"Brotbacken wie zu Urgroßmutters Zeiten" im Heimatmuseum
Stolz auf selbst geformtes Brot

Mit Feuereifer waren die Buben und Mädchen bei der Sache. Der Teig wurde kräftig geknetet und zu Laiben geformt. Bilder: hfz (2)

Zwischen den Finger klebte Teig und auf so mancher Nase haftete Mehl: Kleine Bäckermeister waren beim Heimatverein Seebarn im Einsatz. Über 30 Kinder machten den Rankl-Hof zur "Ferien-Backstube".

Neunburg-Seebarn. Im Ferienprogramm der ArGe Jugend ist die Aktion "Brotbacken - wie zu Urgroßmutters Zeiten" eine feste Größe. Zur Neuauflage, die der Heimatverein Seebarn erneut veranstaltete, hatten sich im Vorfeld über 30 Kinder bei zweiter Vorsitzender Monika Becher angemeldet.

Im Rankl-Hof hieß Vorsitzender Adolf Greiner Bäckermeister Sebastian Scheitinger und die jungen Back-Talente willkommen. Zunächst erklärte Bäckermeister Scheitinger anschaulich die einzelnen Schritte des Brotbackens und verteilte an jedes Kind die entsprechende Teigmenge. Daraus durften die Buben und Mädchen ihren eigenen Brotlaib formen und mit verschiedenen Zutaten wie Sonnenblumenkernen, Mohn oder Sesam verzieren.

Frisch aus dem Holzofen


Danach kamen die Brote für zwei Stunden in den Backofen des Museums. Dieser ist in traditioneller Art aus Tonziegel und Schamott gebaut. Er wird direkt mit Holz befeuert, so dass die Bäckermädchen und -buben später richtig stolz auf ihr selbst gebackenes Holzofenbrot sein konnten.

Während der zweistündigen Backzeit konnten sich die Kinder die Zeit mit einer Brotzeit oder einer Tour durch das Gelände des Bäuerlichen Heimatmuseums Oberpfälzer Wald vertreiben. Unter anderem lud die Spielzeugausstellung in der Kinderscheune zu einer spannenden Reise in die Vergangenheit ein - weitab von Playstation, Nintendo und Co.

Brotbacken in alter ZeitBrot stellte das wichtigste Nahrungsmittel der vergangenen Jahrhunderte dar. Dunkles Brot - vor allem aus Roggenmehl - war vorherrschend, helles Brot aus Weizenmehl besonderen Festtagen vorbehalten.

Auf jedem Hof wurde ein- bis zweimal im Monat gebacken, bei einem mittelgroßen Anwesen wurde dabei eine Menge von rund 50 Kilogramm Mehl verbraucht. Bei 60 Broten im Monat bedeutete dies, dass innerhalb von 50 Jahren rund 36 000 Brote gebacken wurden.

Aus einem Sauerteigrest als Gärmittel, Mehl, Wasser und Gewürzen (Salz, Anis, Fenchel, Kümmel, Kardamom, Koriander) wurde der Teig zubereitet. Rund eine Stunde musste dieser von den Frauen geknetet werden - eine sehr anstrengende Arbeit. Gebacken wurden die Brote im Ofen. Die richtige Temperatur bekam er, indem man einen Holzstoß im Backraum niederbrennen ließ.

Nach dem Entfernen der heißen Asche wurde die Brote "eingeschossen". Rund zwei Stunden vergingen, bis die Laibe durchgebacken waren. Anschließend wurden die Laibe im aufgehängten Brotständer im Vorratsraum oder Dachboden sicher vor Mäusen gelagert. (hfz)
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