Freie Wähler stellen Umfrageergebnis zum Thema "ärztliche Versorgung" vor
Notarzt mit hohem Stellenwert

Politik
Neunburg vorm Wald
31.01.2016
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Die ärztliche Versorgung der Neunburger wird sich in Zukunft verschlechtern. Das glauben Dreiviertel der Teilnehmer an einer Umfrage der Freien Wähler. Mit einem Antrag im Stadtrat möchte die Fraktion die Weichen für die künftige Daseinsvorsorge stellen.

Nicht nur Ballungsgebiete und große Städte haben ein Anrecht auf gute ärztliche Versorgung, auch in der ländlichen Region kommt ihr eine hohe Bedeutung zu. Die Freie Wähler Gruppe Neunburg hat sich dieses Themas angenommen und ihre Fraktion wird in den nächsten Wochen einen Antrag in den Stadtrat einbringen. Ziel ist es, Schritte und Maßnahmen für die weitere Sicherung der medizinischen Daseinsvorsorge vor Ort einzuleiten.

Bei einem Pressegespräch am Freitag im Gasthaus "Zum Mappl" versicherte der Landtagsabgeordnete Dr. Karl Vetter, gesundheitspolitischer Sprecher der FW-Landtagsfraktion, dass - zusammen mit der CSU - bereits viele Anträge zu diesem Thema gestellt worden seien. Die Kernforderung der Freien Wähler ziele darauf ab, mehr Haus- und Fachärzte und auch Krankenhäuser aufs Land zu bringen.

Hohe Beteiligung


Das war ganz im Sinne von Stadtrat Martin Scharf. Der Fraktionssprecher der Neunburger FWG gab das Ergebnis der im vergangenen Herbst initiierten Bürgerbefragung zum Thema "Ärzteversorgung in der Pfalzgrafenstadt" bekannt. Das Resultat sei durch eine erfreulich hohe Beteiligung und interessante Gesprächen an mehreren Infoständen der Freien Wähler zusammengekommen.

Eine überwiegende Anzahl der Teilnehmer (57 Prozent) bewertet die Anzahl der Allgemeinärzte in Neunburg als derzeit noch ausreichend. Eine große Mehrzahl (76 Prozent) jedoch erwartet, dass sich die ärztliche Versorgung in Zukunft hier verschlechtern wird. 93 Prozent der Befragten vermerkten auf ihren Fragebögen, dass ihnen eine schnelle notärztliche Versorgung sehr wichtig ist. Aus den Antworten ergab sich auch, dass nicht nur den Ärzten, sondern auch der Politik die Verantwortung für eine ausreichende Gesundheitsversorgung zugewiesen wird.

In Fortführung des Wahlthemas "Suche nach Ärzten für Neunburg", seien im abgelaufenen Jahr Gespräche mit dem Landtagsabgeordneten Vetter geführt und auf die aktuelle Situation hingewiesen worden, sagte Martin Scharf. Damit sich künftig wieder mehr junge Ärzte auf dem Land niederlassen, könnten beispielsweise die Studienplätze um 10 Prozent erhöht werden, die für spätere Landärzte geschaffen werden. "Der Numerus clausus muss weg", war MdL Dr. Karl Vetter überzeugt und versicherte, dass seine Partei das schon lange gefordert habe. Es gebe beispielsweise Landkreise, die Stipendien vergeben oder den Studenten 300 bis 500 Euro während des Studiums bezahlen um sie zum Verbleiben zu gewinnen.

Für ausreichend Ärzte


Der Abgeordnete lobte die Initiative der Neunburger Stadtratsfraktion, sich des erkannten Problems anzunehmen und daran zu arbeiten. "Der Erfolg kommt zeitverzögert", war seine Meinung, doch mittlerweile sehe er - nach drei Jahren intensiver Beschäftigung mit diesem Thema - "Licht am Ende des Tunnels". Damit sich auch in Neunburg die Lage in Zukunft nicht verschlechtert, will Martin Scharf mit seinen Fraktionskollegen weiter darauf setzen, dass Bürger, Stadtrat, Stadtverwaltung und Bürgermeister zusammenarbeiten, damit ausreichend Ärzte und ein Notarzt vor Ort praktizieren.
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