Kalte Klassenzimmer wenige Tage vor den Osterferien
Rost nagt an der Schulheizung

Beim Ortstermin in der Grundschule am Dienstagnachmittag lässt sich Bürgermeister Martin Birner (rechts) durch einen Monteur über das Ausmaß der Schäden an der Heizungsanlage informieren. Bild: Mardanow

Fast zehn Heizlüfter surrten auf den Gängen und in den Klassenzimmern. Ein Ausfall der Heizungsanlage in den letzten Tagen vor den Osterferien hat der Grundschule in der Ledererstraße einen dicken Strich durch den Stundenplan gemacht. Bis Montagabend war die Temperatur im Schulhaus um bis zu acht Grad gefallen.

Korrosionsschäden an den Heizungsrohren sind die Ursache für das Malheur. Bürgermeister Martin Birner informierte am frühen Dienstagnachmittag, dass der "Lochfraß" an den Leitungen vergangene Woche zum ersten Mal aufgetaucht war. Es gelang zwar, den Schaden vorerst zu beheben, "doch zwei Tage später sind schon die nächsten Löcher aufgetaucht", berichtete Georg Keil, Leiter des städtischen Bauamts.

Kondenswasser als Auslöser


Störfall Nummer drei zum Wochenbeginn setzte die Heizungsanlage ein weiteres Mal außer Funktion - und diesmal war sie nicht so schnell zu reparieren. Auslöser für den Schaden am Heizsystem ist Rost, der sich durch aufgetretenes Kondenswasser im Heizkanal gebildet habe, schilderte der beauftragte Architekt Michael Steidl. Die fast 60 Jahre alten, geschweißten Rohre sind kräftig angefressen - vor allem die Hauptringleitung an der Südostseite der Schule "total perforiert", beschrieb Steidl.

Bei unterbrochenem Wasserkreislauf sank die Temperatur im Schulhaus deutlich ab. "Montagabend waren es noch 14 oder 15 Grad", verdeutlichte Schulleiter Siegfried Bräuer, üblich sind eigentlich 22 Grad. An geregelten Unterricht sei da nicht mehr zu denken gewesen. Nach Rücksprache mit Schulamtsdirektor Georg Kick und Bürgermeister Martin Birner entfiel daher am Dienstag der Unterricht. Noch am Montagabend informierte Rektor Bräuer seine Lehrer und die Elternbeiräte über diese Entscheidung, die Stadtverwaltung platzierte den Schulausfall auf ihrer Homepage, die Medien wurden informiert. Über Facebook und Whatsapp verbreitete sich die Nachricht in kurzer Zeit.

Währenddessen rauchten bei den Verantwortlichen die Köpfe, wie der Schaden behoben werden kann. "Unser erstes Ziel war es, den Schulbetrieb wieder herzustellen", betonte Georg Keil. Um das Schulgebäude wieder auf Temperatur zu bekommen, läuft seit Dienstagnachmittag das ölbefeuerte Gebläse einer Kümmersbrucker Firma im Pausenhof. Über die Lichtschächte wird Wärme ins Innere des Schulhauses befördert, für genügend Nachschub an Heizöl wurde ebenfalls gesorgt. Zusätzlich laufen noch etliche Elektroheizgeräte.

In Osterferien reparieren


Heizungsmonteure hatten sich an die Lokalisierung der maroden Rohre gemacht und bereits erste Schäden behoben. Unter anderem war am Dienstagnachmittag bereits die Wärmeversorgung der Turnhalle und der Toiletten wieder hergestellt. Das übrige Heizsystem "soll in den Osterferien wieder gangbar gemacht werden", verspricht der Bürgermeister. Positiv bleibt Martin Birner in Erinnerung, dass dieser "Stresstest" gut bewältigt wurde. Er lobte die schnelle Absprache zwischen Schulleitung, Architekt und Bauamt sowie den Stadtwerken, die für ausreichende Stromversorgung der zahlreichen Heizlüfter gesorgt hatten.

Die 20 von insgesamt über 300 Grundschülern, die am Dienstag trotz Ausfall zum Unterricht gekommen waren, wurden durch Lehrkräfte betreut. Im "Ausnahme-Stundenplan" standen beispielsweise das Leseprojekt "Antolin", Übungsaufgaben bei den "Mathe-Piraten" oder - für Kinder der Übergangsklasse - individuelle Fördermaßnahmen. Am Mittwoch wird wieder normaler Unterricht stattfinden.
Die Hauptringleitung auf der Südostseite des Gebäudes ist total perforiert.Architekt Michael Steidl
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