Letztes Geleit für Altbürgermeister Wolfgang Bayerl
18 Jahre seiner Stadt Neunburg gedient

Den Sarg bedeckte die Fahne mit dem Neunburger Wappen: Hunderte von Trauergästen nahmen am Dienstagnachmittag Abschied von Altbürgermeister Wolfgang Bayerl. Bild: frd
Politik
Neunburg vorm Wald
30.12.2015
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Den Sarg bedeckte die Fahne mit dem Neunburger Wappen. Das war ein Zeichen größter Hochachtung vor der Lebensleistung des wenige Tage vor Weihnachten im Alter von 69 Jahren verstorbenen Altbürgermeisters Wolfgang Bayerl.

"Weihnachten kann mitunter auch grausam sein", sagte der Neunburger Stadtpfarrer Stefan Wagner und skizzierte damit die tiefe Trauer einer Familie, die in Wolfgang Bayerl über Jahrzehnte hinweg ihren Halt hatte. Ganz zum Schluss des Requiems in der bis auf den letzten Platz gefüllten Kirche erklang "Stille Nacht" - gleichsam zum Trost und zur Ermutigung dazu, dass jeder für sich den 18 Jahre an der Spitze von Neunburg stehenden Bürgermeister in guter Erinnerung behalten möge.

Verbundenheit gezeigt


Den Trauergottesdienst am Dienstag zelebrierte Pfarrer Stefan Wagner zusammen mit den Geistlichen Richard Salzl und Theo Schmucker. Gekommen waren viele Hundert Menschen, die sich Wolfgang Bayerl verbunden fühlten. Darunter Staatsministerin Emilia Müller, Landrat Thomas Ebeling, seine Amtsvorgänger Volker Liedtke und Hans Schuierer, Regierungspräsident a. D. Wolfgang Kunert, Abgeordnete sowie viele amtierende und ehemalige Bürgermeister aus dem Landkreis. Anwesend war zudem der Dirigent Hans Richter.

In dieser Woche hätte Wolfgang Bayerl zum dritten Mal dessen Neunburger Neujahrskonzert mit den Prager Smetana Symphonikern moderieren sollen. In seiner Predigt beschrieb Pfarrer Wagner den verstorbenen Altbürgermeister als einen stets gut gelaunten Mann, der Neunburg vorm Wald diente, sich um die Familie sorgte und "ein Freund des klaren Wortes war." Wolfgang Bayerl habe das Leben gekannt und geschätzt, sich Aufgaben gestellt und immer sein Bestes gegeben. Daran knüpfte der amtierende Neunburger Bürgermeister Martin Birner an. Die Stadt und ihre Bürger, so bekannte er, seien tief bestürzt. 18 Jahre lang habe Bayerl an der Spitze der Kommune gestanden und viele Bewährungsproben erfolgreich bewältigt. "Obwohl er", wie Birner wissen ließ, "nie Mehrheiten im Stadtrat hatte."

Bürgermeister Birner nannte Beispiele: Die Sanierung des Seniorenheims, die Erschließung von Wohngebieten, den Bau des Feuerwehrhauses, Dorferneuerungsmaßnahmen in den Stadtteilen, Brücken, Kanäle, Straßen. "Seine teamorientierte Arbeit hat sich bewährt", resümierte Birner. Gleichwohl erwähnte er auch Rückschläge wie den Abzug der Bundeswehr, die Schließung des Krankenhauses. An Lösungen, um diese Verluste zu kompensieren, habe Wolfgang Bayerl intensiv mitgearbeitet.

Von 1990 bis 2008 war Bayerl Mitglied des Kreistags. "Er hat dieses Amt mit Leidenschaft ausgeübt", befand Landrat Thomas Ebeling und fuhr fort: "Eine angesehene Persönlichkeit, die Zügel immer fest in der Hand haltend." Für die Vereine und Organisationen der Stadt sprach der Neunburger Feuerwehrvorsitzende Georg Schmid. "Ein außergewöhnlicher Mensch", ließ er in der Beschreibung Wolfgang Bayerls erkennen. Dann fügte er hinzu: "Er half, wenn Not am Mann war und er besaß viele Qualitäten." Zurück, so Schmid, blieben nun viele wertvolle Erinnerungen "an einen großartigen Mitbürger."

Unter den vielen Fahnen, die in die Kirche getragen wurden, stach eine besonders hervor: Die des Neunburger Festspielvereins. Für ihn ergriff Helmut Mardanow das Wort. "Wir verlieren einen Freund und Förderer", unterstrich er und erinnerte daran, dass Wolfgang Bayerl quasi von der ersten Stunde an das Stück "Vom Hussenkrieg" begleitete. Erst als Darsteller, später als treuer Wegbegleiter. Auch dann, als es darum ging, die Arbeit zwischen Städten, die mit dem Reformator Jan Hus etwas zu tun haben, durch Ideen zu beleben.

Mit Böllersalut


Die Dunkelheit senkte sich über Neunburg, als die Stadtkapelle den Trauerzug hinaus zum Friedhof anführte. Dort legte die Soldatenkameradschaft ein Gebinde nieder, hallten drei Böllerschüsse über den Gottesacker. Sie kündeten davon, dass Wolfgang Bayerl einst als Soldat in die Pfalzgrafenstadt gekommen war und sie auch nach seiner aktiven Dienstzeit bei der Bundeswehr nicht mehr verließ. Er blieb und wurde zu einem, den man nicht vergessen wird.
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