Neunburger Weierfasching in lockt buntes Völkchen auf den Schrannenplatz
Wo die wilden Hexen tanzen

Bei Lichteffekt, Nebelzauber und fetziger Musik haben weder wilde Hexen noch süße Erdbeeren ein Problem mit Kälte und Regen. Das bewiesen sie beim Neunburger Weiberfasching, der im Freien startete und in den Lokalen "Grande", "Cubanos", "Alte Seilerei" und "Zum Mappl" eine Fortsetzung fand. Bilder: Baehnisch (4)
Vermischtes
Neunburg vorm Wald
05.02.2016
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Als Vogelscheuchen, freche Früchtchen oder wilde Löwen boten sie dem Dauerregen tapfer die Stirn. Das war nicht die einzige Widrigkeit, mit der die Damenwelt beim Weiberfasching rund um den Schrannenplatz zu kämpfen hatte.

Seit Jahren hält die Bola-Bola-Band an Weiberfasching die Maskierten mit ihren Rhythmen in Zaum. Doch wegen einer Erkrankung des Hauptakteurs mussten die Musiker bei dieser elften Open-Air-Veranstaltung kurzfristig absagen. Ein Glück, dass sich in den reihen der "Kulis'" (Verein "Kultur und Leben im Schwarzachtal) spontan Ersatz fand: Michael Baumer aus Penting, alias "DJ Süllner Mich" sprang in die Bresche und steuerte den Sound für ein unbeschwertes buntes Treiben bei.

Ausgefeilte Technik mit Subwoover und Nebelmaschine - die gesamte Licht- und Tontechnik hatte Wolfgang Gräßl beigesteuert - tat ein Übriges für den Start in einen ausgelassenen Abend.

Tapfer im Regen


Stattliche Hexen vergaßen da ebenso wie gut eingepackte Erdbeeren die unerwünschte Abkühlung von oben. So dauerte es zwar bis 17 Uhr bis sich der Platz vor dem Rathaus füllte, aber dafür hielten die tapferen Frauen trotz des strömenden Regens besonders lange durch. "Unsere Funktion ist schon immer das Anheizen", sagt Elke Reinhart, "Kulis'"-Vorsitzende, die mit ihrem 30-köpfigen Team die Organisation übernommen hatte. Die Organisatoren selbst waren als Tiere erschienen und bildeten mit Pinguin, Leopard, Löwe oder Pandabär einen regelrechten Zoo. Klar, dass da die Post abging, als der DJ "The Lion sleeps tonight" auflegte.

Konfetti für Chauffeur


Bürgermeister Martin Birner kam zwar nicht im Kostüm, verdingte sich dafür aber als Chauffeur für die "Kulis'"-Mitglieder und wurde dafür mit einem Auto voller Konfetti entlohnt. Nichts zu holen gab es bei der Erstürmung seines Büros: Von der Krawatte war schon am Vormittag kaum mehr etwas übrig. Auf noch einen Mann konnten die Veranstalter an diesem Tag wieder bauen: Andreas Insinger. Der Chef der Firma Anka-Draht ist schließlich Hauptsponsor der Neunburger Weiberfaschings.

Dass das bunte Treiben ohne Zwischenfälle abging, wusste Organisatorin Reinhart in ihrer Bilanz besonders zu schätzen: "Das BRK musste gar nicht aktiv werden, das freut mich, besonders weil ja auch immer Alkohol im Spiel ist." Und den gab es schließlich kostenlos für maskierte Frauen, ebenso wie Würstl, Brezen und Krapfen. Männer, und alle, die sich eine Maskerade sparen wollten, mussten einen Euro berappen. Und was ist mit Gästen, die sich als Frau verkleidet haben? "Wir haben das mal diskutiert und entschieden: Die müssen zahlen", sagt Elke Reinhart, schließlich handle es sich um einen Weiberfasching, "und Männer sind Männer...".
Unsere Funktion ist schon immer das Anheizen.Elke Reinhart über die Rolle der "Kulis'" beim Weiberfasching
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