Neunburgs neuer Polizeichef setzt zum Amtsantritt am 1. Februar auf Kommunikation
Teamgeist auf Augenhöhe

Zehn Monate lang hat Tobias Mattes (Dritter von links) als Interimsleiter seine Eignung als Chef in Neunburg getestet, jetzt konnte er ein gut bestelltes Haus an Bernhard Hager (Mitte) übergeben. Glückwünsche für beide gab es von (von links) Bürgermeister Martin Birner, Landrat Thomas Ebeling sowie Polizeivizepräsident Michael Liegl, Präsident Gerold Mahlmeister, MdL Joachim Hanisch, Michael Hinrichsen und MdL Franz Schindler. Bilder: Bugl (2)
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Neunburg vorm Wald
29.01.2016
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Polizeipräsident Gerold Mahlmeister (links) wünschte Bernhard Hager "die nötige Portion Glück" bei der Führung der Amtsgeschäfte als Polizeichef in Neunburg.

Alles umkrempeln will er nicht. Stattdessen setzt Neunburgs neuer Polizeichef auf Kommunikation: "Geschlossene Türen gibt es bei mir nicht", versprach Bernhard Hager gestern bei seiner Amtseinführung, die auch mit einem Abschied verbunden war.

Polizeihauptkommissar Bernhard Hager übernimmt die Dienststelle von Tobias Mattes, der dort für zehn Monate als Interimschef seine Führungsqualitäten testen konnte. Er hat nun eine weitere Hürde auf dem Weg zum Dienststellenleiter gemeistert. Auf dieser Stufe der Karriereleiter ist nun Bernhard Hager bereits angekommen: Ab Montag ist er der neue Leiter der Polizeiinspektion Neunburg.

Dort, wo früher die Pfalzgrafen regierten, im historischen Schlosssaal erfolgte der Amtswechsel - "wenn auch der Führungsstil der Polizei nicht mehr mit den Gepflogenheiten im Mittelalter zu vergleichen ist", scherzte Polizeipräsident Gerold Mahlmeister. "Wir pflegen einen kooperativen und vertrauensvollen Umgangsstil", merkte er an und stellte fest: "Dieses Vertrauen müssen wir uns als Polizei tagtäglich neu erarbeiten."

Tobias Mattes habe dies in Neunburg bei der Verantwortung für rund 17 000 Einwohner in der Stadt und den umliegenden Ortschaften gelebt. Mattes sei nun ein "Hoffnungsträger für die vierte Führungsebene", denn er könne dem Nachfolger eine gut aufgestellte Mannschaft übergeben, berichtet Mahlmeister. Er verwies auf eine "geringe Kriminalitätsbelastung" im Inspektionsbereich, die im Durchschnitt halb so hoch sei wie in der gesamten Oberpfalz.

Profunder Praktiker


Als "Wunschkandidat" für Neunburg bezeichnete der Polizeipräsident Bernhard Hager. Der Neue sei ein profunder Polizei-Praktiker, der nach 25 Dienstjahren aus einem großen Erfahrungsschatz schöpfen könne, zeigte sich Mahlmeister bei einem Blick auf den Lebenslauf des neuen Chefs überzeugt (siehe Info-Kasten).

"Die Kriminalitätsstatistik ist auch die einzige, wo sich jeder bemüht, ganz unten zu sein", scherzte Landrat Thomas Ebeling. Er freue sich deshalb auf das Sicherheitsgespräch. Angesichts der vielen Polizisten beim Amtswechsel fühlte er sich wohl bei "einer der sichersten Veranstaltungen im Landkreis". Ein Lob hatte er für Mattes im Gepäck: Während der kurzen Dienstzeit hätten bei spektakulären Fällen "alle Zahnräder ineinander gegriffen".

In Neunburg werde seit Jahrzehnten Wert darauf gelegt, "dass zwischen Polizeiinspektion und Rathaus kurze Wege und funktionierende Drähte bestehen", meinte Bürgermeister Martin Birner, der sich für ein motiviertes und Schichtdienst-fähiges Team der Polizei noch mehr junge Nachwuchskräfte wünschte. Dass die Polizei personell schon vor der Flüchtlingskrise "auf Kante genäht" war, bestätigte Personalratsvorsitzender Michael Hinrichsen.

Teamplayer


"Es war ein Rollenwechsel, der es in sich hatte", bekannte Polizeihauptkommissar Mattes, der bis vor zehn Monaten nur als Sachbearbeiter Erfahrung hatte. "Ich konnte auf euch zählen", lobte er die Mitarbeiter in der Dienststelle und erinnerte an die ein oder andere Umstrukturierung. Dass die Mitarbeiter in nächster Zeit vor großen Überraschungen verschont bleiben, versprach nun der neue Chef. Höchstens etwas nachjustieren wolle er, und allen dabei auf Augenhöhe begegnen. "Ich bin ein Teamplayer", stellte Hager klar und machte keinen Hehl aus seiner Devise: "Mit'm Reden kemma zam."

Zur Person1965 in Roding geboren, ging Bernhard Hager nach dem Abitur 1985 zur Polizei und studierte zunächst an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege in Fürstenfeldbruck. Stationen seiner Laufbahn waren die Grenzpolizei in Waidhaus und die Polizeiinspektion München Flughafen. 1991 wechselte er in die Heimat, zunächst nach Oberviechtach, dann für über ein Jahrzehnt nach Cham und anschließend fast genauso lang nach Bad Kötzting. Hager ist verheiratet und hat zwei Töchter. Zu seinen Hobbys gehören das Ski- und Mountainbike-Fahren und Wanderungen. (bl)
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