Arbeiten für Sanierung und Erweiterung der Grundschule haben begonnen
In Zukunft der Kinder investieren

Mit Liedern und einem fetzigen Tanz gestalteten Dritt- und Viertklässler der Grundschule die Feierlichkeiten zum Spatenstich. Bild: Mardanow
Vermischtes
Neunburg vorm Wald
08.03.2016
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Die Planzeichung des Architekturbüros Steidl verdeutlicht, wie sich das Gesicht der Grundschule verändern wird. Die Ansicht aus Richtung Pausenhof zeigt rechts den Anbau an den bisherigen Trakt, in der Mitte die Pausenhalle mit Verwaltungsaufbau und links die neue Turnhalle. Repro: Mardanow

Vor zwei Wochen haben Bagger und Radlader losgelegt - mittlerweile gähnt im Pausenhof eine riesige Baugrube. Nun ist auch der offizielle Startschuss für die Sanierung und Erweiterung der Grundschule gefallen. Es ist das mit Abstand teuerste Bauprojekt in jüngster Zeit.

Rund zehn Millionen Euro werden in die Hand genommen, um das Schulgebäude an der Ledererstraße für künftige Anforderungen zu rüsten. Beim Spatenstich am Montag ließ Bürgermeister Martin Birner die Vorgeschichte des langerwarteten Projekts Revue passieren. Unter anderem rief er den Stadtratsbeschluss aus dem Jahr 2012 über eine künftige Einhäusigkeit der Schule in Erinnerung. Die bisherige "Schul-Filiale" in der Katzdorfer Straße wird damit in naher Zukunft passé sein.

Birner führte aus, dass auch die Vorstellungen von Schulleiter Siegfried Bräuer über eine moderne, kindgerechte Schule in die Planung aufgenommen wurden, ebenso wie Kapazitäten für die Übergangsklassen. Die Anstrengungen hätten sich gelohnt: "Wir bauen nun eine (. . .) für die Zukunft bestens aufgestellte Schule." Der Bürgermeister wertete den Schul-Umbau als wichtigen Pfeiler, um die Stadt weiterhin attraktiv für junge Familien zu gestalten und auch, um den Schulstandort dauerhaft zu sichern.

3,7 Millionen Euro Zuschuss


Birner führte aus, dass die Maßnahme die mit Abstand größte Investition der Stadt in den vergangenen Jahren sei. Die Gesamtkosten von knapp 10 Millionen Euro teilen sich in 5,8 Millionen Euro für Erweiterung und Generalsanierung sowie je 2 Millionen Euro für den Umbau zur Ganztagsschule und die Errichtung einer Turnhalle. An Zuschüssen durch die Regierung der Oberpfalz seien bisher 3,7 Millionen Euro in Aussicht. Für das Projekt - dem Birner einen Verlauf ohne Unfälle und Verzögerungen wünschte - sind bis zu vier Jahre Bauzeit angesetzt.

Georg Kick, Direktor des staatlichen Schulamtes Schwandorf, lobte insgesamt den städtischen Einsatz um die Bildung der Kinder - "das beginnt hier schon im Vorschulalter". Insofern sei das aktuelle Vorhaben nur konsequent: "Neunburg braucht so eine Schule." Für erfolgreiches Lernen müssten die Voraussetzungen von der Unterrichtsatmosphäre bis zur Ausstattung der Klassenzimmer stimmen. An die Planer richtete Kick den leisen Wunsch nach einer schnelleren Bauzeit.

Mit dem Verweis auf die bereits durch die Firma Wilhelm (Neunburg) ausgehobene Baugrube für die Schulerweiterung, stellte Rektor Siegfried Bräuer heraus, dass die Arbeiten längst begonnen haben. Trotzdem markiere der Spatenstich einen denkwürdigen Tag in der fast 60-jährigen Schulgeschichte. Und vielleicht könne das Jubiläum im Jahr 2020 gleich mit der Einweihungsfeier kombiniert werden. Der Schulleiter war überzeugt, dass das neue Gebäude mit moderner Formensprache das Stadtbild prägen werde. Nicht nur die Architektur werde Zeichen setzen, auch das Raumkonzept, das sämtliche pädagogischen Konzepte und Unterrichtsformen ermögliche, mache die Schule zukunftstauglich. Im Namen der Schüler und Lehrer dankte er Stadtrat, Regierung und Schulamt für die Verwirklichung des Vorhabens. Die Entwicklung der Grundschule sei durch dieses Projekt "auf einem sehr, sehr guten Weg".

Planung erläutert


Für das beauftragte Architekturbüro Steidl - es hatte sich bei einer europaweiten Ausschreibung gegen etwa zehn Mitbewerber durchgesetzt - erläuterte Michael Steidl im Abschluss die Grundzüge der Planung (siehe Infokasten). Die Feierlichkeiten zum Spatenstich gestalteten Schüler der Klassen 3a (Lehrerin Anneliese Deml) und 4b (Christina Eckmann) mit Gesängen und einem Tanz.

Die PlanungBauumfang

Wie Architekt Michael Steidl verdeutlichte, werden insgesamt 14 756 Kubikmeter (Schulhaus) und 6151 Kubikmeter (Turnhalle) umbauter Raum sowie 3130 Quadratmeter (Schulhaus) und 890 Quadratmeter (Turnhalle) Fläche an-, um- und zum größten Teil neugebaut. Der erste Bauabschnitt zur Erweiterung umfasst den Neubau von sechs Klassenzimmern und drei Differenzierungs- bzw. Lernmittelräumen.

Der Anbau

Die Verlängerung des bisherigen Unterrichtstrakts skizzierte der Planer als die wirtschaftlichste Lösung. Der Baukörper richte sich auf dem vor längerer Zeit zugekauften Grundstück aus. Entstehen wird ein rechteckiger Baukörper über drei Klassen-Geschosse, abgedeckt mit einem Pultdach als Kaltdach. Der unterkellerte Bau orientiert sich in Richtung Südosten.

Neue Räume

Die Klassenzimmer weisen 58 Quadratmeter Nutzfläche auf. Weitere Details sind Sichtverbindungen zum Flur, festinstallierte Arbeitsplätze, zum Pult abklappbare Fensterbänke, große Sichtöffnungen zum Differenzierungsraum mit Sitzmöglichkeit. Die Räume bleiben variabel und offen für alle Formen der Differenzierung, der Einzel- und Gruppenarbeit, für Stuhlkreise oder Kleingruppen. Basis für den Entwurf ist das Lernkonzept der "LernLandSchaft". Es soll auch künftig mit einem Lern- und Treffpunkt im Zentrum der Schule, dem "Marktplatz", aufgegriffen werden.

Weitere Bauabschnitte

Umbau und Verlegung Treppenhaus, Neubau Pausenhalle mit Verwaltung, Neubau Turnhalle, Sanierung, Erneuerung Freianlagen mit Busbahnhof, Zu- und Abfahrt. Der genaue Ablauf wird noch festgelegt. (mp)
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