Akademie für Natur und Industriekultur blickt bei Thementag in den Untergrund
Böden ohne Chemie und Torf

Firmenchef Franz Rösl präsentierte das fertige Produkt: eine Handvoll gesunder, humusreicher Erde, schwarz und duftend. Bild: weu

Die Herstellung gesunder und humusreicher Böden stand im Fokus eines Thementages der Akademie für Natur und Industriekultur Ostbayern-Böhmen. Sogar Tipps für den eigenen Garten konnten die Teilnehmer mitnehmen.

Neunburg/Regensburg. Ziel war die Firma Rösl in Regensburg-Dechbetten. Dort standen die Präsentation aktueller Forschungsergebnisse und Infos über die Bodenerzeugung im Blickpunkt. Professor Dr. Thomas Neidhart von der OTH Regensburg erläuterte die Methode des Flüssigbodens, die an der Hochschule erforscht und erprobt wird. Dabei wird Aushubmaterial mit Zuschlagstoffen wie Bentonit und Zement sowie mit Wasser verflüssigt.

Bei Bauarbeiten - vor allem im innerstädtischen Bereich mit komplizierten und vielgestaltigen Leitungssystemen - bringe der Einsatz von Flüssigboden Vorteile: Er fülle sofort alle Hohlräume, verfestige sich rasch, ohne zu verdichten, und sei bei Bedarf gut zu lockern und zu entfernen. Er sei optimal für die Einbettung unterirdischer Fernwärmeleitungen und Stromtrassen. Als Firmenchef präsentierte Diplom-Ingenieur Franz Rösl die in seinem Unternehmen praktizierten Methoden der Bodenaufbereitung, vor allem zur Kompostierung mittels geeigneter Mischverfahren. Eine Spezialität sei die Zugabe von Leonardit, einer Vorstufe der Braunkohle, der in der firmeneigenen Grube gewonnen wird. Gesunde, humusreiche Böden ohne Agrarchemie und Torf seien das Ziel, verbunden mit der Erhöhung des Humusgehaltes, der Wasserspeicherfähigkeit und der Mikrobiologie.

Die Teilnehmer konnten Anregungen mitnehmen, wie Böden für Gärten und landwirtschaftliche Flächen einfach und kostengünstig verbessert und gesund erhalten, vor allem aber wie Bodenverdichtung und -belastung durch ungeeignete Düngeverfahren und Gifteinsatz vermieden werden können. Am Ende der Rundfahrt durch die ehemalige Friedrich-Zeche stand der "Lehrpfad für Geologie, Landschaft und Rohstoffabbau" mit Fahrt durch den blühenden Tertiärgarten.

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Weitere Informationen:

www.akademie-neunburg.de
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