Im Stadtpark werden Rampen, Halfpipe und Co. auf Vordermann gebracht
Bahn frei für neue Skateranlage

Abgenutzt, beschädigt und nicht mehr sicher. Der Zustand der Skateranlage auf der Multifunktionsfläche im Stadtpark lässt zu wünschen übrig. Nun hat der Bauausschuss einstimmig die Weichen für eine Erneuerung der verschiedenen Hürden und Rampen gestellt. Bild: Mardanow
Politik
Neunburg vorm Wald
15.07.2016
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"Spine Ramp", "China Wall" und "Kink Rail"? Noch nie gehört. Etwas ratlos schauten manche Stadträte, als diese Begriffe auf sie einprasselten. Trotzdem hoben im Bauausschuss alle die Hände, um damit eine beliebte Jugend-Attraktion im Stadtpark zu erneuern.

Vor 17 Jahren errichtet, ist die Skateranlage im Stadtpark abgenutzt, beschädigt, und "eine Renovierung lohnt sich nicht mehr", stellte die Verwaltung in der Sitzungsvorlage fest. Eine der Rampen und Geräte, eine "Ollie-Box", musste schon vor Jahren abgebaut werden, und auch auf den übrigen Anlageteilen sei "die Sicherheit für die Nutzer nicht mehr gegeben".

Wünsche erfasst


Weil die Skateranlage auch weiterhin den Stadtpark beleben soll, wurden für die Planung zur Erneuerung die Nutzer mit ins Boot geholt. Bei mehreren Treffen mit Jugendlichen, den städtischen Jugendbeauftragten und dem Arbeitskreis Spielplatz entstanden ein "Wunschzettel" und eine Konzeptskizze für die künftige Ausstattung dieser Fläche. Unterschiedlichste Elemente für die Nutzung durch Skater und BMX-Fahrer waren darin aufgeführt.

Doch mit den durchweg englischen Bezeichnungen der Bestandteile kamen die Mitglieder des Bauausschusses am Donnerstag nicht so recht klar. Als sie mit Namen wie "Mini Pipe", "Stair Box" und "Start Ramp" konfrontiert wurden, gab's am Ratstisch verständnislose Blicke. "Es ist schon einige Jahre her, dass ich auf einem Skateboard gestanden bin", brachte es Walter Drexler (FWG) augenzwinkernd zum Ausdruck. Und mit der Konzeptskizze, die lediglich die Standorte der neuen Elemente markierte, könne er nichts anfangen. Dies ging auch anderen Gremiumsmitgliedern so.

Um den Stadträten einen Eindruck zu verschaffen, loggte sich Bauamtsleiter Georg Keil ins Internet ein und holte per Google-Suchanfrage einige Fotos von den insgesamt acht vorgeschlagenen Geräten auf den Bildschirm. Diese sollen deutlich widerstandsfähiger - laut Verwaltung "nahezu unzerstörbar" - und mit einer Rahmenkonstruktion aus feuerverzinktem Stahl, einem Unterbau mit Siebdruckplatten und einem Fahrbahnbelag aus HPL-Platten stabiler als ihre Vorgänger sein.

Auch eine Halfpipe soll angeschafft werden. Ebenso erweitert wird die Multifunktionsfläche als Standort der Skateranlage. Im Anschluss westlich davon werden weitere 200 bis 250 Quadratmeter asphaltiert, die Arbeiten könnten bereits im August beginnen. Damit wird auch eine Anregung der Schausteller für die "Neunburger Wies'n" umgesetzt. Ausdrücklich betont wurde, dass für den Platz weiterhin eine Mehrfachnutzung vorgesehen ist. Alle Skater-Elemente (ausgenommen die "Mini Pipe") sollen so konstruiert werden, dass sie bei Bedarf abgebaut werden können.

An Gesamtkosten rechnet die Verwaltung mit 75 000 Euro. Davon entfallen 55 000 Euro auf die Elemente (inklusive Transport und Aufbau) und 20 000 Euro auf die Platz-Erweiterung. Die Ausschreibung und Bauleitung wird in den Händen der Bauabteilung im Rathaus liegen. Die Jugendlichen haben bereits zugesagt, ehrenamtlich beim Aufbau der Anlagen mit anzupacken. Die Stadt muss das Projekt finanziell alleine schultern, eine Nachfrage nach Leader-Mitteln wurde negativ beantwortet.

Lob für Engagement


Einstimmig stellten die Stadträte schließlich die Weichen für das Projekt. Für zweite Bürgermeisterin Margit Reichl war es ohne Zweifel, dass der Stadt diese Investition für ihre jungen Leute wert sein müsse. CSU-Rätin Verena Binder würdigte, dass sich die Jugendlichen bereits in der Planungsphase fleißig mit eingebracht haben.
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