Akademie-Ausflug zum Thema "Erde"
Rohmaterial mit Leuchtkraft

Keramik für Architektur und Farberde-Bergbau waren die Schwerpunkte der Exkursion der Akademie für Natur und Industriekultur. Bei Neutras konnten die Teilnehmer sehr gut den Geländeaufriss erkennen. Bild: weu

Keramik für die Architektur und der ehemalige Oberpfälzer Farberde-Bergbau bildeten die Schwerpunkte der letzten Exkursion zum Jahresthema "Erde" der Akademie für Natur und Industriekultur.

Im Werk Buchtal begaben sich die Exkursionsteilnehmer auf die Spuren von Wohnkeramik, Architekturkeramik und Fassadensystemen und besichtigten einen Schaupavillon. Werner Ziegelmeier, Referent für Öffentlichkeitsarbeit, empfing die Besucher und stellte Firmen- und Werksgeschichte, aktuelle Produktion und Marktstellung dar. Zusammen mit Werkleiter Josef Messmann führte er die Gruppe durch den Produktionsbereich, in dem die verschiedenen Arbeitsschritte vom Rohmaterial bis zur gebrannten und glasierten Fliese mitverfolgt werden konnten. Der Schaupavillon bot eine Auswahl der im Werk Buchtal hergestellten rund 18 000 Einzelprodukte.

Nach der Mittagspause erhielten die 32 Teilnehmer sachkundige Informationen zum ehemaligen Farberde-Bergbau in der Region von Kreisheimatpfleger Dieter Dörner, der die Eigenheiten des Materials, dessen Abbau sowie die Verarbeitung und Vermarktung mit eindrucksvollen Bildern und Dokumenten darstellte.

Zwischen 1870 und 1925 war die Blütezeit der Oberpfälzer Farbproduktion, deren Niedergang mit den synthetischen Farben begann. Für Albrecht Dürer waren Erdfarben ein Muss. Kunstmaler und Restauratoren schätzen die Farben heute noch wegen ihrer Leuchtkraft und Lichtbeständigkeit. Heimatpfleger-Kollege Walter Schraml führte dann die Besucher zu einem Ort, wo die Vielfarbigkeit der Erdschichten hervorragend beobachtet werden konnte.

Beim Bahnhof in Neukirchen bei Sulzbach-Rosenberg erwartete bereits Bürgermeister Winfried Franz die Gäste im kleinen Museum, das die Geschichte des Farberde-Bergbaus mit originalem Arbeitsgerät und aufschlussreichen Dokumenten präsentiert. An einer originalgetreu rekonstruierten Abbaustelle von Ocker-Erde am Ortsrand wurde ein Eindruck von der mühevollen und gefährlichen Arbeit vermittelt.

In den Schächten wurde die Farberde in Kübel gefüllt, über eine Haspel ans Tageslicht befördert, in Farbmühlen zerkleinert und in Absetzbecken geschlämmt und getrocknet, bevor sie beim Wandanstrich, für Linoleumherstellung, Künstlerbedarf und sogar als Tarnfarbe verwendet wurde.

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Weitere Informationen:

www.akademie-neunburg.de
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