Stadträte bringen Rathaus-Erweiterung auf den Weg
Ausbruch aus der Enge der Verwaltung

Für eine moderne Stadtverwaltung erfüllt das historische Neunburger Rathaus nicht mehr die Anforderungen. Mit einem Erweiterungsbau und einer Sanierung soll mehr Platz geschaffen und die Behörde für die Zukunft aufgestellt werden. Bild: Steinbacher
Politik
Neunburg vorm Wald
09.06.2016
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Für den neuen Verwaltungstrakt, der mit dem Rathaus verbunden wird, soll, das "Altmann-Haus" Im Berg abgerissen werden. Bild: Mardanow

Eng geht's im Rathaus zu: Teilweise müssen sich vier Beschäftigte ein Büro teilen, das Archiv quillt über, Barrierefreiheit gibt es nicht. Jetzt hat der Stadtrat erste Weichen für die Erweiterung gestellt, 2018 soll es losgehen. Doch der Weg zu einem zeitgemäßen Amtsgebäude wird nicht billig.

Schon längst nicht mehr erfüllt das historische Rathaus die Anforderungen einer modernen Verwaltung. In dem aus dem Spätmittelalter stammenden Gebäude seien die Bedingungen für Mitarbeiter und Kunden "teilweise sehr schwierig", beschrieb Bürgermeister Martin Birner in der jüngsten Stadtratssitzung. Unter anderem seien die Büros überbelegt oder zu klein, Besprechungsräume und Trauzimmer fehlten.

Im Berg ein Neubau


Entlastung schaffen soll ein Erweiterungsbau, dem das "Altmann-Haus" Im Berg 7 - aktuell Quartier des Kunstvereins - weichen, und der dann mit dem Rathaus verbunden werden soll. Die Pläne für den Vorentwurf stellte Architekt Michael Steidl den Fraktionen vor. Danach ist vorgesehen, das Anwesen Im Berg durch einen dreistöckigen Neubau zu ersetzen. Das vorläufige Raumprogramm (siehe Infokasten) sieht unter anderem Sitzungs- und Besprechungsraum, Foyer mit Eingangsbereich und Räume für Hauptverwaltung und Bauamt vor. Der Stadtrat werde weiterhin im historischen Sitzungssaal tagen.

Zur Verbindung beider Gebäude soll ein verglaster Zwischenbau (zweigeschossig) errichtet werden. Hier wird zusätzlich ein Aufzug eingebaut, der die Barrierefreiheit des gesamten Rathauses herstellen soll. Laut den Sitzungsunterlagen sind die Kosten für den Erweiterungstrakt und die Sanierung des Altbaus auf rund 3,3 Millionen Euro veranschlagt. Dabei sei aber Spielraum nach oben und unten vorhanden, die letztendliche Summe hänge vom endgültigen Raumkonzept ab. Mit dem Neubau könnte 2018 begonnen werden, die Sanierung des alten Rathauses ein Jahr später folgen.

Zu früh für Kostendeckel


Steidls Vorentwurf erntete quer durch die Fraktionen Lob, es war unstrittig, dass die Verwaltung mehr Platz benötigt. Martin Scharf (FW) machte allerdings noch erhebliches Einsparpotenzial beim Foyer und den vorgesehen Fluren aus. Er regte an, die Kosten bei 2,5 Millionen Euro zu deckeln. Für CSU-Sprecher Klaus Zeiser war dies "widersinnig". Zuerst müsse das Raumkonzept stehen, dann könne über Details und Kosten geredet werden - "jetzt können wir nur im Nebel stochern". Von einem "stolzen Werk zu einem stolzen Preis" sprach Margot Weber (SPD).

Mit Mehrheit von 15:5 stimmte das Gremium der geplanten Erweiterung des Rathauses auf der Grundlage der vorgestellten Vorentwurfspläne zu. Mit Ausnahme von Florian Meier votierte die FW-Fraktion dagegen. Nun soll die Planung konkretisiert und die Finanzierung abgeklopft werden. Anregungen aus der Sitzung sollen geprüft werden. Das Projekt sei so zu planen, dass mit dem Bau im Jahr 2018 begonnen werden könne.

Räume im NeubauErdgeschoss: Multifunktionaler Sitzungs- und Besprechungsraum für Sitzungen und Trauungen; Foyer mit Eingangsbereich im Innenhof; weitere Räume für Teeküche, Büro, Kopierraum, WC, Sanitärräume.

Erster Stock: Hauptverwaltung mit Bürgermeister, zugehörige Nebenräume; klimatisierter Server-Raum. Zweiter Stock: Bauverwaltung.

Außerdem: Barrierefreier Zugang über eine Rampe zum Sitzungssaal, Umbau des alten WCs zu einer Teeküche, der Rathaus-Haupteingang bleibt am Schrannenplatz. (mp)
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