Exkursion der Mittelschule in die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg
Unterricht am Ort des Grauens

Bei einem Rundgang durch die Gedenkstätte erfuhren die Schüler erschreckende Details über das unmenschliche Regime der Nazis. Bild: hfz

Zwölf Stunden täglich mussten die Gefangenen im Steinbruch schuften, mindestens 30.000 von ihnen wurden ermordet. Bei einem Besuch in der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg erfuhren die Mittelschüler aber noch weitere entsetzliche Details über das Regime der Nationalsozialisten

Beim Rundgang hörten die Neuntklässler, dass das Konzentrationslager ursprünglich für 5000 Insassen geplant war. Später litten hier 15 000 Mann, die sich zu fünft eine Schlafpritsche teilen mussten. Enge, Kälte und Hunger erleichterten die Ausbreitung von Krankheiten. Die Insassen wogen nur zwischen 35 und 40 Kilo. Auf dem Appellplatz erklärte die Rundgangsleiterin die Funktion der noch vorhandenen Gebäude. Hier wurden die Häftlinge gezählt oder es fanden Hinrichtungen statt. In einem Fall mussten die Gefangenen in dünner Kleidung drei Tage bei Wind und Wetter auf diesem Platz stehen, bis die SS-Soldaten einen geflohenen Häftling wieder eingefangen hatten.

Das Konzentrationslager war ein Arbeitslager. Die Männer schufteten 12 Stunden täglich im nahen Steinbruch. Die meisten Häftlinge starben wegen der barbarischen Behandlung nach sechs bis neun Monaten. Die Leichen wurden im Krematorium verbrannt, nachdem ihnen die Goldzähne gezogen waren. Zwischen 1938 und 1945 waren rund 100.000 Menschen aus mehr als 30 Ländern im Konzentrationslager inhaftiert. Mindestens 30.000 von ihnen wurden nachweislich ermordet. Auch Widerständler wie Pastor Dietrich Bonhoeffer starben in Flossenbürg.

Am 23. April 1945 befreite die US-Armee etwa 1500 Personen, die sich noch auf dem KZ-Gelände befanden. Unter ihnen war der 15-jährige Jack Terry, dessen ganze Familie durch die Nazis ermordet wurde. Er ist heute Sprecher der noch lebenden ehemaligen Häftlinge. Die Schüler erfuhren bei diesem Besuch, dass Freiheit und Frieden hohe Werte sind.
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