stadtrat Anton Scherr sprach sich für einen Rückbau auf einen kleineren Weiher aus und plädierte für eine Gestaltung des umliegenden Areals. Ein Vorschlag, mit dem sich auch Martin Scharf (Freie Wähler) anfreunden konnte.

Zweite Bürgermeisterin Margit Reichl plädierte für das Abdichten - "ich denke, dass das gutgehen wird". Sie berichtete außerdem, dass es mehrere Bewerber und Interessenten gebe, die sich in Zukunft um den Weiher kümmern wollten. Zuvor hatte Anton Scherr die Frage nach der Bereitschaft für eine "nachhaltige Bewirtschaftung" des Gewässers gestellt.

Weitere Gespräche


Mit 10:1-Stimmen (Gegenstimme von Anton Scherr) plädierte das Gremium schließlich dafür, den Weiher abzudichten und das Schilf zu entfernen. Vorher soll geprüft werden, ob es möglich sei - auch wegen der Funktion für den Feuerschutz - das Gewässer zu verkleinern und den Platz gestalterisch aufzuwerten. Dazu sollen Abstimmungsgespräche mit dem Wasserwirtschaftsamt und der Dorfgemeinschaft stattfinden
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