Fischereiverein fordert Alternativen für Stausee-Absenkung
Das Wann und Wie überdenken

Während der Niedrigwasserbewirtschaftung des Sees im vergangenen Jahr verendete diese Teichmuschel. Bild: Bäumler (hfz)
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Neunburg vorm Wald
13.05.2016
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"Wir werden vor vollendete Tatsachen gestellt", kritisieren Vertreter des Fischereivereins die geplante Absenkung des Stausees . In einer Presseerklärung fordern sie, die Prüfung der Anlagen um ein Jahr zu verschieben, und ein Pilotprojekt soll den Weg zu technischen Alternativen ebnen.

Das Amt sei nur für die wasserwirtschaftlichen Belange und Anlagensicherheit zuständig, sämtliche Eingriffe decke der Bescheid ab, und Schadenersatzansprüche schließe der Pachtvertrag aus: So laute die Botschaft der Wasserwirtschaft an den Fischereiverein bei der Informationsveranstaltung in Weiden, als erstmals über das Ausmaß der Absenkung informiert wurde.

"Eine Überprüfung der Anlagensicherheit sei notwendig, aber das Wann und Wie sollte überdacht werden", fordern Michael Throner, Vorsitzender des Fischereivereins, und Robert Bäumler, der im Verein für Natur- und Gewässerschutzfragen zuständig ist. Es müsse doch möglich sein, die erheblichen Eingriffe durch umsichtige Planung auf das notwendige Maß zu beschränken. "Im Hochsommer erreicht die Algenblüte ihre Spitze, und bei einem reduzierten Wasservolumen von zwei Dritteln wird es durch Sauerstoffzehr, hohen Wassertemperaturen und starken ph-Wert-Schwankungen zu massivem Fischsterben kommen", befürchtet Bäumler.

Es sei bei der Info-Veranstaltung deutlich geworden, dass die Betroffenen für geordnete Planungen deutlich mehr Zeit als die vorgegebenen drei Monate benötigen. Unklar seien beispielsweise Ablauf und Organisation der Muschelnachsuche unter der Federführung der Muschelkoordinationsstelle der TU München. Unter anderem stelle sich auch die Frage, welche Notfallmaßnahmen bei einem drohenden Fischsterben ergriffen werden. Gemäß Pachtvertrag müsse das Wasserwirtschaftsamt als Unterhaltsverpflichtender für die Fischbestands- und die Muschelbergung aufkommen. Aus wirtschaftlichen Gründen sei eine gut geplante Organisation dringend nötig.

Weiter sei nicht nachvollziehbar, warum nicht das Urteil über den Neubau der Wasserkraftanlage an der Vorsperre abgewartet und das Gutachten zur Seerestaurierung zu Ende geführt wird. Beide Vorhaben stünden in engem Zusammenhang, weil im Auftrag des Gutachtens eine Überprüfung der Auswirkungen des geplanten Wasserkraftwerks auf die Algenblüte vorgesehen sei.

Der Fischereiverein schlägt daher vor, Absenkung und Revision als Teil eines Pilotprojektes vorzunehmen und die Maßnahme um ein Jahr zu verschieben. Die Betreuung des Pilotprojektes könnte das Büro "Ökon" übernehmen, das vom WWA bereits mit dem Gutachten zur Seesanierung beauftragt wurde. Beispielsweise könnte die Übertragbarkeit technischer Alternativen für das Lösen, Ein- und Umsetzen des Revisionsschützes geprüft werden. Eventuell ergeben sich ganz neue Ansätze wie ein mobiler Revisionsschacht, der ein Arbeiten von der Luftseite ermögliche oder zumindest Absenkdauer und -tiefe minimiere.
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