Buntes Programm bei Seebarner Museums-Kirchweih
Landarbeit wie in früherer Zeit

Mit großem Getöse zermalmt der Steinbrecher Felsbrocken für den Straßenbau. Bilder: agr (2)

Wenn der Webstuhl klappert und ein Steinbrecher mit viel Getöse Felsbrocken zermalmt - dann ist Kirwa-Zeit im Seebarner Heimatmuseum. Die Besucher begegnen alten Handwerkstraditionen und sehen zu, wie früher geerntet wurde. Aber auch neuzeitliches Flair hat Platz.

Neunburg-Seebarn. (agr.) Zwei Tage dauert die Museums-Kirchweih im Bäuerlichen Heimatmuseum Oberpfälzer Wald. Mit Musik, Tanz und einem Spanferkel vom Grill beginnt das Kirwa-Wochenende. Zehn starke Burschen der Seebarner Hütt'n und aus den Reihen des Sportvereins packen an, um unter der Leitung von Heimatvereinsvorsitzenden Adolf Greiner den 16 Meter hohen Kirwa-Baum, eine Birke, inmitten des Rankl-Gartens in die Höhe zu hieven. Zünftige Musik serviert dazu die "G. & FKK-Muse", die sich aus Mitgliedern des Musikvereins zusammensetzt.

Am Sonntag nach dem Mittagessen würdigte Bürgermeister Martin Birner die Mühen der Seebarner. Mit der Museums-Kirchweih würden alte Handwerkstraditionen und im Vergessen begriffene bäuerliche Arbeiten vor dem Dunkel der Geschichte bewahrt. Dazu zählt auch die Arbeit mit dem Steinbrecher: Diese Maschine tat 1951/52 beim Bau der Straße von Seebarn nach Neunburg ihren Dienst. Das Gerät läuft über einen Antriebsriemen und wurde einst zum Zerkleinern von Feldsteinen verwendet.

Im Speicher des Heimatmuseums führt der 83-jährige Josef Schwarz das Arbeiten am Webstuhl vor. Dieses Exemplar ist aus Buchenholz gefertigt und war 1946 in desolatem Zustand in den Besitz der Landwirtsfamilie Schwarz gekommen. Nach der Restaurierung diente er für die damalige Winterarbeit. "Sechs Meter am Tag haben wir geschafft zu weben", erinnert sich Josef Schwarz zurück. Heute mache es ihm große Freude, Menschen mit diesem alten Handwerk zu erfreuen.

Als Baum des Jahres 2016 rückt bei der Museums-Kirchweih auch eine Winterlinde, die 1949 am Eingang des ehemaligen Pfarrhofs gepflanzt worden war, in den Blickpunkt. Als Zuschauermagnet erweist sich erneut das Dampfdreschen und auch eine Ausstellung altertümlicher Mähdrescher findet viele Interessenten. Für die Kinder sind die Aufführungen des Kasperltheaters "Papperlapapp" eine Attraktionen und die Kindertanzgruppe "Freaky" des 1. FC Neunburg unter der Leitung von Verena Binder zeigt ihre neuen Tänze. Groß und Klein staunten über die alten Haustierrassen. Das vielseitige Angebot runden die 20 Aussteller eines Kunst- und Handwerkermarktes ab.
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