Praxis für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie nimmt ab Mai Arbeit auf
Neue Säule in der Versorgung

Bürgermeister Martin Birner hieß die Diplom-Pädagogin Eva Müller-Simeth mit einem Blumenstrauß willkommen. Bild: pko
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Neunburg vorm Wald
27.04.2016
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Es sah zunächst aussichtslos aus, aber gemeinsam haben es Bürgermeister Martin Birner und Eva Müller-Simeth geschafft, dass in Neunburg ab Mai eine Psychotherapeutin für Kinder- und Jugendliche praktiziert. Über diesen Erfolg freuen sich beide wie über einen Lottogewinn.

Bei der offiziellen Bekanntgabe wurde es als ein "außergewöhnlicher Erfolg" eingestuft, dass die Pfalzgrafenstadt als Sitz einer neuen Praxis für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie bewilligt wurde.

Ein Jahr hat der Prozess gedauert, und gemeinsam haben es der Bürgermeister und die Diplompädagogin geschafft, die Stelle bewilligt zu bekommen - und das trotz des ärztlichen Versorgungsgrades von 116,78 Prozent im Landkreis. "Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und alle relevanten Stellen mit ins Boot geholt", erklärte Birner bei einer kleinen Feier. Sie seien offene Türen eingerannt und erhielten Unterstützung von den Kinderärzten und anderen Medizinern, von Behörde sowie den Krankenkassen in Schwandorf und Cham. Die Praxis von Eva Müller-Simeth wird nämlich den östlichen Landkreis Schwandorf und den nördlichen Bereich des Landkreises Cham versorgen - und gerade in diesem Bereich klafft bei der psychotherapeutischen Versorgung eine Lücke. Jedenfalls begrüßten es Schulamt und Schulleiter in diesem Raum sowie die Polizei es sehr, bald einen Ansprechpartner in der Nähe zu haben, wenn es um auffällige Kinder und Jugendliche gehe.

Praxis im Schwesternheim


"Die fachliche Ausrichtung auf Tiefenpsychologie war wichtig", sagte die Psychotherapeutin. Nach der Zeit, die sie für die Erziehung ihrer eigenen Kinder zu Hause geblieben war, machte sie eine Ausbildung im Centrum für Integrative Psychotherapie in München. Kontakt zu Kindern gehabt hat sie während der Erziehungszeit aber ununterbrochen - sowohl ehrenamtlich als auch beruflich. Als Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeutin mit dem Schwerpunkt Tiefenpsychologie sei sie nach dem Studium mit ihrer Approbation seit März 2015 berechtigt, eine Praxis zu führen. Diese wird gerade im Schwesternheim des ehemaligen Krankenhauses eingerichtet. Müller-Simeth möchte viel Raum für ihre künftigen Patienten haben, denn Kinder bräuchten Platz, damit sie in der Bewegung oder beim Spielen ihre innere Befindlichkeit ausdrücken können, erklärte die Fachärztin.

Für zeitnahe Behandlung


"Für unsere Familien ist es ganz wichtig, dass sie zeitnah und in der Nähe eine Behandlung beginnen können", stellte der Bürgermeister heraus. Wie die Diplom-Pädagogin weiter ausführte, gehen einer Therapie fünf Gespräche zur Diagnostik voraus, dann startet das Genehmigungsverfahren bei den Krankenkassen. Die Kosten werden bei entsprechender Indikation von den gesetzlichen Kassen übernommen.

Hilfe in vielen FällenEs gibt viele Anlässe, psychotherapeutische Hilfe zu suchen:

Bei Säuglingen übermäßiges Schreien, Schlaf- und Fütterprobleme; beim Vorschul- und Schulkind Aufmerksamkeitsprobleme und hyperkinetisches Verhalten sowie Entwicklungsstörungen bei schulischen Fertigkeiten.

Außerdem ist die Psychotherapeutin Anlaufstelle bei verweigerndem, oppositionellem oder auffallend aggressivem Verhalten oder bei Lügen, Stehlen und Weglaufen sowie bei Ängsten und Depressionen, und bei Sprachstörungen wie beispielsweise Stottern, bei Kontakt- und Beziehungsstörungen.

Weitere Einsatzbereiche: Chronische körperliche Erkrankungen, wie Asthma, Diabetes, Neurodermitis, bei denen seelische Faktoren mitbeteiligt sind; Essstörungen wie Magersucht, Bulimie oder Adipositas; Zwangsstörungen, Tics; selbstverletzendes Verhalten; suizidales Verhalten; Suchtverhalten; traumatische Erlebnisse. (pko)
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