Flächennutzungsplan schiebt Einfamilienhäusern den Riegel vor
Splittersiedlung ist tabu

Politik
Neunburg vorm Wald
02.08.2016
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Für vier Einfamilienhäuser mit Garagen hat Rita Lang aus Wilbersdorf einen Bauvoranfrage an die Stadt gestellt. Doch die Chancen dafür stehen schlecht. Das Wohnbauvorhaben lasse eine "Verfestigung oder Erweiterung einer Splittersiedlung befürchten", hieß es im Stadtrat.

Die Bauparzellen im Neunburger Ortsteil Wilbersdorf, auf denen vier Häuser in dreigeschossiger Bauweise mit Satteldach anvisiert waren, schließen zwar an bebaute Grundstücke an, liegen aber selbst schon außerhalb der letzten Bebauung. Und das Areal befindet sich im Außenbereich, für den der Flächennutzungsplan eine landwirtschaftliche oder gewerbliche Nutzung vorsieht. Im Landratsamt habe man bei einer Vorbesprechung keine Möglichkeit zur Realisierung des Bauvorhabens gesehen, berichtete Bürgermeister Martin Birner.

Während SPD-Stadträtin Margot Weber einen Zusammenhang sah zwischen den Plänen der Grundstückseigentümerin und deren Klage gegen das von der Stadt gebilligte, benachbarte Pfalzgrafencenter, verwies FW-Stadtrat Martin Scharf auf die "durchaus legitime Anfrage". "Ist hier nicht eine Abrundungssatzung möglich?", wollte CSU-Stadtrat Dr. Christoph von Wenz angesichts von Einfamilienhäusern und einer Produktionshalle in der unmittelbaren Nachbarschaft wissen. Das bezweifelte Verwaltungschef Peter Hartl. Immerhin lägen die geplanten Einfamilienhäuser direkt neben der Baywa, Ausnahmen gebe es nur für die Landwirtschaft, die als privilegiert gilt. Daran würden auch Bezugsfälle nichts ändern.

"Das ist wie im Fußball, wenn der Schiedrichter Elfmeter pfeift", verdeutlichte Hartl die Rechtslage. "Selbst wenn wir das wollten, die Bauaufsicht würde es nicht genehmigen." Die Ablehnung der Bauvoranfrage fiel mit Stimmen-Mehrheit von 18:1 deutlich aus.
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