Förster geben Waldbesitzern Tipps gegen Borkenkäfer-Befall
Käfern das Leben schwer machen

Dieser Blick auf die Innenseite einer Baumrinde zeigt die typischen Fraß-Gänge eines Borkenkäfers. Archivbild: Unger

Die Gefahr lauert unter der Rinde. Im heißen und trockenen Sommer 2015 fand der Borkenkäfer in den Wäldern beste Bedingungen vor. Zwei Förster informierten die Waldbesitzer, wie sie sich für "Buchdrucker" und "Kupferstecher" wappnen können.

Einem brisanten Thema hatte sich die Waldbesitzervereinigung (WBW) Neunburg-Oberviechtach mit dieser Informationsveranstaltung angenommen. Und der sehr gute Besuch ließ darauf schließen, dass das Thema "Borkenkäfer" vielen Waldbesitzern unter den Nägeln brennt.

Revierförster Alois Nißl blickte ins Vorjahr zurück und erklärte, dass die Waldbestände durch Wassermangel und die Sommerhitze gegenüber dem Borkenkäferbefall geschwächt gewesen waren. Ein Befall sei nur schwer festzustellen gewesen, da sich Arten wie der Buchdrucker zunächst verborgen hielten und lange nicht zu erkennen gewesen seien. Hinzu kamen Hitzetage von über 30 Grad, welche die Entwicklung der Käferbrut beschleunigen.

Bis zu drei Generationen


Es werde prognostiziert, dass sich in weiten Teilen Bayerns bis zu drei Nachkommengenerationen entwickeln könnten. Aus einem "Käferbaum" könnten bis zu 20 000 Käfer ausfliegen. Wie Nißl verdeutlichte, würden schon zwischen 500 und 1000 Buchdrucker reichen, um eine Altfichte zu töten. Aus einer von Käfern befallenen Fichte, die nicht aufgearbeitet und aus dem Bestand entfernt wird, könnten 20 weitere Bäume in Mitleidenschaft gezogen werden. Aus denen könnten dann bis zu 400 000 Jungkäfer ausfliegen und den Wald massiv schädigen. Je früher ein befallener Baum entfernt werde, umso weniger Käfer könnten sich von ihm ausbreiten und umso kleiner könne der Schaden gehalten werden.

Daher sei es ratsam, schon recht früh im Jahr auf "Käfersuche" zu gehen, denn Buchdrucker und Kupferstecher, von denen die Bäume in unserer Region am meisten bedroht sind, fliegen schon ab Mitte April bei Temperaturen ab 16,5 Grad. Auch durch "saubere Waldwirtschaft" könne den Schädlingen vorgebeugt werden. Nißl empfahl, im Forst kein "bruttaugliches Material" wie Altholz oder im Wald gelagertes Brennholz zurückzulassen.

Diese Ausführungen unterstrich Förster Fritz Reichert, der erläuterte, wie frischer Borkenkäferbefall leichter zu erkennen sei und dazu Anregungen und Tipps gab. Ratsam sei immer, die im Vorjahr befallenen Waldbereiche oder Windwurfflächen genau zu beobachten. Auch auf Einbohrlöcher, Harztröpfchen (meist am Kronenansatz) und starken Nadelabfall müsse sofort reagiert werden.

Auswirkung auf Holzpreis


WBV-Geschäftsführer Alfons Vogl machte in seinem Beitrag gegenüber den Waldbesitzern deutlich, dass der Holzpreis auf einem eher niedrigen Niveau zwar noch stabil sei, doch das könne sich durch große Käferholzbestände schnell ändern. Deshalb sei es angebracht, möglichst früh auf Käferholzsuche zu gehen und befallene Bestände schnell aus dem Wald zu holen. Damit könne nicht nur Schaden verringert, sondern auch ein "Holzstau" bei den Sägewerken verhindert werden.
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