Kläranlage wird technisch verbessert
Nachhilfe für klare Verhältnisse

Die technische Einrichtung soll nachgebessert und der Energieverbrauch optimiert werden: Die Kläranlage der Stadt Neunburg unterhalb des Ortsteils Götzenhof wird für die Zukunft gerüstet. Bild: Mardanow
Politik
Neunburg vorm Wald
04.08.2016
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Seit fast 40 Jahren reinigt die Kläranlage bei Götzenhof das Neunburger Abwasser. Nun soll neue Technik die Einrichtung auf Höhe der Zeit bringen. Energietechnisch wird ebenfalls nachgebessert: Künftig soll eigener Strom aus Biogas erzeugt werden.

In der Sitzung des Werkausschusses lagen die Ergebnisse für eine "verfahrenstechnische Verbesserung" der Kläranlage auf dem Tisch. Sie war in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Amberg-Weiden erstellt worden, und Christina Schlögl, die zu dieser Thematik ihre Masterarbeit erstellte, hatte bei ihrer Analyse "enorme Einsparpotenziale" ausgemacht.

Zur Energieoptimierung brachte sie zunächst den Umbau des Belebungsbeckens ins Spiel. Statt der bisherigen Belüftungsbrücke sollten hier zwei Rührwerke installiert werden - "die haben deutlich weniger Verbrauch". Zusammen mit dem Einbau von zwölf Belüftungsmodulen rechnete sie mit Kosten von rund 62 600 Euro. Alleine diese Maßnahmen könnten jährlich 172 000 Kilowattstunden Strom einsparen, in knapp vier Jahren hätte sich die Investition amortisiert.

Mit eigenem Strom


Zusätzlich soll, so gab Bürgermeister Martin Birner zu verstehen, im Kläranlagen-Betrieb auf die Verringerung von Klärschlamm und die Verwendung von Eigenstrom gesetzt werden. Hier empfahl Schlögl, in Zukunft auf Faulung mit Vorklärung zu setzen. Zu Investitionskosten von rund 1,26 Millionen Euro werde die Kläranlage unter anderem mit einem Anaerob-Reaktor (Biogas-Reaktor) aufgerüstet. Mit der gewonnenen Energie lasse sich ein Blockheizkraftwerk betreiben, die Stromkosten ließen sich von bisher 63 000 Euro auf etwa 4000 Euro reduzieren. Die Betriebskosten gingen von 264 000 auf 201 000 Euro zurück.

Zusätzlich empfahl Ingenieur Erwin Schall, Büro Renner + Hartmann (Amberg), eine Ertüchtigung der technischen Anlagen. Erst jüngst war in der Kläranlage ein Schaden an der Belüftung des Belebungsbecken aufgetreten, da abgelagerter Sand die Belüftungskerzen stark in Mitleidenschaft zog. Unabhängig von der künftigen Energietechnik benötige die Einrichtung daher eine neue Siebanlage und eine Waschpresse für das Rechengut sowie eine moderne Sandwaschanlage. Die Kosten dafür bezifferte Schall auf 182 000 Euro. Bei einer Auftragsvergabe noch im August könnte der Einbau im kommenden Frühjahr erfolgen.

Schließlich beauftragte der Werkausschuss die Stadtwerke, für das Maßnahmengesamtpaket von rund 1,5 Millionen Euro eine mögliche EFRE-Förderung zu prüfen. Ansonsten soll zunächst die Ertüchtigung der Anlagen vorgenommen werden. Die weitere Umsetzung der energetischen Optimierung soll systematisch "in sinnvollen Schritten" erfolgen, eventuell in den Jahren 2018/19.

Wirtschaftsjahr nach Plan


"Bisher keine Überraschungen", so fasste Stadtwerkeleiter Wilhelm Meier den Verlauf des bisherigen Wirtschaftsjahres zusammen. Es seien keine Anzeichen erkennbar, die auf besondere Abweichungen hindeuten könnten. Erhöht worden sei für das laufende Jahr das Budget für Fremdleistungen von 175 000 auf 250 000 Euro, um für Eventualfälle gerüstet zu sein.

Mit einem Verlust von rund 155 000 Euro wurde das Wirtschaftsjahr 2015 abgeschlossen. Laut Auskunft des Werkleiters hätten weniger Umsätze bei den Gebühren für Abwasser- und Niederschlagswasser (rund 80 000 Euro) sowie doppelt so viele Fremdleistungen (plus 175 000 Euro) bei Unterhaltsmaßnahmen dazu beigetragen. Der Werkausschuss nahm beide Berichte zur Kenntnis.
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