Neue Baustellen im Nachbarlandkreis im Visier
Forstdirektor Wolfhard-Rüdiger Wicht verlässt Neunburg

Wolfhard-Rüdiger Wicht. Bild: Götz

Neunburg vorm Wald/Amberg. Sein Job ist es, eher in Jahrzehnten und Jahrhunderten zu denken als in Wochen und Monaten. Jetzt bleiben Forstdirektor Wolfhard-Rüdiger Wicht nur ein paar Tage, um in Neunburg seinen Schreibtisch aufzuräumen: Am Freitag, 19. Februar, steigt er auf der Karriereleiter noch eine Stufe höher und wird Leiter des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Amberg.

Die Forstreform hatte Wicht vor mehr als zehn Jahren nach Neunburg verschlagen. Als Bereichsleiter Forsten und stellvertretender Chef des Nabburger AELF kümmerte er sich schwerpunktmäßig um einen Wald, den der Klimawandel nicht erschüttern soll - weg von reiner Fichte oder Kiefer, hin zu einem klimastabilen Mischwald. "Allein 2015 wurden 130 Hektar Wald umgebaut", freut sich Wicht über diese gelungene Risikostreuung in Zusammenarbeit mit den Waldbesitzern.

Seinem neuen Amt als übergeordneter Behördenleiter für die Bereiche Forsten plus Landwirtschaft sieht der 60-Jährige gelassen entgegen. "Erst mal sondieren, zuhören und viel lernen", lautet seine Devise. In Sachen Wald sei der Landkreis Amberg-Sulzbach ja der Schwandorfer Region nicht unähnlich. Während allerdings im Schwandorfer Bereich das Vegetationsgutachten keinen Handlungsbedarf signalisiert, gebe es da in Sachen Verbiss in Amberg schon eine "Baustelle". Im Übrigen vertraut der künftige Chef des Amberger AELF beim operativen Bereich auf kompetente Abteilungsleiter. "Der Behördenleiter klinkt sich da ein, ich werde wohl stärker mit der Personalführung befasst sein." Damit hat Wicht Erfahrung. Denn seine Anfänge in Neunburg waren geprägt von der Umsetzung der Forstreform. "Aus acht verschiedenen Forstamtsbereichen mussten sich neue Mannschaften bilden", erinnert sich der Forstdirektor, "jeder musste einen neuen Platz und neue Aufgaben finden.

Jetzt Abschied zu nehmen von der "Wohlfühloase" im Neunburger Dienstgebäude und einem harmonischen Team, fällt ihm schon schwer. "Ich habe lange überlegt, ob ich mich bewerben soll", gesteht der 60-Jährige und wünscht dem Nachfolger, dass auch er das "tolle Team schätzen und genießen lernt". Allerdings wird die Stelle nun erst einmal ausgeschrieben. Wicht geht davon aus, dass realistisch gesehen erst im Juli ein neuer Bereichsleiter an seinem früheren Schreibtisch sitzt. "Ich hoffe, dass er dann hier die gleiche Wertschätzung wie ich aus seinem Umfeld erfährt."

Zur PersonWolfhard-Rüdiger Wicht ist gebürtiger Erlanger, wuchs in München auf und trat in Augsburg seine erste Stelle an. 1983 zog es ihn nach Burglengenfeld. Von dort aus pendelte Wicht acht Jahre nach Amberg: Seine neue Wirkungsstätte kennt er noch aus der Zeit als stellvertretender Forstamtsleiter. 2001 wechselte Wicht als Amtsleiter nach Uffenheim (in der Nähe von Rothenburg ob der Tauber). Mit der Forstreform 2005 kam Wicht schließlich nach Neunburg, behielt aber seinen Wohnsitz in Burglengenfeld bei. "Pendeln bin ich also gewohnt", sagt der 60-Jährige, der am Donnerstag, 18. Februar, seinen letzten Arbeitstag in Neunburg hat. "Da kann man gut abspannen und rekapitulieren, und die neue Strecke ist sogar ein bisschen kürzer." (bl)
Weitere Beiträge zu den Themen: AELF (15)Wolfhard-Rüdiger Wicht (7)Forsten (3)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.