Engpass bei Kinderbetreuung soll behoben werden
Bei Krippenplätzen nachrüsten

Brotzeit in der Kinderkrippe im Theresia-Gerhardinger-Haus. Um das Angebot an Betreuungsplätzen aufzustocken und die gestiegene Nachfrage zu erfüllen, werden zur Zeit die Weichen gestellt. Bild: Mardanow
Politik
Neunburg vorm Wald
10.10.2016
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Die Krippenplätze in Neunburg sind ausgebucht, derzeit stehen bereits zehn Kinder auf einer Warteliste. Die Stadt will diesen Engpass schnellstmöglich beheben und kann dabei auf die Unterstützung des Schulschwestern-Ordens setzen.

Bürgermeister Martin Birner hatte die Stadträte in der jüngsten Sitzung über den Engpass bei der Kinderbetreuung informiert. Die Nachfrage nach Krippenplätzen durch Familien aus Neunburg aber auch Asylbewerber-Familien sei derart gestiegen, dass derzeit nicht alle Buben und Mädchen in den örtlichen Einrichtungen Sankt Josef und im Theresia-Gerhardinger-Haus untergebracht werden können. Aktuell werden in beiden Stellen 36 Kinder betreut.

Geburtenzahl steigt


Birner wies auf den gesetzlichen Anspruch auf einen Krippenplatz für Kinder ab einem Jahr hin. Und der Bedarf werde wohl auch in Zukunft nicht zurückgehen, glaubt der Bürgermeister und verwies auf die rege Nachfrage nach Bauplätzen durch junge Familien und den erkennbaren Anstieg der Geburtenzahlen. Ausdrücklich begrüßte er die grundsätzliche Bereitschaft des Provinzialats der Armen Schulschwestern, die Krippenplätze im Gerhardinger-Haus nachzurüsten.

Dass die Stadt um eine Erhöhung der Krippenplätze nicht herumkommen wird, sahen alle Ratsfraktionen ein. "Es freut uns, dass die gute Zusammenarbeit mit dem Gerhardinger-Haus fortgesetzt werden kann", merkte CSU-Sprecher Klaus Zeiser an. Einen Grund zur Freude sah SPD-Stadträtin Margot Weber in dem Anstieg der Kinderzahlen. Und Martin Scharf (Freie Wähler) fand es "gut, dass wir so eine Einrichtung vor Ort haben, die diese Aufgabe übernimmt".

Für den Orden nahmen die Schwestern Gabriele Lober, zuständige Provinzökonomin, und Christine Gindhart, Leiterin des Theresia-Gerhardinger-Hauses, an der Sitzung teil. Laut ihren Worten werden in Neunburg in Krippe, Kindergarten und Schülerhort derzeit knapp 200 Kinder und Jugendliche betreut. Dafür stehen dem Orden 29 pädagogische Mitarbeiter zur Verfügung.

Für die Erweiterung der Krippenplätze seien vor Ort Umstrukturierungen vorgesehenen, einzelne Gruppen würden innerhalb des Gerhardinger-Hauses umziehen. In Teilen müsse die Ausstattung angepasst, Toiletten müssten "größengerecht" umgebaut und die Fenster auf die nötigen Sicherheitsstandards nachgerüstet werden. Auch die zuständigen Behörden werden eingeschaltet, unter anderem wegen der nötigen Brandschutz-Prüfung. Die Ordensfrauen rechneten damit, dass im September 2017 der erweiterte Krippen-Betrieb starten könne.

Zuschuss benötigt


Schwester Gabriele wies auf die hohen Investitionen des Ordens in Neunburg in Höhe von 3,1 Millionen Euro in den letzten Jahren hin. Sie bat um Verständnis, dass in Zukunft "finanziell enger" geplant werden müsse und daher ein Zuschuss für die Erweiterung nötig sei. Wie tief die Stadt dafür in die Kasse greifen wird, werden die Räte beschließen, sobald die Kosten und die öffentlichen Fördermöglichkeiten bekannt sind.
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