Da Blechhauf’n XXL meets Böhmisch & Mährisch
Mit Blasmusik-Virus infiziert

Das Solo auf dem Tenorhorn begeisterte auch die Musikerkollegen von "Mission böhmisch" mit Chef Daniel Käsbauer (vorne rechts). Die 17 Musiker mit Sängerin stammen alle aus der Oberpfalz (von Cham bis Waldsassen) und treten seit zwei Jahren "zur Gaudi" auf. Bilder: Portner (3)
Vermischtes
Neunburg vorm Wald
20.11.2016
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"Da Blechhauf'n XXL" aus Österreich heizte die Stimmung mit einer professionellen Show an. Die neun Musiker um Reinhold Bieber (rechts) brachten alles, was blasbar ist, auf die Bühne. Jazz und Filmmusik mischten sich mit Märschen und Polkas - und auch das "Prosit" klang einfach hochprozentig "schräg".

Die Leidenschaft für Blasmusik steckt an. Es war erfrischend und überwältigend, was die rund 40 jungen Musiker der drei Kapellen am Samstag ihren Instrumenten entlockten. Bei der Zugabe war es schon nach Mitternacht.

"Da Blechhauf'n XXL meets Böhmisch & Mährisch" lautete der Titel des Konzerts in der Schwarzachtalhalle. Der Eintritt von 24 Euro für viereinhalb Stunden Blasmusik vom Feinsten entpuppte sich als Schnäppchen. Dass die Halle zwar voll, aber nicht proppenvoll war, lag daran, dass die Kapellen noch relativ unbekannt sind.

"Mission gelungen"


Pünktlich um 19.30 Uhr starteten die Lokalmatadoren von "Mission böhmisch" mit dem Stück "Blasmusik klingt so". Die 17 Musiker um Daniel Käsbauer aus Seebarn kommen aus Cham bis Waldsassen und treten seit zwei Jahren mit traditioneller böhmischer und Egerländer Musik auf. Dazu kommen neue Stücke, für welche vier Komponisten aus der Reihe der Bläser verantwortlich zeichnen. Auch Dirigent Daniel Käsbauer versorgt seine Truppe mit Arrangements und Eigenkompositionen, darunter dem wunderschönen Stück "Freunde für immer". Bei der Polka "Mondlicht" gab es Zwischenapplaus für die zwitschernden Klarinettenläufe und beim Solostück "Fröhliche Tenoristen" begeisterten Pascal und Patrick. Fulminante und zackige Schlussakkorde mündeten in Bravo-Rufe der Zuhörer. "Mission gelungen", freute sich Chef Daniel Käsbauer. Seine Truppe überzeugte mit großer Spielfreude und Tubist Florian Forster aus Pleystein übernahm gekonnt die Moderation. Nicht fehlen durfte natürlich ein Mosch-Medley mit Lieblingsstücken und dem Gesangsduo Anna und Patrick, sowie der "Südböhmischen Polka" als Zugabe. Nach kurzer Pause waren "Tanja und ihre Blaskapelle Eudaimonia" aus Franken an der Reihe. Die 13 Musiker übernahmen überwiegend den Part der mährischen Blasmusik. Diese wird eher schnell und hart betont gespielt, wobei für die "Schärfe" ein starkes Register mit sechs Trompeten bzw. Flügelhörnern sorgte.

Das erst im März 2016 gegründete kleine Orchester wurde aus Krankheitsgründen von "Mission böhmisch" unterstützt, passend dazu das erste Stück "Wir sind gute Freunde". Chefin Tanja Dusel glänzte mit Eigenkompositionen wie "In Glückseligkeit" (übrigens die Übersetzung von Eudaimonia") und einem Trompetensolo. Auch hier waren Blasmusik-Profis am Werk, welche die Töne langsam anschwellend in die Halle schickten und auf den Punkt zurückholten. Der Klangkörper glänzte mit einem Ausflug in die Filmmusik und Sängerin Steffi. Nach zwei Zugaben war es kurz nach 22 Uhr und die Stars des Abends, "da Blechhauf'n XXL" aus Österreich an der Reihe.

Blasmusik trifft Brass


Chef Reinhold Bieber gab mit seinen neun "Mafiosis" Vollgas auf Blech, Holz und Metall. Einige ältere Zuhörer verabschiedeten sich gegen 23 Uhr mit der Erkenntnis, dass Blasmusik nicht zwangsläufig einen ruhigen Abend ergibt. Die anderen waren "hin und weg" vom Sound der lustigen Truppe, wippten mit den Füßen und bejubelten souveräne Solos. Für den "BH XXL" - erster Auftritt 2013 beim "Woodstock der Blasmusik" in Innkreis - gibt es keine Schublade. Das Repertoire reicht vom "Brass-Gstanzl", über den "Zwiefachen-Reggae" bis Austropop. Die drei Trompeten, drei Posaunen und eine Tuba legten sich mit den pulsierenden Beats von Schlagzeug und Gitarre an, dazu vielstimmiger Männergesang beim "Meine Mutti hat gesagt".

Das Publikum tobte. Als Zugabe folgten zwei mährischen Polkas im Gemeinschaftskonzert aller 40 Musiker und dem Stück "Von Freund zu Freund". Die Fans aller Altersgruppen dankten mit Standing Ovations. Den Gutschein für 50 Liter Bier erhielt die Stadtkapelle Neunburg.
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