Neue Schulen in der Nähe der Landkreisgrenzen bereiten Sorge
Im "Kampf um Schüler" bestehen

Mit einer Besichtigung der Gregor-von-Scherr-Realschule verknüpfte der Kreisausschuss die Sitzung in Neunburg. In der Schulküche stellte Rektorin Diana Schmidberger (Siebte von rechts) das unbürokratische Miteinander mit dem Landkreis heraus. Nach dem Platzen eines Wasserschlauchs in den Sommerferien, war die Einrichtung wieder schnell auf Vordermann gebracht worden. Bild: Huber
Politik
Neunburg vorm Wald
02.03.2016
99
0

Für die Bildung greift der Landkreis weiter tief in die Tasche: Ausgaben von knapp 23 Millionen Euro sind heuer im Haushaltsplan vorgesehen. Sorgenfalten bereiten Schulentwicklungen jenseits der Landkreisgrenze.

Von "landkreisübergreifender Konkurrenz" sprach Kreiskämmerer Michael Neckermann, als der Ausschuss für Schulen, Sport und Kultur in der Gregor-von-Scherr-Realschule tagte. Im Vorbericht zum Schulhaushalt befürchtete er, dass die geplante Erweiterung des Gymnasiums in Lappersdorf (Kreis Regensburg) und die neue Realschule in Waldmünchen (Kreis Cham) künftig Schüler aus dem Großlandkreis anlocken könnten.

Negativ-Trend fortgesetzt


Dies rückt umso mehr in den Fokus, da die Schülerzahl im Landkreis weiterhin zurückgeht. Heuer besuchen 10 174 Kinder und Jugendliche die 21 kreiseigenen Schulen - ein Minus von 133 im Vergleich zum Vorjahr. Alle Schularten - Gymnasium, Realschulen, Berufsschulen - sind von den Rückgängen betroffen. Positive Ausreißer sind die Realschule und die Berufsschul-Außenstelle in Neunburg und die Berufsfachschule Oberviechtach mit einem Schüler-Plus. Den Aufwärtstrend an der Berufsschule in Schwandorf führte Neckermann auf den Zuwachs an Flüchtlingsklassen zurück.

Unterschiedlich entwickeln sich die Zweige an der beruflichen Oberschule: Während an der Fachoberschule mit 363 Schülern ein neuer Höchststand erreicht ist, verbucht die Berufsoberschule das fünfte Jahr in Folge ein Minus und liegt nun bei 146 Schülern. Den höchsten Gastschüleranteil verzeichnen die Gymnasien in Nittenau (45 Prozent) und Burglengenfeld (32 Prozent).

Armin Schärtl (SPD) sorgte sich wegen des Schülerschwunds. Neue Schulen nahe den Kreisgrenzen im Osten und Süden würden weiter an den Zahlen knabbern. Er sah den "Kampf um die Schüler" eingeläutet und bezweifelte, ob es dem Steuerzahler vermittelt werden könne, wenn trotz rückläufiger Kinderzahlen neue Schulen gegründet werden. Auch Diana Schmidberger, Rektorin der Scherr-Realschule kam zu Wort: Durch die neue Realschule in Waldmünchen werde mit einem Verlust von bis zu 40 Schülern, hauptsächlich aus den Bereichen Schönsee und Tiefenbach (Kreis Cham) gerechnet.

Josef Fischer (FW) verwies darauf, dass der Landkreis mit seinem Gastschülern nie große Geschäfte gemacht habe. Wenn die umliegenden Kreise diese nun selbst behalten wollten, werde ihnen das weitaus teurer als bisher kommen. Für die CSU-Fraktion hoffte stellvertretender Landrat Jakob Scharf, dass die Marke von 10 000 Schülern gehalten werden kann. Mit Blick auf die Gymnasiumserweiterung Lappersdorf baute er darauf, dass es gelingt, einen Kompromiss mit dem Regensburger Kreistag auszuhandeln.

Mittel sinnvoll angelegt


Den Einzelplan genehmigten die Fraktionen einstimmig. Das Zahlenwerk sieht Bildungsausgaben von 15,5 Millionen Euro im Verwaltungshaushalt und 7,4 Millionen Euro im Vermögenshaushalt vor. Der Investitionsschwerpunkt liegt in den Schulstandorten Schwandorf (3,4 Millionen Euro), Nabburg (1,82 Millionen Euro) und Burglengenfeld (820 000 Euro). "Für unsere Schulen geben wir sehr viel Geld aus, aber es ist sinnvoll angelegtes Geld", fasste Jakob Scharf zusammen. (Im Blickpunkt)

Eckdaten aus dem SchulhaushaltSchülerzahl

Insgesamt 10 174, davon 3689 an Gymnasien, 3485 an beruflichen Schulen, 2562 an Realschulen und 405 an sonderpädagogischen Förderzentren. Die Zahl der Gastschüler beträgt 1153.

Verwaltungshaushalt

Im laufenden Geschäft werden 12,24 Millionen Euro fällig, dazu kommen Personalausgaben von 3,15 Millionen Euro. Die Schülerbeförderung schlägt mit knapp 4,25 Millionen zu Buche, an Zuschuss fließen 2,72 Millionen Euro zurück. 6,5 Millionen Euro beträgt der Zuschussbedarf. Im Bauunterhalt sind 1,37 Millionen Euro vorgesehen.

Vermögenshaushalt

Im Hochbau sind Investitionen von knapp 6,5 Millionen Euro vorgesehen. Mehr als die Hälfte fließt in den weiteren Ausbau des Berufsschulzentrums Schwandorf. (mp)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.