Rotkreuz-Helfer bei manchen Einsätzen am Limit
Wenn die Retter hilflos sind

Vermischtes
Neunburg vorm Wald
08.01.2016
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"In solchen Momenten bist du kein Helfer mehr, sondern einfach nur ein ganz normaler Mensch." So beschreibt BRK-Bereitschaftsleiter Maximilian Lang die Gefühlslage, wenn die Retter bei Einsätzen mit Hilflosigkeit konfrontiert sind oder Todesnachrichten überbracht werden müssen.

"Es gibt sie immer wieder - diese Einsätze, die einen wirklich ans Limit und oftmals weit darüber hinaus bringen", stellte Lang in seiner Bilanz fest. So auch am 20. Juli 2015, als bei einem schrecklichen Verkehrsunfall zwischen Bach und Dieterskirchen zwei Menschen ihr Leben lassen mussten. Rettungsassistent Lang war dabei zunächst als Helfer vor Ort gefordert, später machte er sich mit Bekannten eines Unfallopfers auf den Weg, um den Angehörigen die Nachricht vom Tod ihrer Mutter zu überbringen.

"Allein die Fahrt dorthin war schrecklich", erinnert sich Lang. In so einem Fall reagiere auch ein Helfer mit den gleichen Emotionen, wie es auch alle anderen tun würden. An solchen Tagen sei man dankbar für die ehrenamtlichen Helfer vom Kriseninterventionsteam der Johanniter, die dabei unterstützen oder sogar die Belastungen ganz abnehmen.

Dann gebe es aber wieder auch die Einsätze, die den Rettern Mut machen und ein Lachen ins Gesicht zaubern: Am 19. August gegen 20.30 Uhr wurden der Helfer vor Ort (HvO) und die Unterstützungsgruppe zu einer bewusstlosen Person gerufen. Nach nicht mal fünf Minuten war Rettungsdiensthelfer Erich Habich als HvO vor Ort und traf auf eine Frau mit einem Herz-Kreislauf-Stillstand. Zuvor hatten Angehörige bereits versucht, durch eine Herzdruckmassage das Herz wieder zum Schlagen zu bringen. Wenig später trafen Notarzt Harald Koegler sowie die Unterstützungsgruppe mit Rettungsassistent Florian Binder und Rettungssanitäter Stefan Dirnberger ein. Innerhalb kürzester Zeit schaffte es das Rettungsteam, die Frau wieder ins Leben zurückzuholen. "Da passte einfach alles", so Lang, der sich sicher ist, dass die Frau ohne Ersthelfer, ehrenamtliche Retter und Notarzt den Herz-Kreislauf-Stillstand nicht überlebt hätte.

Kurz vor Weihnachten meldete sich die Frau telefonisch beim BRK-Bereitschaftsleiter und teilte mit, dass es ihr sehr gut gehe und alles gut verlaufen sei. Neben einem finanziellen Dankeschön seien für die ehrenamtlichen Kräfte solche Nachrichten die schönsten, gerade zu Weihnachten.
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