Die Lebensretter in der Freizeit

Die ehrenamtlichen Lebensretter der Neunburger Rotkreuz-Bereitschaft sind im vergangenen Jahr zu insgesamt 239 Einsätzen ausgerückt. Bild: BRK-Bereitschaft
Vermischtes
Neunburg vorm Wald
08.01.2016
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Wenn lautes Piepsen aus dem Funkmeldeempfänger tönt, lassen sie alles stehen und liegen. Dann geht es für die ehrenamtlichen Helfer der Rotkreuz-Bereitschaft um Minuten. Doch die Sanitäter und Rettungsdiensthelfer sind ständig wachsenden Belastungen ausgesetzt.

"Ich bin dann mal weg" - diesen Spruch hören Familie, Angehörige und Freunde von BRK-Bereitschaftsleiter Maximilian Lang und seinen ehrenamtlichen Helfern Patrick und Lothar Wolf, Florian Binder, Andreas Beer, Erich und Stephan Habich, Eberhard Glöckl, Manfred Butter, Katharina Jonas und Stefan Dirnberger oft und völlig unerwartet. Der Einsatzschwerpunkt liegt klar am Nachmittag sowie in den Abend- und Nachtstunden.

Unbezahlbare Leistungen


"Ich ziehe meinen Hut vor allen Einsatzkräften", betont Bereitschaftsleiter Lang in seiner Jahresbilanz. Besonders stellt er Erich Habich heraus, der sich mit nun fast 70 Jahren immer noch mit Herzblut für die Bürger einsetzt. Die Leistungen der Ehrenamtlichen seien beachtlich und unbezahlbar, wenn man bedenkt, welche körperlichen aber auch psychischen Belastungen die Helfer täglich auf sich nehmen.

Beim Gedanken an die stetig wachsende Belastung seiner ehrenamtlichen Helfer wird der BRK-Leiter nachdenklich: "Körperlich kann man sich schnell wieder erholen, beim seelischen Schaden dauert es oft lange." Schon länger beschäftigt Maximilian Lang und seine beiden Taktischen Leiter die Frage: Ist unser Helfer-vor-Ort-Dienst noch up to date oder müssen wir organisatorisch etwas ändern? Dieser Dienst soll in Neunburg wieder attraktiver gestaltet und die Belastung im Einsatz auf mehrere Schultern verteilt werden. Lang ist sich sicher, dass es gelingen wird, eine passende und zukunftsfähige Lösung zu finden - zum Wohl der Helfer und auch der Bürger.

Dankbar ist die BRK-Bereitschaft für die kameradschaftliche und im Einsatz professionelle Zusammenarbeit mit den anderen Neunburger Organisationen wie Feuerwehr, THW, Wasserwacht und Polizei. Ein Dank galt auch allen Förderern, die dem Roten Kreuz im vergangenen Jahr großartig finanziell unter die Arme gegriffen und unter anderem den Kauf eines mobilen Kohlenmonoxidmessgerätes ermöglicht haben. "Es tut gut, diese Wertschätzung von den Bürgern, der Stadt, den Firmen und Geschäften zu erfahren", betont Maximilian Lang. Auch in Zukunft seien die Retter darauf angewiesen: "Auch wenn das ehrenamtliche Engagement kostenlos ist, der Kostenfaktor für Fahrzeuge, Kleidung und Material bleibt und steigt weiter an."

Ein mechanischer "Kollege"


Ein ständiger Begleiter im vergangen Jahr - Lang bezeichnet ihn schon als "Kollegen" - war die neue mechanische Reanimationshilfe "Lucas 2". Insgesamt elf Mal wurde das Gerät vom Rettungsdienst im ganzen Landkreis nachgefordert, um die Herz-Lungen-Wiederbelebung maschinell vor Ort zu unterstützen.

Das Einsatzjahr in ZahlenEinsatzgeschehen

Zu 239 Einsätzen (15 mehr als im Vorjahr) sind die ehrenamtlichen Retter der BRK-Bereitschaft 2015 gerufen worden. Das Spektrum reichte von Kindernotfällen und Herzbeschwerden über Arbeitsunfälle, Vergiftungen bis hin zu Herz-Kreislauf-Stillständen und vielem mehr. Der Helfer vor Ort wurde 185 Mal gerufen, 54 Einsätze bewältigte zusätzlich die Unterstützungsgruppe. Bei weiteren 26 Notfällen diente der Neunburger Sanitätswagen dem Regelrettungsdienst als Leihfahrzeug.

Faktor Zeit

Insgesamt fielen 350 reine Einsatzstunden an, außerdem schlugen 8000 Bereitschaftsstunden zu Buche. Insgesamt 4972 Kilometer wurden bei den Einsätzen zurückgelegt. Der Helfer vor Ort war im Schnitt zwischen 5 und 8 Minuten vor dem Rettungsdienst da, bei wenigen Einsätzen auch mit einem Vorsprung von 10 bis 12 Minuten. Die Unterstützungsgruppe war in der Regel innerhalb 5 Minuten ab Alarmierung einsatzbereit.

Das Personal

BRK-Bereitschaftsleiter Maximilian Lang und die ehrenamtlichen Helfer Patrick und Lothar Wolf, Florian Binder, Andreas Beer, Erich und Stephan Habich, Eberhard Glöckl, Manfred Butter, Katharina Jonas und Stefan Dirnberger. (hfz)
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