Nutzungskonzept für Schloss in Neunburg erster Schritt auf langem Weg
Für Sanierung Fahrt aufnehmen

Blick in den Burghof auf den weitläufigen Gebäudekomplex des Neunburger Schlosses. Das im Stadtrat genehmigte Konzept sieht für das alte Schulamt (grünes Gebäude) die Nutzung als Festspielhaus vor, im ehemaligen Landratsamt (gelb) sollen Musikschule, Bücherei, Kulturamt und Stadtkapelle einziehen. Das sogenannte Alte Schloss (roter Trakt) wird durch das Schwarzachtaler Heimatmuseum belegt. Bild: Mardanow
Politik
Neunburg vorm Wald
25.11.2016
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Seit vielen Jahren liegt das Projekt in der Schublade. Nun soll Neunburgs größter historischer Gebäudekomplex endlich auf Vordermann gebracht werden. Für die Sanierung des Schlosses hat der Stadtrat in einem ersten Schritt grünes Licht für ein Nutzungskonzept gegeben.

Bürgermeister Martin Birner verdeutlichte dem Gremium die Bedeutung des Vorhabens, als er von "dem stadtbildprägenden Gebäudekomplex schlechthin" sprach. In die Pläne für eine Sanierung des Alten und Neuen Schlosses war spätestens mit den Überlegungen für die künftige Barrierefreiheit neuer Schwung gekommen.

Erste Förderung in Aussicht


Die Architekten Barbara und Michael Steidl stellten den Fraktionen ein künftiges Nutzungskonzept vor. "Das brauchen wir, um Zuschüsse generieren zu können", erläuterte Verwaltungsleiter Peter Hartl. Eine Förder-Tür ist laut Bürgermeister bereits aufgestoßen, nachdem die Erneuerung des Museumstraktes im EFRE/IRE-Programm berücksichtigt wurde.

Die zukünftige Raumaufteilung (siehe Infokasten) sieht unter anderem für den Bereich des Alten Schlosses vor, dass die bisher durch die Städtische Musikschule genutzten Zimmer im zweiten Stock für das Schwarzachtaler Heimatmuseum verwendet werden. Der Schlosssaal soll weiter für Veranstaltungen, Empfänge oder Trauungen nutzbar sein. Der Wartturm soll öffentlich zugänglich werden, bisher ist das nur zu Museumsöffnungszeiten der Fall.

Das "Festspielhaus" zieht vom alten Landratsamt ins ehemalige Schulamtsgebäude um, für den Hussitenkeller soll zusätzlich eine öffentliche Nutzung möglich werden. Die Stadtkapelle erhält Übungsräume im zweiten Stock des Landratsamtsgebäudes, darunter sollen Musikschule, Bibliothek und Kulturamt einziehen. Im Außenbereich soll der Zwingerbereich barrierefrei und nutzbar gestaltet werden.

Margot Weber (SPD) sah eine "sinnvolle Raumaufteilung", befürchtete aber hohe Folgekosten für Unterhalt und mögliches Personal (Stichwort: Hausmeister). Ein "Konzept mit Hand und Fuß" machte Martin Scharf (FWG) aus. CSU-Sprecher Klaus Zeiser wollte dem Gremium bewusstmachen, welche Herausforderungen das Projekt für künftige Haushaltspläne der nächsten Jahre bedeutet.

Aufzug in Warteschleife


Ehrenbürger und Museumsleiter Theo Männer begrüßte es, dass der geplante Einbau eines Aufzugs aufgeschoben wird, bis die Gesamtfinanzierung feststeht. Nachdem "fast jahrzehntelang" über die Schlosssanierung gesprochen worden sei, befinde man sich nun "auf einem zielführenden und guten Weg".

Das Nutzungskonzept wurde schließlich einstimmig gebilligt. Nun wird die Stadtverwaltung bei den Förderstellen vorsprechen, um die weitere Projektbegleitung abzusprechen und die Weichen mit Blick auf die Gesamtfinanzierung des Vorhabens zu stellen. Wenn der Griff in die Fördertöpfe in Reichweite rückt, kann schließlich detailliert in die Planung eingestiegen werden. Unter anderem, so erläuterte Bürgermeister Martin Birner auf NT-Nachfrage, müsse der Planungsauftrag europaweit ausgeschrieben werden. Im Zuge der Detailplanung werden auch erst die Kosten für die Schlosssanierung genauer beziffert werden können. In den Sitzungsunterlagen, die am Donnerstag auf dem Ratstisch lagen, war lediglich von einem "millionenschweren Projekt" die Rede.

Raumaufteilung und AblaufAltes Schloss

Erdgeschoss, erster und zweiter Stock: Nutzung für Heimatmuseum; Dachgeschoss: Museumsdepot und Werkstätten; Schlosssaal: öffentliche Nutzungen.

Neues Schloss

Das ehemalige Schulamt wird komplett zum Festspielhaus. Im alten Landratsamt sieht das Konzept einen Rittersaal (aktuell: Hussitenkeller) mit Küche und Nebenräumen vor; ein barrierefreier Eingangsbereich wird mit einer Ausstellungsfläche fürs Museum ergänzt.

Im Erdgeschoss werden Bibliothek und städtisches Kulturamt angesiedelt, im Obergeschoss zieht die Musikschule samt multifunktionalem Konzertsaal ein, der auch durch Bands und andere Gruppen genutzt werden soll. Das Dachgeschoss wird die Stadtkapelle für Probenräumlichkeiten erhalten.

Möglicher Sanierungsablauf

Zunächst soll die Sanierung der Fronfeste abgeschlossen werden, damit für die weiteren Arbeiten ein Ausweichquartier zur Verfügung steht. Als nächster Schritt steht die Sanierung des Schulamts und der Einzug des Festspiels im Konzept, es folgen Ausbau und Sanierung von Dach und Dachgeschoss im alten Landratsamt und der Einzug der Stadtkapelle.

Danach folgt die Sanierung von Erdgeschoss und Obergeschoss im alten Landratsamt, nächster Schritt soll der Einbau des Aufzugs und der Einzug von Musikschule und Bibliothek sein. Letzter Schritt wird die Sanierung und Neukonzeptionierung des Museums. (mp)
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