Rotary-Club steht Pate für Wiederbelebung der Spitalkirche
Ideenpool für ein Juwel

Die Spitalkirche hat einen Paten gefunden, der sie aus dem Dornröschenschlaf erwecken will. Das Kleinod soll zu einem Zentrum der Begegnung werden, ein fertiges Konzept gibt es allerdings noch nicht. Bild: Bugl
Politik
Neunburg vorm Wald
26.07.2016
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Die meisten Neunburger kennen die Spitalkirche nur von außen. Das soll sich jetzt ändern, denn die kleine Kirche im Schatten der Burg hat einen starken Paten gefunden: den Rotary-Club.

Von einem "umgekehrten Patenbitten" sprach am Donnerstagabend Peter Scheitinger, als er im Stadtrat die Pläne des Rotary-Clubs Oberpfälzer Wald für die Spitalkirche vorstellte. Denn der Serviceclub war in diesem Fall mit dem Angebot für eine Patenschaft auf die Stadt zugekommen. "Wir verstehen uns dabei als Impulsgeber", erläuterte Scheitinger und führte als Beispiele für das Engagement des Clubs die Gründung der "Tafel" und des Kleiderladens "Emma" in Neunburg ins Feld. Nun wolle man neben den Sozialprojekten auch ein Kulturprojekt anstoßen.

"Die Spitalkirche wird als besonderes Kleinod im Sinne eines spirituellen Raumes der Bevölkerung wieder zugänglich gemacht", fasste Bürgermeister Martin Birner die Zielsetzung zusammen. Die Kirche solle einen festen Platz im Kulturleben bekommen, der Club wolle die erforderliche Organisationsstruktur entwickeln. Dabei seien aber auch - je nach Intensität der geplanten Nutzungen - Bestuhlung, Beleuchtung, Beschallung und außerdem ein zweiter Fluchtweg abzuklären.

Zentrum der Begegnung


Einen Ideenpool für die Nutzung gibt es bereits. "Wir wollen aber keine Veranstaltungsagentur sein, sondern viele Ideen zusammenbringen", stellte Scheitinger klar. In jedem Fall gehe es darum, das Kleinod wieder der Bevölkerung zuzuführen, es zu einem Zentrum der Begegnung zu machen. Als Partner habe man dabei die Gregor von Scherr-Realschule im Auge, die bei einer Kunstaktion auf die Kirche aufmerksam gemacht hatte, außerdem die LAG Architektur und Schule, die Stadt, den Kunstverein und weitere Vereine.

Eine siebenköpfige Startprojektgruppe habe bereits mit dem Bürgermeister, Kreisheimatpfleger Theo Männer und einem Vertreter des Denkmalamtes die Voraussetzungen ausgelotet. Als erste Aktion in der Kirche könne man sich ein Benefizkonzert oder eine Lesung vorstellen.

"Danke, dass ihr euch da rantraut", begrüßte Bürgermeister Martin Birner diese Initiative. Dem pflichtete für die CSU auch Stadträtin Marianne Deml bei. "Die Patenschaft beinhaltet aber kein Gesamtprojekt für die Sanierung", merkte sie an und verwies auf die ungesicherten Eigentumsverhältnisse beim angrenzenden Spitalgebäude. Denn nur über des sogenannte "Rot-Kreuz-Haus" sei auch der obere Bereich der Kirche begehbar und ein zweiter Rettungsweg möglich. Mit der Öffnung der Kirche könne die Stadt bei der Altstadtbelebung mit gutem Beispiel vorangehen, hier biete sich eine Chance, die Begegnung mit Kunst und Geschichte zu ermöglichen, argumentierte Deml. Schließlich sei die gotische Spitalkirche ein "Juwel der Stiftung" und das einzig erhaltene Bauwerk aus der Stiftungszeit vor 600 Jahren. "Viele Neunburger waren da noch nie drin", berichtete sie.

Kosten abklären


"Wir sollten aber auch die baulichen Voraussetzungen und die Kostenfrage detailliert eruieren", gab für die SPD-Fraktion Margot Weber zu bedenken. Auch könne wegen der großen Anzahl an repräsentativen Veranstaltungsräumen in Neunburg eine Konkurrenz entstehen, meinte sie und bekundete gleichzeitig das "Wohlwollen" gegenüber dem Angebot des Rotary-Clubs. Begeistert über die geplante Öffnung der Kirche, die beim Burg-Advent schon einmal inspiziert werden konnte, zeigte sich Martin Scharf (Freie Wähler). Allerdings verwies auch er auf die erforderliche Klärung rechtlicher Voraussetzungen.

Später abklären


"Da gibt es sicher Möglichkeiten", gab sich Peter Scheitinger vom Rotary-Club optimistisch, "ob Toiletten oder Zugänge erforderlich sind, diese Fragen werden sich erst später stellen". Einstimmig billigte der Stadtrat schließlich die Übernahme der Patenschaft für die Spitalkirche durch den Rotary-Club.

Die Spitalkirche wird als besonderes Kleinod im Sinne eines spirituellen Raumes der Bevölkerung wieder zugänglich gemacht.Bürgermeister Martin Birner zu den Zielen des Rotary-Clubs
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