Tanja Schorer-Dremel, Vorsitzende der Kinderkommission im Landtag, besichtigt Gerhardinger-Haus ...
Spagat zwischen Hort und Ganztagsschule

Die CSU-Landtagsabgeordneten Tanja Schorer-Dremel (Zweite von links) und Alexander Flierl tauschten sich mit Leiterin Schwester Christine Gindhart und dem Erzieher-Personal über die Arbeit des Theresia-Gerhardinger-Hauses aus. Für Bürgermeister Martin Birner (rechts) ist die Einrichtung eine wichtige Säule bei Kinderbetreuung und Erziehung vor Ort. Bild: Mardanow
Politik
Neunburg vorm Wald
05.07.2016
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Seit über 180 Jahren spielen hier Erziehung und Förderung die Hauptrolle. "Sie haben sich völlig auf die Kinder eingestellt", lobte Landtagsabgeordnete Tanja Schorer-Dremel (CSU) am Montag beim Besuch im Theresia-Gerhardinger-Haus. In Krippe, Schülerhort und Kindergarten betreut der Orden der Armen Schulschwestern knapp 200 Buben und Mädchen.

Schorer-Dremel ist Vorsitzende der Kinderkommission im Landtag und war auf Einladung ihres Fraktionskollegen Alexander Flierl nach Neunburg gekommen. Für den Orden stellten Provinzökonomin Schwester Gabriele Lober, Provinzrätin Schwester Sibylle Pröll und Einrichtungsleiterin Schwester Christine Gindhart der Delegation, zu der auch Landrat Thomas Ebeling gehörte, das Haus vor. Es zählt in der Region zu den Säulen der Erziehung - seit über 100 Jahren gibt's einen Kindergarten, vor 13 Jahren wurde der erste Schülerhort und vor 10 Jahren die erste Kinderkrippe im Landkreis eröffnet.

"Wir sind sehr daran interessiert, am Puls der Zeit zu bleiben", erklärte Schwester Gabriele. Doch auf Hort-Ebene erwachsene dem Orden verstärkt Konkurrenz durch schulische Ganztagsangebote. "Es werden immer mehr Einrichtungen, die sich um die gleichen Kinder bemühen." Diesen Spagat zu bewältigen, sah MdL Schorer-Dremel, die selbst Grundschullehrerin ist, als "große Herausforderung" für die Politik. Es müsse ein Weg gefunden werden, bei dem den Eltern eine optimale Kinderbetreuung geboten wird, gleichzeitig aber die Einrichtungen nicht gegeneinander ausgespielt werden.

Den Schülerhort im Gerhardinger-Haus besuchen aktuell 60 Buben und Mädchen, darunter auch einige Flüchtlingskinder. Schwester Christine Gindhart erzählte, dass vor allem die irakischen und syrischen Kinder sehr schnell Deutsch lernten. Allerdings herrsche aus asylrechtlichen Gründen eine starke Fluktuation. Dies fordere vom Personal, aber auch von den Kindern, eine hohe Flexibilität - "bei einer Abschiebung bleibt oft nicht mal Zeit, die Kinder richtig zu verabschieden". Der Kindergarten mit 119 kleinen Neunburgern biete täglich zwischen 7 und 17 Uhr flexible Buchungszeiten, in der Krippe (aktuell 24 Kinder) werden Sprösslinge ab einem Jahr aufgenommen.

"Ein tolles Angebot, dass sie hier auf die Beine stellen", anerkannte die CSU-Abgeordnete. Einrichtungen wie Hort und Kindergarten seien weiche Standort-Faktoren für die Entwicklung einer Gemeinde - "genauso wichtig, wenn nicht sogar noch wichtiger als ein Gewerbegebiet". Bürgermeister Martin Birner sah das "Familienzentrum" am Klosterberg als wichtigen Bestandteil der Neunburger Philosophie als kinderfreundliche Stadt. Später trafen die Mandatsträger beim Fachgespräch "Kinder und Familien im ländlichen Raum" noch mit Vertretern aus Schulen und Kindergärten zusammen.

Die KinderkommissionSeit 2009 hat der Bayerische Landtag die "Kommission zur Wahrnehmung der Belange der Kinder" (kurz Kinderkommission) eingesetzt. Dieser bundesweit einzigartigen Einrichtung in einem Landesparlament gehören vier Vertreterinnen der Landtagsfraktionen an. Die Kommission will gute Rahmenbedingungen für das Leben aller Kinder und Jugendlichen in Bayern gewährleisten, setzt sich aber auch mit Einzelfällen auseinander. Arbeitsschwerpunkte sind Kinderrechte, -schutz, Kinder und Bildung, Kinder und Armut, Kindergesundheit, Ernährung, Kinder und Behinderung, Kinder und Medienkompetenz. Aktuell gehören der Kommission Vorsitzende Tanja Schorer-Dremel (CSU), stellvertretende Vorsitzende Doris Rauscher (SPD), Gabi Schmidt (Freie Wähler) und Gisela Sengl (Grüne) an.
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