Realschüler und Architektur-Studenten entwerfen Rauminstallation für die Spitalkirche
Für neues Leben in alter Kirche

Schüler der Gregor-von-Scherr-Realschule schufen mit professioneller Hilfe in der Spitalkirche eine Architekturinstallation mit dem Titel "Erlebnisraum - Lichtraum - Denkraum". Sie wollen damit Impulse für eine Wiederbelebung des spätgotischen Kleinods setzen. Bild: weu
 
Realschülerinnen umrahmten die Veranstaltung im Altarraum mit einer Tanzinterpretation. Bild: weu

Am 22. September 1959 fand die letzte Heilige Messe in der Spitalkirche statt. Fast 60 Jahre später setzten Schüler der Gregor-von-Scherr-Realschule unter dem Titel "Erlebnisraum-Lichtraum-Denkraum" Impulse für eine Wiederbelebung des spätgotischen Kleinods.

"Mit unserer Architekturinstallation wollen wir den Kirchenraum verwandeln und neu interpretieren, um die Kirche, die vielen unbekannt ist, präsenter zu machen", betonte Rektorin Diana Schmidberger bei der Begrüßung der vielen Gäste, die zur Vernissage in die Spitalkirche gekommen waren. Ihr Gruß galt besonders Bürgermeister Martin Birner und seiner Stellvertreterin Margit Reichl, den Studenten der Universität Regensburg, den Vertretern der Landesarbeitsgemeinschaft Architektur sowie Marianne Deml als Beauftragte für die Spitalstiftung im Stadtrat.

Bausubstanz bewahren


Bürgermeister Birner war über die Idee der Schülerinnen und Schüler der Klasse 8d sofort erfreut. Für ihn seien Ideen, die ehemalige Kirche mit anderen Augen zu sehen, sehr wichtig, hob er in seinem Grußwort hervor. Es sei das große Anliegen, unter Bewahrung der historischen Substanz Neues zu schaffen. Marianne Deml, die seit 2014 mit der Stiftung beauftragt ist, freut sich, wenn Leben in die über 600 Jahre alte Kirche kommt. Ihr Blick in die Geschichte förderte Interessantes über das Haus zutage: Kurfürst Ruprecht III. hat es im Jahre 1398 der Stadt gestiftet mit dem Ziel "armen und siechenden Leuten zum Trost und zur Hilf", wie es in der Urkunde steht. In den 600 Jahren seines Bestehens habe sich viel verändert. Das Spital hinter der Empore ist heute Wohnhaus, das Marienheim ist neu und modern an anderer Stelle errichtet worden. Durch die Kunstinstallation erhofft sich die Stiftungsvorsitzende Impulse für Veranstaltungen und Wertschätzung für die Baukunst und die Geschichte.

Pappe verarbeitet


Die Architekten Jan Weber-Ebnet und Stephanie Reiterer von der AG Architektur hatten zusammen mit Regensburger Studenten die Schüler bei Planung und Bau der Licht- und Rauminstallation unterstützt. Aus vier Entwürfen, die intuitiv durch Falten und Schneiden von Pappe im Raum entstanden sind, wurde ein Modell ausgewählt. "Es war auch für uns ein Wagnis, ob alles in der zur Verfügung stehenden Zeit klappt", bekannte Architekt Weber-Ebnet. Sein Dank galt den Schülern, Rektorin Schmidberger, den Lehrkräften, dem Hausmeister, der Stadt Neunburg sowie allen Sponsoren. Die Schüler hätten bei dem Projekt eine wichtige Erfahrung fürs Leben gemacht: "Nur wenn alle an einem Strang ziehen, klappt es."

Zu sakraler Musik zogen Schülerinnen in schwarzen Mänteln in die Kirche ein und gestalteten die Veranstaltung im Altarraum mit einer Tanzaufführung. Die Schülerinnen Judith Kiefmann und Pia-Marie Stegerer ließen in ihrem Vortrag die Entstehung der Rauminstallation Revue passieren, vom Schnittmuster bis zur schwer zu bearbeitenden Wellpappe. Sie baten um Spenden für ein Hilfsprojekt in Marokko, führten Interviews mit den Besuchern durch und luden zum Genuss des Büfetts ein.

Ideen gesammeltAuf einer Stelltafel konnten Besucher Vorschläge anbringen, wie sie sich die Nutzung der Spitalkirche vorstellen könnten. Von Disco und Jugendtreff über Café und Ausstellungsraum bis Geschäft reichte die Palette der Möglichkeiten. (weu)
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