Geständnis positiv gewertet

Wegen Drogen- und Waffenbesitz war er bereits öfter vor Gericht gestanden. Jetzt ist ein 27-Jähriger aus dem Stadtgebiet Neunburg durch das Amtsgericht Schwandorf zu einer Bewährungsstrafe und 3000 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Er hatte insgesamt bis zu 120 Gramm Crystal Speed aufbewahrt.

Neunburg/Schwandorf. Wegen des unerlaubten Besitzes und der Beihilfe zum Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge musste sich der Neunburger vor dem Schöffengericht verantworten. Der Verteidiger wollte dabei noch einmal eine Bewährungsstrafe für seinen Mandanten erreichen, der bereits vier Vorstrafen hatte. Bisher war er jeweils mit relativ geringen Geldstrafen davongekommen. Wegen der Menge der Drogen drohte dem Mann im erneuten Fall nun eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren. Bereits im Vorfeld der Verhandlung war ein Rechtsgespräch zwischen Gericht, Angeklagten und Verteidiger geführt worden. Wie Amtsgerichtsdirektor Ewald Ebensperger als Vorsitzender des Schöffengerichts zu Beginn der Verhandlung betonte, könne der Beschuldigte nur bei einem umfassenden Geständnis noch mit einer Bewährungsstrafe rechnen.

Bekannter bereits verurteilt


Der 27-Jährige räumte die Umstände für den Besitz der Drogen ein. Für die Aufbewahrung der Rauschmittel habe er angeblich keine Entschädigung erhalten. Er habe vielmehr als "Freundschaftsdienst" für einen Bekannten, der durch das Landgericht Amberg zusammen mit weiteren Dealern bereits verurteilt wurde, mehrfach Mengen von 30 Gramm bis zu insgesamt 120 Gramm Crystal Speed und geringe Mengen Marihuana gelagert. Als der Angeklagte dem Gericht seine Lebensumstände schilderte, gab er an, sich in einem festen Arbeitsverhältnis in einer Neunburger Firma zu befinden. Mit seiner Freundin lebe er in einem Haushalt, er wolle auch für das gemeinsame Kind sorgen.

Wiederholt zogen sich im Verlauf der Hauptverhandlung Richter, Schöffen, Staatsanwalt und Rechtsanwalt zu Gesprächen zurück, um weitere Details abzuklären. In seinem Plädoyer forderte dann der Staatsanwalt eine zweijährige Haftstrafe, die wegen der günstigen Zukunftsprognose für den Angeklagten und durch sein Schuldeingeständnis nochmals auf vier Jahre zur Bewährung ausgesetzt werden könnte. Weiterhin solle gegen den Angeklagten eine Geldauflage von 3000 Euro verhängt werden.

Vier Jahren bewähren


Nach Abwägung aller Tatsachen, die für ihn (umfassendes Geständnis) und gegen ihn (Gefährlichkeit der Droge Crystal Speed) sprachen, wurde der Neunburger schließlich zu einer Haftstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt. Sie wurde auf vier Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Seine Geldstrafe von 3000 Euro kann er in 30 Monatsraten zu je 100 Euro entrichten. Weiterhin wurde dem Angeklagten zur Auflage gemacht, sich jeden Drogenkonsums zu enthalten. Auf Weisung des Gerichts muss er sich mindestens vier Mal im Jahr unangekündigte Haar- oder Urinproben entnehmen lassen, die seine Enthaltsamkeit bestätigen.
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