Milchviehtag in Neunburg
Verbraucher als Verbündete

Bürgermeister Martin Birner, der Chamer Behördenleiter Georg Mayer, Milchprinzessin Eva-Maria Bäuml, stellvertretender Landrat Jakob Scharf, Redakteurin Christine Schneider, Molkerei-Vertreter Christian Schramm und Unternehmensberater Bernd Lührmann (von links) sprachen beim vierten Oberpfälzer Milchviehtag.

Nicht jammern und über Verbraucher und Handel schimpfen, sondern sie mit ins Boot holen: Diesen Rat gibt Christine Schneider den Milcherzeugern. Ihr ist der Dialog zwischen Landwirtschaft und Verbrauchern wichtig. Beim Milchviehtag verrät sie, wie die Landwirte Vertrauen schaffen können.

300 Milchviehhalter, Verbandsfunktionäre und Molkereivertreter aus den Landkreisen Schwandorf, Cham und Regensburg kamen gestern zum vierten Oberpfälzer Milchviehtag in die Neunburger Schwarzachtalhalle. Dort begrüßten sie zunächst Milchprinzessin Eva-Maria Bäuml aus Schwandorf-Gögglbach, Bürgermeister Martin Birner und stellvertretender Landrat Jakob Scharf. Veranstalter waren die Milcherzeugergemeinschaften und Molkereigenossenschaften der Region, der Verband der "Landwirtschaftlichen Fachbildung Oberpfalz" (VLF) sowie das "Fachzentrum Rinderhaltung Cham". Sie hatten drei Referenten verpflichtet. Christian Schramm ist Vorsitzender der "Interessensgemeinschaft privater Milchverarbeiter Bayerns" und Leiter des Milcheinkaufs der Molkerei Zott in Mertingen (Landkreis Donau-Ries). Er zeigte anhand seines Unternehmens auf, welchen Beitrag die Molkereien zur Preisstabilität leisten können.

Suche nach Absatzmärkten


Die Molkerei Zott sei ständig auf der Suche nach neuen Absatzmärkten in aller Welt und bediene den Handel und damit den Verbraucher mit stets neuen Produkten, so der Referent. Auf diese Weise sei es dem Unternehmen möglich, seinen Lieferanten "stets mehr zu zahlen als die Mitbewerber". Momentan seien es 30 Cent für den Liter Milch. Diplom-Ingenieur "Agrar" Bernd Lührmann ist Unternehmensberater der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Er mahnt die Milcherzeuger zu "einer effektiven und nachhaltigen Liquiditätssicherung". Der Finanzmanager kennt die wirtschaftliche Lage vieler Unternehmen, "die im Norden des Landes angespannter ist als im Süden".

Der Strukturwandel in der Landwirtschaft werde sich weiter fortsetzen. "Viele Betriebe schieben einen Investitionsstau vor sich her", sagt Bernd Lührmann. Zur Finanzierung von Neubauten und Sanierungsmaßnahmen sei ein schlüssiges Konzept erforderlich. Dazu sollte sich der Landwirt Hilfe von unabhängiger Stelle holen und dann der Hausbank seine individuelle Lösung vorschlagen. "Damit man die Kosten in den Griff bekommt".

Emotionen ansprechen


Christine Schneider steht auf der Seite der Erzeuger. Die Redakteurin des Bayerischen Fernsehens und langjährige Moderatorin der Sendung "Unser Land" ermuntert die Bauern, die Verbraucher zu Verbündeten zu machen und "nicht den Verstand, sondern die Emotionen der Verbraucher anzusprechen". Der Landwirt sollte der Öffentlichkeit klar machen, welche Leistungen er erbringt und die Leute für diese Arbeit sensibilisieren. Dass der Milchbauer nämlich auf das Tierwohl achte und gleichzeitig gesunde Lebensmittel erzeuge.

Viele Betriebe schieben einen Investitionsstau vor sich her.Bernd Lührmann
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