Jagd-Kreisgruppe gedenkt ihres Schutzpatrons
Mit hohem Respekt vor der Schöpfung

Die Jagdhornbläser der Kreisgruppe Neunburg begleiteten den Gottesdienst in der Pfarrkirche Kemnath. Bilder: sns (2)
 
Bürgermeister Martin Birner (links) und Kreisgruppen-Vorsitzender Franz Sedlmeier (Dritter von links) gratulierten den neuen Jägern.

Alljährlich um den 3. November, dem Tag des heiligen Hubertus, finden sich die Jäger im ganzen Land zu Hubertusfeiern, -messen und Andachten zusammen. Die Kreisgruppe Neunburg im Bayerischen Jagdverband gedachte ihres Schutzpatrons heuer in Kemnath bei Fuhrn.

Neunburg-Kemnath bei Fuhrn. In der Kirche Sankt Ulrich zelebrierte Pfarrer Walter Hoffmann einen Gottesdienst, der von den Neunburger Jagdhornbläsern unter Leitung von Elisabeth Wittmann musikalisch umrahmt wurde. Den Altarbereich zierte ein riesiges Gehörn mit einem Metallkreuz, umrahmt von Fichtenzweigen und Herbstlaub.

Eingangs der Liturgie ging Pfarrer Hoffmann auf das Leben und Wirken des heiligen Hubertus ein. Geboren um 655 in Toulouse, lebte er zunächst am Hof Theoderichs III. in Paris, später ging er als Einsiedler in die Wälder der Ardennen. 705 wurde er Bischof von Tongern-Maastricht, 716 verlegte er den Bistumssitz nach Lüttich und ließ dort eine Kathedrale bauen. Hubertus galt als fürsorglicher Wohltäter, er starb am 30. Mai 727 im heutigen Tervuren bei Brüssel. Eine aus dem Mittelalter überlieferte Legende besagt, dass Hubertus auf der Jagd beim Anblick eines prächtigen Hirschs, der ein Kruzifix im Gehörn trug, bekehrt wurde.

Erntedank der Jäger


Nach dem Gottesdienst fand die weltliche Feier in der Schießl-Taverne statt. Kreisgruppen-Vorsitzender Franz Sedlmeier betonte, dass die Hubertusfeier auch als eine Art "Erntedank" für die Jäger zu sehen ist. Dass die Jagd auf das einheimische Wild nicht zügellos oder gar tierquälerisch ausgeübt wird, dafür stehe die Symbolik des Schutzpatrons. Der schonende, rücksichtsvolle Umgang mit der Natur und dem Wild im Speziellen sei heute zentraler Gedanke im Selbstverständnis der Jägerschaft. Dies spiegle sich auch im Schlusssatz des Gedichtes über des "Jägers Ehrenschild" wider: " . . . waidmännisch jagt, wie es sich gehört, den Schöpfer im Geschöpfe ehrt."

Der Hubertustag fordere besonders dazu auf, Respekt vor der Schöpfung zu zeigen und Verantwortungsbewusstsein für Natur und Tierwelt zu übernehmen. Nach Meinung des Jagdverbandes lasse sich nur so das Prinzip der Nachhaltigkeit im Umgang mit der Umwelt auch tatsächlich umsetzen, so dass sich in Zukunft auch die Nachkommen am Anblick von Feldhase, Rebhuhn oder Wanderfalke erfreuen können.

Höhepunkt der Veranstaltung war die Freisprechung der Jungjäger. Der Brauch des sogenannten "Jägerschlag" geht auf die "Wehrhaftmachung" der Jagdanwärter in früherer Zeit zurück. Damals musste jeder Jägerlehrling das Waidwerk in einem Zeitraum von drei Jahren bei einem Dienstherren erlernen. Dabei war das erste Jahr für die Betreuung der Jagdhunde bestimmt. Im zweiten Jahr war die jagdliche und forstliche Ausbildung in den Bereichen Hund, Wild, Holz und Schießen gefragt. Im dritten Jahr durfte sich der Anwärter dann "Jagerbursche" nennen.

Berührung an Schulter


Mit der Auflage des Hirschfängers auf die Schulter und den Worten "Der erste Schlag soll Dich zum Jäger weih'n. Der zweite Schlag soll Dir die Kraft verleih'n zu üben stets das Rechte. Der dritte Schlag soll Dich verpflichten, nie auf die Jägerehre zu verzichten" hieß Sedlmeier die künftigen Jäger willkommen. Die neuen Waidmänner und -frauen sind: Patrick Amberger, Michael Benner, Simon Buchmann, Thomas Eiber, Johann Ertl, Simon Heimerl, Josef Nissl, Sophie Freiin von Pelden-Cloud, Andreas Widder, Andrea Wiendl, Josef Wiendl und Simon Zechmann.

Ein gefragter PatronDer heilige Hubertus ist nicht nur Schutzpatron der Jagd. Er gilt außerdem als Patron der Hunde und als Helfer gegen Tollwut, als Schutzheiliger der Schützen und Schützenbruderschaften, der Kürschner, Büchsenmacher, Optiker und Hersteller von mathematischen Geräten. Am Hubertustag gesegnetes Salz, Brot und Wasser soll gegen Hundebisse bewahren, außerdem sollen auch die Hunde dadurch vor Tollwut geschützt werden. (sns)
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