Experimente mit Farbe

Die Gäste staunten über die Kreativität der Schüler. Bilder: weu (3)
 
Auch Bürgermeister Martin Birner (links) staunte, was sich alles mit Erdfarben abbilden lässt.

Mit "Dreck" Kunst zu machen, inspirierte die jugendlichen Künstler. Die Ausstellung "Malen mit Erdfarben" wurde bei der Vernissage im Kunstquartier bewundert.

Wenn zwei anerkannte Vereine kooperieren, kann das Resultat nur herausragend sein. Der Malaktion, die als Kooperation des Kunstvereins Unverdorben mit der Akademie für Natur und Industriekultur und den Schulen angeschoben wurde, lag die Idee zugrunde, das Jahresthema "Erde" der Akademie künstlerisch aufzubereiten. Bei der Vernissage der dabei entstandenen Kunstwerke blickte Kunstvereinsvorsitzende Beate Seifert auf die Entstehung der Werke zurück: Basis dafür war die Zusammenarbeit der Künstler Renata Heimerl (stellvertretende Vorsitzende), Renate Ullmann, Andrasz Olah und Tanja Lennert mit den Kunsterziehern und Schülern der Mittel- und Realschule.

Hans Fischer von der Akademie habe sich angeboten, die Erdfarben aus der Oberpfälzer Heimat zusammenzutragen. Doch zunächst mussten die Farben aufbereitet werden: trocknen, zerstampfen, sieben, mit Bindemittel und Wasser anrühren - Arbeitsweisen, die von den Malern bis zur Erfindung der synthetischen Farben ausgeführt werden mussten. "Diese Ausstellung soll veranschaulichen, dass man mit offenen Augen die Natur betrachten soll, wie man doch aus ihr schöpfen kann", fasste Beate Seifert zusammen.

"Amberger Dreck"


Hans Fischer stellte interessante Details zum Abbau verschiedener Farberden in der nordwestlichen Oberpfalz vor. Vom "Amberger Dreck" sprachen die Menschen vor fast 100 Jahren und meinten den Ocker, der in der Umgebung von Amberg abgebaut wurde. Kontakte zu den Heimatpflegern Dieter Dörner und Walter Schraml erbrachten vielfältige Informationen und führten zu den ehemaligen Abbau-Orten. "Mit Bodenschätzen aus der Oberpfalz, Ton, Erden, Braunkohle, ist es gelungen, Kreativität zu entwickeln und Kunstwerke zu schaffen, die sich besonders durch ihre farbliche Leuchtkraft auszeichnen", wies er auf die Ausstellung hin.

Für die Akademie sei es äußerst erfreulich, damit einen größeren Personenkreis anzusprechen - in der Absicht, Bewusstsein zu schaffen für die Besonderheiten im Oberpfälzer Natur - und Kulturraum. Mit der Malaktion sei es gelungen, ein längst vergessenes Kapitel Oberpfälzer Bergbaugeschichte wiederzuentdecken und großes Potenzial an kreativer Energie von Kindern in Gang zu setzen.

Feuer und Flamme


Diana Schmidberger, die Rektorin der Gregor-von-Scherr-Realschule, bestätigte, dass die Kinder von dem "neuen Material" angesprochen wurden und sie mit "Feuer und Flamme" dabei waren. Ihr Dank galt beiden Vereinen für das großartige Engagement. Bürgermeister Martin Birner bezeichnete die Malaktion und die Ausstellung als "Bereicherung für die Kunst- und Kulturszene der Stadt. Er betonte, wie wichtig es sei, dass junge Menschen ihre Persönlichkeit auch durch Kunst entdecken. Von den vielfältigen Umsetzungsmöglichkeiten der gestellten oder der freien Themen konnten sich die Besucher beim Rundgang durch die Ausstellung überzeugen. Landschaften, Tiere, Indianer, Wüste und Steppe sind klassische Themen, die mit Erdfarben umgesetzt wurden. Höhlenmalerei wurde von den Schülern nachempfunden, allerdings mit aktuellem Touch: Heute würde man auch Bagger, Autos und Rennwagen in der Höhlenmalerei verewigen. Daneben finden sich auch Arbeiten mit Erdfarben, die frei gestaltet wurden.

Auch experimentelles Arbeiten bekam breiten Raum. Für die musikalische Umrahmung sorgten Jürgen Zach und Sabrina Graßmann. Die Ausstellung kann noch an zwei Sonntagen (21. und 28. August) von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 16 Uhr im Kunstquartier Im Berg 7 besichtigt werden.
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